Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 19 (13.5.1927)
- Date
- 1927-05-13
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage 309 umfaßt alle wichtigen Spracherscheinungen und Stilarten seit der biblischen Zeit bis auf die Gegenwart. Die — vielfach selbstverfaßten — Lesetexte geleiten, wie der Verfasser im Vorwort richtig bemerkt, „als vollhebräische Gefüge das Sprachgefühl in eine hebräische Atmosphäre“. Die sprachlichen Erläuterungen lenken von allem Anfang an die Aufmerksamkeit des Lernenden auf die feinsten syntaktischen und stilistischen Eigentümlichkeiten der Sprache. Der Verfasser geht nirgends den Schwierigkeiten bei der Erklärung dieser Erscheinungen aus dem Wege. Die mannigfachen Hinweise auf ältere und jüngere Stilrichtungen erwecken im Lernenden den Sinn für historische Sprach- und Stilentwicklung. Die Sprache der Lesestücke ist edel und literarisch unübertreffbar. Es wird eine geradezu erstaunliche Fülle des erlesensten Wort- und Phrasenschatzes vermittelt. Es wäre sinnlos, bei dieser ersten Ankündigung des Werkes auch auf vereinzelte Mängel des Buches hinzuweisen, die ohne Zweifel vorhanden sind. Welches Lehrbuch hätte, besonders in seiner ersten Auflage, keine Mängel aufzuweisen! All diese einzelnen Aussetzungen, die Sache der — hier nicht beabsichtigten — Fachkritik sind, könnten, so will es scheinen, in späteren Auflagen leicht Berücksichtigung finden, da die allgemeine Anlage des Buches sehr entwicklungsfähig ist. Heute sie und hier auch nur anzudeuten, würde den ausgezeichneten Allgemeineindruck, den das Buch hinterläßt, und der hier festgehalten werden soll, nur abschwächen. Das neue Lehrbuch stellt in der Tat eine hervorragende Leistung dar und bedeutet auf dem Gebiete des hebräischen Sprachunterrichts eine sehr glückliche Bereicherung der pädagogischen Hilfsmittel. Mit den Gefühlen größter Dankbarkeit nehmen wir diese Gabe des Autors hin und Dank gebührt auch der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, die dieses Werk herausgibt. Es ist eine der bemerkenswertesten kulturellen Taten des deutschen Zionismus, zu der man die herausgebende Organisation nur beglückwünschen kann. Dr. Max Mayer. Gestalten und Momente aus der jüdischen Geschichte, herausgegeben von Prof. Dr. J. Elbogen. 320 Seiten, mehrere Bildtafeln, holzfreies Papier, in Ganzleinen gebunden. Zweiter Band der ersten Jahresreihe. — Der Heine-Bund. Eine jüdische Buchgemeinde. Berlin W 9, Linkstraße 39 (Mitgliedsbeitrag für die vier Jahres-(Pflicht)-bände: bei jährlicher Vorauszahlung RM. 14.— (Ausl. RM. 15.40) bei vierteljährlicher Zahlung RM. 3.75 (Ausl. RM. 4.10). Der neue Band der ersten Bücherreihe des Heine-Bundes ist eine Sammlung von Originalabhandlungen, historischen Dokumenten, Reden und Aufsätzen aus verschiedenen Epochen der jüdischen Geschichte. Dreitausend Jahre ziehen am Leser in schnellem Fluge vorüber, festgehalten durch Einzelbilder von Menschen und Ereignissen. Die Glanzzeit der Regierung König Davids, die Aufstände Bar-Kochbas, die Chasarenbriefe des Chasdei ibn Schaprut, die mittelalterlichen Verfolgungen in Deutschland, die Chmelnizkikriege, die Emanzipation und der Zionismus werden in Einzelschilderungen aus der Hand bekannter Schriftsteller und Geschichtsforscher behandelt. Das Ganze wird durch ein Schlußwort des Herausgebers Prof. Dr. J. Elbogen, einen Quellennachweis und eine Reihe von Abbildungen ergänzt. Die sehr gut getroffene Auswahl des Textes macht das Buch zu einer anregenden und interessanten Lektüre, die auch Jugendlichen ,gut empfohlen werden kann. Druck und Ausstattung sind gut und geschmackvoll. —de. * Das Aprilheft der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“ bringt einen Sammelbericht über die bibelwissenschaftliche Literatur von Max Wiener. Weitere Berichte über die Literatur zu einzelnen Teilen der Bibel werden für die nächsten Hefte in Aussicht gestellt. I. Maybaum widmet einen sehr klar geschriebenen Aufsatz dem Rabbiner Samuel Formstecher, einem der ersten unter den neueren jüdischen Theologen, welche eine philosophische Begründung des Judentums versuchten. Diese Arbeit erhält ihre Ergänzung durch die sehr lebensvolle Schilderung, welche im gleichen Heft M. Weißberg von den Aposteln der Aufklärung in Galizien entwirft. Ferner führt G. Scholem seine vielbeachteten Untersuchungen zur Geschichte der Kabbala weiter. Zu den „Textkritischen Bemerkungen“ E. Baneths im vorigen Jahrgang sind der Monatsschrift manche Einsendungen zugegangen, die weite Leserkreise interessieren; auch sie gelangen in diesem Hefte mit Äußerungen Baneths zum Abdruck. # In dem soeben erschienenen Märzheft der „Mitteilungen für jüdische Familienforschung“ beleuchtet der Studienrat Dr. S. Blach die Beziehungen zwischen jüdischer Volkskunde und Familiengeschichte. Prof. Dr. Grotte in Breslau, der verdienstvolle Erforscher jüdischer Gotteshäuser und Friedhöfe, bringt eine Darstellung seiner eigenen Familie. —■ Friedrich Worvach (Potsdam) stellt auf Grund amtlicher Listen die 278 jüdischen Einwohner der Stadt Frankfurt a. d. O. zusammen, die 1812 festen Namen annahmen. — Dasselbe bietet uns L. Horwitz (Kassel) für die 744 Seelen starke jüdische Gemeinde in Königsberg i. Pr. Dr. Erwin M. Dreifuß (Berlin) gibt ein Kapitel seines soeben erschienenen Buches „Die Familiennamen der Juden“, und zwar als besonders Interessante über die politischen Gründe, aus denen heraus alle europäischen Regierungen vor etwa 100 Jahren ihre jüdischen Untertanen zur Annahme fester Namen nötigten. Nicht sowohl verwaltungstechnische Gründe als vielmehr hauptsächlich der Wunsch, die Juden möglichst rasch und vollständig zu emanzipieren, war die eigentliche Triebfeder. — Max Grunewald (Wien) führt seine Darstellung der Descendenz des Wiener Finanziers Simson Wertheimers fort; schließlich folgen Bücherbesprechungen und das stark benutzte Suchblatt. Die Zeitschrift wird allen Mitgliedern der Gesellschaft kostenlos geliefert. MAX WITTKOP ©pe^ialgefcbdft feiner 5leifdwaren Rathaus / Weinstraße München iDie bekannten $hnmermann=0peMaUtdten ^en>orragenbe Qualität 23illigfte 33erecbntmg _Jnbipibuelle^3ebienimg!_