Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1927-05-13 · 19 (13.5.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
19 (13.5.1927)
Date
1927-05-13
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103079-9156813--07762-9080498
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

310 Das Jüdische Echo Nr. 19 Jung-Jüdischer Wanderbund. Samstag, den 14. Mai, 3.30 Uhr: Kleine Mädels Heimnachmittag, 5 Uhr: Kleine Jungens Heimabend, 8.30 Uhr: Sichah Älterenschaft. Jüdisches Kammerorchester, München. Nächster Übungsabend Mittwoch, den 18. Mai 1927, abends 8 Uhr im Bibliotheksaal. Spielfolge: Händel Concerto grosso, Mozart Menuette und maurerische Trauermusjk. Es wird gebeten, pünktlich zu erscheinen, ein Pult und die losen Blätter mitzubringen. Nürnberg. Von der hiesigen „Jüd. Gemeindebibliothek“ war Herr Dr. Ernst Simon eingeladen worden, über Achad Haam, der immer noch weiten Kreisen des deutschen Judentums unbekannt ist, zu sprechen. Der Referent wies darauf hin, daß die Kritik Achad Haams jene Kritik sei, die aus liebevollem Herzen komme, jene Kritik, die von innen spreche, nicht jene, die von außen her alles zerstören will. Achad Haam stand dem assimilantischen Westjudentum sehr ablehnend gegenüber, er glaubte, daß der Preis, den das Westjudentum für seine Emanzipation bezahlt habe, ein zu hoher gewesen sei. Achad Haam war unter den Ostjuden vielleicht der einzige wirklich Religiös-Liberale, obwohl er die deutsche „Reformbewegung“ verwarf. Ohne selbst orthodox zu sein, beseelte ihn volles Verständnis für die Totalität des Judentums und in seiner Überwindung der jüdischen Aufklärung, der Haskalah, berührte er sich mit Hermann Cohen, der ebenfalls die jüdische Aufklärung seines Bezirks, die des Westens, in seinem großen Nachlaßwerke überwunden hat. Diese historische Einstellung Achad Haams zum Judentum befähigte ihn, jenen „Karaismus der Sprache“, den die Maskilim vertraten, abzulehnen, aus dem Gedanken heraus, daß eine wahre Kultursprache kontinuierlich die Sprachgüter von der Vergangenheit in die Zukunft tragen müsse. Wir hoffen, daß die scharf umrissenen Ausführungen Dr. Ernst Simons für den großen jüdischen Philosophen Achad Haam und für seine Wahrheitsliebe der Entwicklung des Judentums gegenüber das Interesse der Nürnberger Judenheit geweckt haben. Lag - Beomerfest der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 19. Mai, abends 8 Uhr, findet im großen Stadtparksaal das Lag-Beomerfest der Zionistischen Ortsgruppe mit Tanz statt. Die ausgedehnten Vorbereitungen lassen darauf schließen, daß dieser Abend einen in jeder Hinsicht schönen Verlauf nehmen wird. Die künstlerische Leitung des Abends, der ernste und heitere Darbietungen bringen wird, hat Herr Oberregisseur Franken vom Intimen Theater übernommen. Bei gutem Wetter stehen Terrasse und Garten den Gästen zur Verfügung. Es ist zu wünschen, daß dieser Abend, der in dem Reigen der jüdischen Veranstaltungen eine erwünschte Abwechslung bringt, aus allen jüdischen Kreisen gut besucht wird. Eintrittskarten sind im Vorverkauf zu haben bei: Buchladen Ida Dormitzer, Luitpoldstraße 13; Buchhandlung J.Bulka, Jakobsstraße 20; Zigarrenhaus Scheuer, Pfannenschmiedsgasse 15 (gegengüber dem Apollotheater), außerdem an der Abendkasse. Würzburg. Der Jüdische Jugendbund Würzburg hatte nach der Osterpause am Mittwoch, 5. Mai 1927, seinen ersten Abend. Dr. Nußbaum sprach fesselnd über Paneuropa. Seinen Ausführungen schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Der Jugendbund wird von jetzt ab Wanderungen veranstalten. Das Ziel der ersten ist Guttenberg-Irtenberg. Rimpar. Im Rahmen der Peßachaktion, zugunsten des N.-F., fand auch in Rimpar eine Veranstaltung statt, für welche als Redner Herr Schimon Kranzer aus Veitshöchheim gewonnen war, der über das Thema: „Die Wanderungen der Juden als Problem“ referierte. In der Diskussion ergänzte Herr Lehrmann die Ausführungen des Redners. Die lebhafte Anteilnahme der Zuhörerschaft an den vorgetragenen Ideen, der vielerseits geäußerte Wunsch nach einer Wiederholung ähnlicher Veranstaltungen, nicht zuletzt das als gut zu bezeichnende Sammelergebnis dokumentieren aufs deutlichste das Verständnis auch der Rimpar er Juden für den Palästinagedanken. Für das glückliche Gelingen der Veranstaltung gebührt dem Gemeindevorstand, Herrn Adler, besonderer Dank. Spenden-Ausweis Spendenausweis des Nürnberger Büros vom 6. Mai 1927 Spendenbuch. Herr und Frau J. Dames anl. Geburt ihrer Tochter 20.—, Herr und Frau Sigmund Neumark anl. Geburt ihrer Tochter 20.—, Frau Cäcilie Meyer anl. Verlobung ihres Sohnes Fritz 20.—, Herr Dr. Fritz Dannheißer anl. seiner Verlobung 20.—, Herr Bernhard Thurnauer anl. seines 50. Geschäftsjubiläums 100.—. Wertzeichen. Herr Sigmund Hamburger für 3 NF-Telegramme 1.50. B ü c h s e n. Dr. Ludwig Mayer 7.70, Maikihl 2.50, Bein 1.75, Madjewsky 1.35, Eibeschütz 1.20 ±= 14.50. Allgemeine Spenden. Weinstock (Erlangen) 3.—. Pessach-Aktion. Durch Erich Thal: Dir. Grünbaum 10.—, R.-A. Stern 3.— 13.—. Summa RM. 212.—. Seit 1. Oktober 1926 aufgebracht RM. 15 728.29. Dora Polack / Oskar Läufer VERLOBTE München, 14. Mai 1927 Lina Mendler / Oskar Karpf VERLOBTE München, Paul-Heyse-Straße 16 Mannheim Mai 1927 Junges Mädchen das 1 Jahr lang in einem Heim Haushalt, Küche und etwas Kinderpflege gelernt hat, sucht Stelle als Haustochter in rituellem Haushalt. Offerten u. Nr. 3912 an die Anzeigen-Äbteil. des „Jüd. Echos“.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.