Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 17 (29.4.1927)
- Date
- 1927-04-29
- Page
- Seite 274 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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274 Das jüdische Echo / Blätter für die jüdische Frau Nr. 17 praktischen Anlagen und die gleiche Liebe für einen landwirtschaftlichen oder handwerklichen Beruf haben, wird es auch in der Siedlung eine Gruppe von Kindern geben, die eine besondere Liebe zum Lernen und Leben im jüdischen Schrifttum zeigen. Diesen wird die Möglichkeit zum Lernen gegeben. Den letzten Schlußstein der Kinder- und Jugendsiedlung wird vielleicht einmal das Volkshochschulheim Martin Bubers bilden, wo junge Arbeiter aus den Siedlungen in arbeitsstilleren Zeiten im Zusammenleben und Lernen mit geeigneten Führerpersönlichkeiten wieder neue Lebens- und Schaffenskraft für ihre schwere Arbeit holen. Ähnlich etwa wie die Volkshochschulen in Dänemark, Norwegen und Schweden die junge bäuerliche Bevölkerung alljährlich in froher Gemeinschaft lernend und fröhlich versammelt zum Nutzen und Segen des ganzen Volkes. Um das: Projekt zu verwirklichen, sind folgende Voraussetzungen nötig: Pacht von Grund und Boden in einer gesunden Gegend vom Keren Kajemeth. Das ist bereits geschehen. Ferner die Aufbringung der Mittel für den Bau der Siedlung, für die landwirtschaftliche Einrichtung, die Lehrwerkstätten und für den Unterhalt des ganzen Unternehmens. Eine Gesellschaft jüdischer Waisenhilfe wurde organisiert und hat sich zur Aufgabe gestellt, einen Teil dieser Mittel zu beschaffen, und zwar durch Werbung von Patenschaftsverpflichtungen für ein Kind zu RM. 40.— pro Monat. Dr. Lehmann und mit ihm viele, die seine Arbeitsweise kennen, hoffen, daß es genügend Menschen geben wird, die warmen Anteil an diesem neuartigen und wie mir scheint glücklichen Erziehungswerk für Waisenkinder, die sonst meist Stiefkinder des Schicksals sind, nehmen werden. — Sie werden nicht nur zu geben haben, sondern auch empfangen: denn Dr. Lehmann wird bemüht sein, durch ausführliche Berichte mit Photos lebendige Beziehungen zu pflegen mit all den Förderern seines Werkes. Denn er will nicht allein seinen Waisenkindern dienen, sondern Verbindung halten mit allen, denen Erziehung des jungen jüdischen Menschen am Herzen liegt. Wer hier hilft, hat teil an einem Werk, das nicht palästinischen oder nur jüdischen Charakter hat, sondern ein geniales Erziehungswerk ist, das so interessant und so wichtig ist wie ähnliche Versuche in anderen Ländern, in Rußland oder Amerika. Unserer Zeit scheint es Vorbehalten, die Bedingungen zu schaffen für einen neuen Menschen. Der jüdische Anteil an dieser Zeit und Menschheitsaufgabe scheint mir in Siegfried Lehmanns Werk viclverheißend in Angriff genommen zu sein. Sein synthetischer, religiöser und moderner, östlich gravitierender und westlich gebildeter, aktiver Geist verspricht, jener notwendigen Synthese Gestalt zu geben, um die der heutige jüdische Mensch mehr als zu anderen Zeiten ringt. Berufliche Ausbildung von Frauen in Palästina (Plan einer Zentralstelle, vorgelegt von der Exekutive der vereinigten hebräischen Frauen.) Jahrelang beobachtet die Histadruth Naschirn Iwriot mit ernster Sorge die schlimmen Folgen des Mangels an Ausbildungsanstalten für berufliche Frauenarbeit in Palästina. Zu der landwirtschaftlichen Schule für Mädchen in Nahalal und dem Hostel in Tel Awiw, welche beide Anstalten in anerkennungswürdiger Weise von der W. J. Z. O. für die Ausbildung der Chalutzah gegründet wurden, ist im Laufe der letzten Jahre der großen Aliah keine einzige neue Lehranstalt hinzugekornmen. Besonders empfindlich läßt sich die Tatsache fühlen, seitdem die vierte, letzte Aliah eine überaus große Zahl von Mädchen und Frauen, die keinen Platz in den landwirtschaftlichen Siedlungen und Gruppen finden konnten oder wollten, in die Städte führte. Die kleine und schwache Industrie kann nur sehr wenige Frauenkräfte beschäftigen: die von dem Frauendezernat des Arbeitsdepartements der Zionistischen Organisation geförderten Mädchenkooperativen scheiterten fast überall an der mangelnden beruflichen Ausbildung der Teilnehmerinnen, welche mit kleinen Ausnahmen (Bucnbinderinnenkooperative) mit ihren Kenntnissen der Konkurrenz der besser ausgebildeten Privatunternehmungen in Schneiderei oder Weißnäherei nicht gewachsen waren. Die nur sehr ungerne und erst im Falle schlimmstermaterieller Lage gesuchte Hausgehilfinnen- oder Kinderpflegerinnenarbeit konnte bei gänzlich fehlenden hauswirtschaftlichen Kenntnissen selbstredend keines der beiden Teile befriedigen. Das mit schwerer Mühe errungene Eindringen der Mädchen in das Baugewerbe wurde infolge der großen Stagnation vollständig illusorisch. Aber außer den russischen und polnischen Mädchen der letzten Einwanderungswellen gibt es BUICK die Weltmarke in 127 Ländern vertreten Der moderne, populärste 6-Zylinder Meues Modell 1927 bereits lieferbar Vertretung: BAYERN-AUTO G.m.b.H., Paul-Heyse-8tr. 9,Tel. 58422 /