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Das jüdische Echo · 1927-04-29 · 17 (29.4.1927) · p. Seite 269

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
17 (29.4.1927)
Date
1927-04-29
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 269 lagen unserer Wirtschaft begonnen — das war ja der Zweck der Wirtschaftskonferenz unter dem Vorsitz von Herbert Samuel, die durch die Zionistische Exekutive im letzten Sommer einberufen worden war. Die Delegation, die jetzt nach Palästina geht, ist nur ein weiterer Schritt auf diesem Wege. Die Entsendung der Delegation wurde von den Zionisten und durchaus nicht in Verbindung mit dem Weizmann-Marshall-Abkommen beschlossen. Nachdem man sich bereits verständigt hatte, interessierte sich auch Marshall für diesen Vorschlag. Gemeinsam beschlossen wir sodann, die Delegation auszusenden und mit der Erweiterung der Jewish Agency zu warten, bis die Kommission ihren Bericht erstatten würde, auf Grund dessen ein Arbeitsprogramm ausgearbeitet werden soll. Wir stimmen durchaus darin überein: die Agency bedeutet nicht eine bloße Demonstration, sondern gleich nach ihrer Gründung soll sie ein fertiges Arbeitsprogramm vorfinden und sofort mit der praktischen Arbeit beginnen. Die Kommission wird durch ein Expertenkomitee unterstützt sein, dessen Kompetenz von niemanden wird in Zweifel gezogen werden können. Wir werden daher auch ohne allzu große Schwierigkeiten den richtigen Weg finden und damit auch Geld. Man muß beachten: schon jetzt gibt Amerika in diesem Jahr 20 Proz. mehr für den Keren Hajessod als im vergangenen Jahr. Man stelle sich vor, was Amerika geben würde, wenn die Aspekte bessere wären. Was das Abkommen anbelangt, so ist den Zeitungsberichten wenig hinzuzufügen. Zwischen uns und unseren zionistischen Freunden in Amerika herrscht völliges Einverständnis, und man kann darüber hinaus mit absoluter Sicherheit sagen, daß auch zwischen uns und den Nichtzionisten Harmonie besteht, und daß die Nichtzionisten ernsthaft bestrebt sind, beim Aufbau des Landes zu helfen und „die gefallene Hütte Davids“ wieder aufzurichten. Das Abkommen ist in Amerika mit aufrichtiger Zustimmung aufgenommen worden. In Europa versteht man vielleicht nicht ganz, daß die Juden Amerikas die Streitigkeiten und Gegensätze zwischen den jüdischen Parteien nicht ertragen. Sie fühlen mit gesundem Instinkt, daß ein großes nationales Werk nur aus Harmonie, Frieden und vereinter Anstrengung aller nationalen Kräfte entstehen kann. Daher faßte man das Abkommen wie eine Friedensbotschaft an die jüdische Öffentlichkeit auf. Es diente der Erweckung aller Energien und es macht sich bereits in den Resultaten des United Palestine Appeal bemerkbar. Damit kehren wir wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück: Es gibt in Amerika eine Basis für eine weite zionistische Arbeit, man kann dort großartige Mittel für den Aufbau des Landes erhalten, aber nur unter zwei Bedingungen: die Wirtschaftsmethoden müssen dahin tendieren, die Siedler auf ihre eigenen Füße zu stellen und müssen die Amortisation der von uns investierten Summen ermöglichen. Und es muß ferner Einigkeit und Harmonie in der jüdischen Welt herrschen und alle Gruppen müssen gemeinsam an dem Bau des Nationalheims arbeiten. Zur Herstellung des Friedens ist schon durch das Abkommen viel geschehen. Die Ausfindigmachung sicherer Kolonisationsmethoden aber ist eine Aufgabe, die nicht nur der gemeinsamen Kommission obliegt, sondern eine Aufgabe auch der zionistischen Institutionen selbst. In dieser Erwartung gehen wir der Sitzung des Aktionskomitees und dem Kongreß entgegen. Nachdem das Abkommen in Amerika geschlossen ist, ist dieses der zweite Schritt. Aus der jüdischen Welt Vor dem Delegiertentag des deutschen Misrachi Berlin, 22. April. (JTA.) Am 15. Mai wird die deutsche Organisation Misrachi einen Delegiertentag abhalten. Im Nachrichtendienst des Misrachi skizziert der Präsident der deutschen Organisation, Dr. Oskar Wolfsberg, die Aufgaben der bevorstehenden Tagung: die Klärung der Frage des Zentralbüros, die Fortexistenz des Generalsekretariats, Erörterung der konstruktiven Aufgaben im Sinne der großen misrachistischen und zionistischen Politik usw. Er schreibt: „Wir müssen unser Verhältnis zum Zionismus, zur gegenwärtigen Leitung, zur unabhängigen Orthodoxie nicht nur erneut einer Prüfung unterziehen, sondern auch ganz praktische Fragen, die in diese Gebiete hineinfallen, einer Lösung entgegenführen, die sich auf den Mehrheitswillen oder auf den Willen der Mehrheit berufen kann.“ Vier Friedhofschändungen im Rheinland Berlin, 22. April. (JTA.) In Moers wurden in der Nacht vom 15. zum 16. April d. J. auf dem jüdischen Friedhof 28 Grabsteine umgeworfen. Die jüdische Gemeinde hat 1000 RM. Belohnung für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die Polizei hat sich der Angelegenheit mit aller Energie angenommen. Gleichzeitig wird gemeldet, daß auch auf dem alten jüdischen Friedhof in Krefeld mehrere Grab- L. KIELLEUTHNER Besichtigen Sie unverbindlich unsere erlesenen Neuheiten Hauptpreislage: Mk. 180.- bis Mk. 250.- Kein Anzug über Mk. 280.- V___—---J

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