Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 16 (22.4.1927)
- Date
- 1927-04-22
- Page
- Seite 255 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 255 Professor Albert Einstein korr. Mitglied der bayerischen Akademie München, 13. April. (JTA.) Die Bayerische Akademie der Wissenschaft, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, hat Prof. Albert Einstein zum Korrespondierenden Mitglied gewählt. Verbot deutscher Hakenkreuz-Literatur in der Tschechoslowakei Prag, 13. April. (JTA.) Das Postministerium hat einen Erlaß herausgegeben, wonach die Beförderung österreichischer und deutscher hakenkreuzlerischer Zeitschriften durch die Post zu unterlassen sei. Die unerträgliche Lage der Juden in Rumänien — (Board of Deputies appelliert an den Völkerbund und die britische Regierung) London, 10. April. (JTA.) Die heute unter dem Vorsitz von 0. E. d'Avigdor Goldsmid abgehaltene Sitzung des Jewish Board of Deputies faßte einmütig eine Resolution, in der gegen die barbarische Behandlung der Juden in Rumänien Protest erhoben und das Joint Foreign Committee ermächtigt wird, sich im Interesse der rumämT sehen Juden an den Völkerbund und die britische Regierung zu wenden. Die vom Präsidenten des Board, d’Avigdor Goldsmid, vorgeschlagene Resolution lautet: „Im Hinblick auf den Bericht des Joint Foreign Committee betreffend die Lage der Juden in Rumänien drückt der Board of Deputies, der die jüdischen Kongregationen und die anderen repräsentativen Organe der Juden im britischen Reiche vertritt, sein tiefstes Mitgefühl mit den rumänischen Glaubensbrüdern aus, die den barbarischen Angriffen auf Leben, Eigentum und Ehre ausgesetzt sind. Der Board protestiert in feierlichster Form gegen das Versagen der rumänischen Regierung in der Angelegenheit des Schutzes der loyalen jüdischen Bevölkerung und in der Gewährung gleicher Rechte und der Gleichheit vor dem Rechte, auf die alle rumänischen Bürger laut den Bestimmungen der rumänischen Verfassung und laut den in den internationalen Verträgen eingegangenen Verpflichtungen des rumänischen Staates, Anspruch haben, an die Juden. Das Joint Foreign Committee ist ermächtigt, alle ihm ratsam erscheinenden Schritte zu unternehmen, um die Drangsale der rumänischen Juden zur Kenntnis des Völkerbundes zu bringen und die Geneigtheit der britischen Regierung zu gewinnen, in der Weise, daß diese Regierung die Aufmerksamkeit des Völkerbundsrates auf die von Rumänien verübten Verletzungen des Minderheitsvertrages vom 9. Dezember 1919 (wie in Artikel 12 dieses Vertrages vorgesehen ist) lenkt.“ Der Staat Estland in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen. — Dank für die Kulturautonomie Reval, 4. April. (JTA.) Estland ist bekanntlich der erste Staat, der der jüdischen Minderheit autonome Rechte verliehen hat. Zum Dank dafür hat die Judenschaft Estlands die Regierung dieses Landes in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eintragen lassen. Gestern empfing der Präsident der Republik Estland, Herr Jean Teemant, eine jüdische Abordnung, die ihm das Diplom des Jüdischen Nationalfonds überreicht hat. Der Beschluß der Zionistischen Exekutive über Ort und Zeit des 15. Kongresses: 24. August in Basel London, 13. April. (JTA.) Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation hat in ihrer heutigen Sitzung über Ort und Zeit der Abhaltung des 15. Zionistenkongresses einen definitiven Beschluß gefaßt. Der Kongreß wird in der letzten Woche des Monats August in Basel (Schweiz) abgehalten werden. Als Tag der Eröffnung des Kongresses ist der 24. August in Aussicht genommen. Der 15. Zionistenkongreß, der im 30. Jahre des Bestehens der modernen zionistischen Bewegung stattfindet und also ein Jubiläumskongreß ist, wird somit an der historischen Stätte des ersten Kongresses abgehalten werden. Besuch des Dirigenten des Orient-Departements des deutschen Außenministeriums in Palästina Der Dirigent des Orient-Departements des deutschen Außenministeriums Baron von Richthofen ist am 7. April in Palästina eingetroffen. (Ziko.) Präsident Masaryk in Palästina Über den Besuch des Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, Prof. Masaryk, in Palästina sind der Ziko im Laufe der Woche folgende Telegramme aus Palästina zugegangen: Jerusalem, den 8. April. Präsident Masaryk ist Freitag früh in Jerusalem eingetroffen, wo er vom Chief Secretary der Palästina-Regierung Col. Symes und dem Jerusalemer Bürgermeister Ragheb el Nashashibi begrüßt wurde. Für Nachmittag ist ein Besuch Rischon-le-Zions durch Präsident Masaryk vorgesehen, wo er von den Vertretern der umliegenden Kolonien und Tel- Awiws begrüßt werden soll. Jerusalem, den 10. April. Präsident Masaryk besuchte am Sonnabend die Omarmoschee in Jerusalem und die Grabeskirche in Bethlehem. Sonntag vormittag besuchte er die Hebräische Universität und die Universitäts- und Nationalbibliothek in Jerusalem. Nachmittags fand in der Charbah- Synagoge ein Festempfang durch die Oberrabbiner statt und in Meah Schearim ein Empfang durch die orthodoxen slowakischen Juden. Jerusalem, den 11. April. Der für Freitag in Aussicht genommene Besuch Präsident Masaryks in Tel-Awiw mußte infolge des schlechten Wetters verschoben werden. Präsident Masaryk wird nunmehr Rischon-le-Zion und Tel-Awiw Dienstag, den 12., besuchen. In Tel-Awiw wird Masaryk am Grabe Achad Haams einen Kranz niederlegen. Für Mittwoch ist ein Besuch Prof. Masaryks in Afuleh, Beth Alpha, Daganiah und Kapernaum vorgesehen und am Donnerstag in Nahalal, Renault Audi die führenden Weltmarken Mototechnische Ges., K.-G. München / Odeonsplatz 12 Telephon 26397 und 20654