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Das jüdische Echo · 1927-04-08 · 14 (8.4.1927) · p. Seite 213

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
14 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
Seite 213 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 213 orthodoxen nichtzionistischen Wähler in Deutschland. Die neue Vereinigung ist nicht identisch mit der Achduth, ein Teil ihrer Führer und Mitglieder gehört jedoch auch der Achduth an. Schon daraus ergibt sich ein freundschaftliches Verhältnis der beiden Organisationen; die Achduth glaubt jetzt, wo von ihr nicht mehr die Vertretung irgendwelcher gemeindepolitischer Interessen verlangt werden wird, ihrem eigentlichen Ziele: der Vereinigung aller Gesetzestreuen in Deutschland sogar noch besser dienen zu können. Die Jüdische Volkspartei muß sich ihre neue Stellung zu der neuen Organisation freilich Vorbehalten, es liegt jedoch kein Anlaß vor, an der Möglichkeit einer Kooperation in vielen Dingen zu zweifeln. IV. An jüdischen Organisationen besteht in Deutschland nun wirklich kein Mangel mehr; eine unerfüllte Hoffnung aber ist noch immer die zentrale, alle umschließende Organisation: der Reichsverband der deutschen Juden. Die Berliner Tagungen haben uns, wie es scheint, seiner Verwirklichung nicht einen Schritt näher gebracht. I. E. Liberale Rabbiner und Zionismus Die Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands hat am 29. März im Repräsentantensaal der Jüdischen Gemeinde Berlin unter reger Beteiligung ihre ordentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Anwesend waren 39 liberale Rabbiner aus allen Teilen Deutschlands. Der Vorsitzende der Vereinigung, Herr Rabbiner Dr. Seligmann (Frankfurt a. M.), eröffnete die Tagung, begrüßte die erschienenen liberalen Rabbiner und hieß die eingeladenen Ehrengäste willkommen. Von diesen dankte Kammergerichtsrat Wolff als Vertreter des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin, R.-A. Dr. Klee als Vertreter der Repräsentantenversammlung, R.-A. Heinrich Stern als Vertreter der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland und der World- Union for Liberal Jews. Von Vertretern der jüdischen Wissenschaft waren anwesend Prof. Dr. Elbogen und Dir. Dr. Holzmann. Dr. Seligmann wies auf die Bedeutung der Tagesordnung hin, deren Hauptpunkte ein Bericht des Vorsitzenden über „Weltkonferenz in London und Weltverband des religiös-liberalen Judentums“ und die Referate Vogelstein (Breslau), Wiener (Berlin) über „Stellung des religiös-liberalen Judentums zum Zionismus“ waren. Nach den Referaten fand eine eingehende Aussprache statt, deren Ergebnis nachstehende, einstimmig angenommene Resolution war: „Die Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands erklärt, daß der Grundcharakter des Judentums religiös ist und bleiben muß. Sie lehnt jeden Versuch der Deutung des Judentums als eines ausschließlich nationalen Gebildes entschieden ab. Sie überläßt es dem persönlichen Verantwortungsgefühl eines jeden einzelnen, welche Stellung er gegenüber dem Zionismus einnimmt. Sie hofft, daß die Besiedlung Palästinas in einem Geiste erfolgt, der eine Belebung der jüdischen Religiosität verbürgt.“ Gründungsversammlung der Jüdisch-Konservativen Vereinigung Berlin, 31. März. (JTA.) Die Gründungsversammlung der Jüdisch - Konservativen Vereinigung fand am Dienstag, dem 29. März, in Berlin statt. Herr Dr. Isi Kahn eröffnete gegen 10 Uhr die Tagung und brachte zunächst aus der großen Reihe der eingegangenen Telegramme und Begrüßungsschreiben die markantesten zur Verlesung. Als dienstältester konservativer Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde sprach Herr Rabbiner Dr. Löwenthal in Anknüpfung an das Schriftwort herzliche Worte der Begrüßung für die Versammlung. Die Reihe der Referate eröffnete Herr Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal (Köln). Er sprach über „konservatives Judentum als Welt- und Lebensanschauung“. Das in formvollendeter Sprache den Gegensatz zwischen religiösem Liberalismus und konservativem Judentum behandelnde Referat wird voraussichtlich im Druck erscheinen. Das Korreferat hielt Herr Rechtsanwalt Horowitz (Frankfurt a. M.). Über die im Entwurf vorliegenden Satzungen der Jüdisch-Konservativen Vereinigung berichtete Herr Moritz A. Loeb (Berlin). Der Redner schilderte zunächst in kurzen Zügen die Entwicklung des Liberalismus während der letzten hundert Jahre, um zu zeigen, daß, so machtvoll auch die äußere Organisation des Liberalismus noch dastehen möge, sein nicht allzu fernes Ende doch vorauszusehen sei. Um so mehr ist es Pflicht und Aufgabe aller konservativen Kreise, die Massen, die erkennen, daß der Liberalismus im Religiösen nichts mehr zu bieten hat, vor dem Fall in das Leere zu bewahren. Ebenso gilt es, die bereits vorhandenen viele Tausende konservativ gerichteter Juden in Preußen, bzw. Deutschland, aus ihrer Isolierung und Vereinzelung zu erlösen. Diesem doppelten Zwecke paßt sich der vorliegende Entwurf an, der den Beitritt von Verbänden, Gemeinden und Einzelpersonen vorsieht. ' L. KIELLEUTHNER ' Besichtigen Sie unverbindlich unsere erlesenen Neuheiten Hauptpreislage: Mk. 180.-bis Mk. 250.- Kein Anzug über Mk. 280-- v.__J

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