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Das jüdische Echo · 1927-04-01 · 13 (1.4.1927) · p. Seite 203

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
13 (1.4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 203 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 13 203 Das Jüdische Echo der Munizipalwahlen zu einem einheitlichen Block vereinigt haben, ist die arabische Wählerschaft in drei einander bekämpfende Parteien gespalten. Drei arabische Kandidatenlisten wurden vorgeschlagen: Eine von der Partei des bisherigen Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, die eine Zusammenarbeit mit den Juden anstrebt; eine von Mussa Kiazim Pascha Husseini im Namen der von der Husseini-Familie geführten palästinisch-arabischen Exekutive und eine von einer unabhängigen arabischen Gruppe. Die Vereinigte jüdische Liste weist die folgenden vier Stadtverordnetenkandidaten auf: Den Arbeiterführer Ben Zwi, den bisherigen Stadtrat Chaim Salomon, den sephardischen Juden Izchak Eliaschers und den sephardischen Agudisten Eliahu Schamaa. Die landwirtschaftlichen Siedlungen des Keren Hajessod in Palästina In diesem Jahre haben 8 landwirtschaftliche Siedlungen des Keren Elajessod in Palästina ihr volles Budget vom Keren Hajessod ausgezahlt erhalten, so daß sie nun wohl ohne weitere Kredite des Keren Hajessod werden au^kommen können. Diese 8 Siedlungen umfassen die 3 Moschawe Owdim Nahalal, Kfar Jecheskel und Ben Schemen und die 5 Kwuzotli Gewa, Daganiah A., Daganiah B., Merchawiah und Gan Schmuei. Von diesen 8 Siedlungen gehen 3 in die Vorkriegszeit zurück, während 5 erst nach dem Kriege mit Hilfe des Keren Hajessod geschaffen worden sind. Auch eine neunte Siedlung ist in diesem Jahre so weit gebracht worden, daß sie sich von nun an selbst erhalten soll, und zwar Balfouria, die auf dem Boden der American Zion Commonwealth und mit deren Mitteln gegründet wurde, die aber ebenfalls beträchtliche Kredite vom Keren Hajessod bekommen hat. Die Lage der erwähnten 8 Siedlungen gilt als zufriedenstellend. In Nahalal, Kfar Jecheskel und Ben Schemen haben die Siedler während des letzten Jahres Überschüsse erzielt, die sie zum Ausbau ihrer Wirtschaft verwendet haben. Auch 4 von den 5 Kwuzoth konnten im letzten Jahre einen Überschuß erzielen; ein Defizit hatte nur Daganiah B., Gan Schmuei erzielte seinen Überschuß aus seinem Orangenhain und seiner Bienenzucht, während die Haupteinnahmequelle von Gewa die Getreidewirtschaft und von Daganiah A. die Milchwirtschaft waren, die im letzten Jahre einen Reingewinn von LE. 350 abgeworfen hat. 19 weitere Siedlungen sollen nach Ablauf der nächsten zwei Jahre sich selbst erhalten können, wozu auch weitere 10 Mittelstandsgruppen kommen, und zwar: Magdiel, Bne Brak, Sefardim in Beer Jacob, Kfar Saba, Kfar Uriah, Kfar Aron, Söhne alter Kolonisten in Nes Zionah, Beer Tobiah, Chederah und Rechoboth, für die ebenfalls der Keren Hajessod einen Teil des Budgets deckt. Hierzu gesellen sich weiter noch Kredite des Keren Hajessod an die Jemenitensiedlungen in der Nähe der alten Kolonien. In Herzliah hat der Keren Hajessod 25 Siedlern aus der Gruppe der Bne Benjamin ein Darlehen von LE. 1250 gewährt. Luigi Luzzatti gestorben Rom, 29. März. (JTA.) Kurz nach Vollendung des 86. Lebensjahres ist heute hier der große italienische Staatsmann und treue Jude, der frühere Ministerpräsident, Luigi Luzzatti, gestorben. Kauft bei den Inserenten des „Jüdischen Echos“ Ehrenbankett für Dr. Weizmann und Louis Marshall in Newyork Neuyork, 23. März. (JTA.) Aus Anlaß der bevorstehenden Abreise des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Weizmann, aus Amerika, veranstaltete ein gemeinschaftliches Komitee von Zionisten und Nichtzionisten gestern Abend ein Ehrenbankett für Dr. Weizmann und den Führer der nichtzionistischen Palästinafreunde, Louis Marshall den Präsidenten des American Jewish Committee. Die Veranstaltung nahm einen enthusiastischen Verlauf; mehr als 700 prominente amerikanische Juden waren anwesend. Dr. Weizmann, stürmisch akklamiert, führt aus: Zionisten und Nichtzionisten haben sich jetzt zu der gemeinsamen Aufgabe verbunden, die palästinische Kolonisation in einer Weise zu stützen, daß ein Enderfolg verbürgt ist. Die sofortige Aufgabe ist aber die: es muß genügend Kapital aufgebracht werden, um die augenblicklich in Palästina herrschende wirtschaftliche Krisis zu beheben und den Weg für den weiteren Aufbau frei zu machen. Es muß der neuen Entwicklung vorgebahnt werden. Nach Schluß der Ansprache wurde Dr. Weizmann wieder eine langanhaltende Ovation' bereitet. Nunmehr erhob sich Louis Marshall, ebenfalls stürmisch begrüßt, zu einer längeren Ansprache, in der er vor allem eingehend die Aufgaben der nach Palästina zu entsendenden Sachverständigenkommission skizzierte und zum Schluß sagte, man brauche in bezug auf den Bericht, den diese Kommission nach ihrer Rückkehr zu erstatten haben wird, keinerlei Angst zu haben. Die Kommission wird nur die Wege zu zeichnen haben, auf denen sich der Aufbau am besten und am schnellsten wird vollziehen können. Sicherlich werden alle Juden sich vereinigen, um den Aufbau Palästinas zu stützen, da das Problem Palästinas das Problem der gesamten Judenheit ist. Palästina kann nicht länger nur allein von Träumen und von Redensarten leben. Die jüdische Bevölkerung Palästinas muß Brot haben und Palästina muß für neue jüdische Massen vorbereitet werden. In gehobener Stimmung gingen die Teilnehmer auseinander. Dr. Weizmann wird wahrscheinlich am 1. April in London sein. * TELEF. 22426. IoFFENBACHEB OERWAUfc»4

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