Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Nr. 13 Das .Jüdische Echo zei nahm einige Studenten fest, entließ sie aber nach Aufnahme der Personalien sofort. Oberst Ament in Kischinew K i s c h i n e w , 21. M.rz. (JTA.) Dieser Tage weilte in Kischinew der bekannte amerikanische Oberst Ament,.um die Lage der Minderheiten, insbesondere der Juden, in Beßarabien zu studieren. In jüdischen Kreisen verdenkt man es dem Gaste, daß er, statt sich mit den jüdischen Repräsentanten in Verbindung zu setzen, während der Sitzung des Stadtrates im Saale erschienen war, und in aller Öffentlichkeit sehr delikate Fragen an die jüdischen Stadtratsmitglieder richtete. Der anwesende Rabbiner Zirelson hatte den Mut, zu erklären, er wolle die nötigen Informationen erteilen, jedoch nicht öffentlich, sondern unter vier Augen. Die christlichen Stadtratsmitglieder gerieten über diese Antwort in Aufregung. Sie übten auf ein anwesendes neutrales jüdisches Stadtratmitglied einen Druck aus, Antworten im Sinne des Fragestellers abzugeben. Die Kischinewer jüdische Bevölkerung zollt Rabbiner Zirelson für sein Verhalten höchste Anerkennung. Intervention jüdischer Parlamentarier beim Innenminister Bukarest, 24. März. (JTA.) Deputierter Dr. Ebner und Senator Klüger intervenierten beim Innenminister Goga in Angelegenheit der letzten Exzesse in Oradea Mare (Groß-Wardein), Jassy und anderen Orten. Die Parlamentarier verwiesen darauf, daß sich die Ausschreitungen trotz der Zusicherung des Ministerpräsidenten, die Ruhe, und Ordnung herzustellen, wiederholen. Die Parlamentarier erklärten, sie wählen vorerst den Weg einer direkten Aussprache, weil sie sich von derselben einen rascheren und sichereren Erfolg versprechen, als von Interpellationen im Parlament. Sie forderten vom Innenminister die strengsten Maßnahmen gegen Aufreizung und Verhetzung und exemplarische Bestrafung der Exzedenten und Hetzer. Die Parlamentarier verlangten, daß Vorkehrungen getroffen werden, damit Exzesse auf Eisenbahnen nicht mehr Vorkommen. Innenminister Goga dankte den intervenierenden Parlamentariern für die Aussprache, die eine Stunde währte, und sagte, er sei bestrebt, die Ruhe und Ordnung herzustellen. Er werde die nötigen Maßnahmen ergreifen und den zuständigen Organen strenge Weisungen erteilen. Aus der jüdischen Welt Tagung des Hechaluz Die 5. Landeskonferenz des deutschen Hechaluz hat vom 12.—14. März in Berlin stattgefunden. Sie wurde nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Ascher, der auf die besonders schwere Situation der gegenwärtigen Arbeit hinwies, mit einem Generalbericht des Merkas, erstattet von Chaver Böhm, eingeleitet. Der Bericht umfaßte alle Teile der geleisteten Arbeit, sowohl die berufliche wie die geistige Ausbildung, die Palästinaeinwanderung, organisatorische Fragen, die politischen Beziehungen zu andern Organisationen sowie die Lage der Finanzen. An das Referat schloß sich eine lange Generaldebatte an, in der die Arbeit des vergangenen Jahres lebhaft kritisiert und angegriffen wurde. Der folgende Tag brachte zwei prinzipielle Referate mit dem Thema: „Die Problematik des deutschen Hechaluz“, gehalten von Dr. Lubinski und Perlmutter. Es wurden insbesondere die inneren Fragen der Organisation und des Nachwuchses behandelt. An die Referate schlossen sich ausführliche Aussprachen an. Der Abend brachte 2 längere Ansprachen von Gästen, nämlich eine Gedenkrede anläßlich des 11. Adar, des Tages von Tel Chaj, gehalten von Herrn Berle Locker, sowie ferner eine Rede von Dr. Chajim Arlosoroff, die die Lage des« deutschen Hechaluz in ihrem Verhältnis zur Arbeiterschaft behandelte. Am nächsten Tage wurde das Referat von Herrn Dobkin vom Merkas Haraschi des Welt-Hechaluz gehalten, das die Lage der gesamten Chaluzbewegung außerhalb Deutschlands zum Inhalt hatte. Sodann erfolgte ein Referat von Dr. Epstein über „Landwirtschaftliche Ausbildung“ deutscher Chaluzim, au das sich eine bewegte Diskussion anschloß. Es folgten die Abstimmungen über die Resolutionen sowie die Wahl des neuen Merkas. Ende des Prozesses Max Warburg gegen Theodor Fritzsch 11 s e n b u r g , 24. März. (JTA.) Nach siebenstündiger Verhandlung hat das Hanseatische Oberlandesgericht die von dem Angeklagten Theodor Fritzsch gegen das Urteil des Landgerichtes vom 22. Oktober eingelegte Revision verworfen und damit dieses Urteil, das bekanntlich für Fritzsch wegen Beleidigung Max Warburgs eine Gefängnisstrafe von vier Monaten und eine Geldstrafe von 1000 Mark verhängt hatte, bestätigt. Damit hat auch das Urteil Rechtskraft erlangt. 500 Zertifikate für Arbeiterimmigranten Jerusalem, 25. März (JTA.) Die Palästinaregierung hat 500 Einreisezertifikate für Arbeiter- Einwanderer für die Zeit April—September 1927 bewilligt. Die Zertifikate gelten für 250 Männer und 250 Frauen. Die neue Palästina-Währung — Demnächst Ausgabe der Noten und Münzen Jerusalem, 25. März. (JTA.) Eine dieser Jage herausgegebene offizielle Mitteilung besagt, daß die Münzen und Noten der neuen Palästina- Währung im Verlauf des zweiten Halbjahrs 1927 zur Ausgabe gelangen werden. Die Münzen werden aus Silber, Nickel und Bronze hergestellt. Goldmünzen werden vorderhand nicht geprägt. Die Prägung der Münze wird einen Olivenschößling oder eine Guirlande zeigen, je nachdem die Münze ungelocht oder gelocht ist. Die Inschriften werden in englisch, arabisch und hebiäisch gehalten sein. Die Noten werden neben den bildlichen und dekorativen Zeichnungen die Worte tragen: „Palestine Currency Board“, „Palestine Eounds“ und „Currency notes are legal tender for the payment of any amount“; ferner die entsprechenden Worte in arabisch und hebräisch. Auf der Rückseite wird der Wert der Noten in Zahlen wie in Worten in den drei Sprachen des Landes angegeben sein. Eine Zeitlang _ wird die ägyptische Währung noch als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Die Ausschaltung dieser Währung wird dann durch eine Proklamation verkündet werden. Die jüdischen Kandidaten für den Jerusalemer Stadtrat Jerusalem, 23. März. (JJ'A.) Im Gegensatz zu der Judenschaft Jerusalems, die sich aus Anlaß