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Das jüdische Echo · 1927-04-01 · 13 (1.4.1927) · p. Seite 196

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
13 (1.4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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1% Das Jüdische Echo Nr. 13 befriedigen muß. Wir wollen einmal prüfen, in welchem Maße auch in diesem Gesamtbudget für die Bedürfnisse der Gesetzestreuen gesorgt wird. Den Löwenanteil am Budget der Zionistischen Organisation verschlingen die Arbeitsgebiete Kolonisation, Erziehung und Sanitätswesen.. Wir beginnen mit dem Sanitätswesen. Ungefähr L. 100 000 bringt die Zionistische Organisation und die Organisation Hadassah, die ein Teil von ihr ist, für das Sanitätswesen auf. Der größte Teil dieser Summe wird für die Erhaltung von Krankenhäusern in den Städten Jerusalem, Tel-Awiw, Haifa, Safed und Tiberias ausgegeben. In Jerusalem bestehen drei Krankenhäuser, die vom alten Jichuv erhalten werden. Trotzdem sind die Kranken, die die Krankenhäuser der Hadassah und ihre Kliniken in Jerusalem auf suchen, in der Mehrzahl strenggläubige Juden. Der Grund hierfür ist nicht etwa, daß man diese Juden gegenüber anderen bevorzugt — Ärzte machen keinen Unterschied zwischen Juden dieser oder jener Richtung —, sondern der Grund ist einfach, daß die Mehrzahl der Juden in der Stadt gesetzestreue Juden sind. In den übrigen Städten, in denen es nur Krankenhäuser gibt, die aus Mitteln der Zionistischen Organisation erhalten werden, nehmen die gesetzestreuen Juden diese sicherlich ebenfalls in einem hohen Maße in Anspruch. Das zweite Gebiet, für das große Ausgaben gemacht werden, ist das Erziehungswesen im Lande. Ungefähr L. 30 000 von der Gesamtsumme, die für das Erziehungswesen bestimmt ist, werden für die Erhaltung von Volks- und Mittelschulen, die unter Aufsicht des Misrachi stehen, ausgegeben. Daneben sind weitere L. 4000 für die besonderen Erziehungsinstitute und Lehrer des Misrachi bestimmt, der in einem besonders hohen Maße Anstalten für seine speziellen Unterrichtsaufgaben unterhält. Auch unter den übrigen Schulen, die nicht direkt unter der Aufsicht des Misrachi stehen, gibt es solche, die seinem Geist und seinem Einfluß nahestehen. Allgemein also kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß mit Hilfe des Budgets der Zionistischen Organisation das gesetzestreue Schulwesen sich von Jahr zu Jahr besser entwickelt, sowohl in bezug auf die Zahl der Schulen, als auch bezüglich der Zahl der Lehrer und Schüler. Das dritte Arbeitsgebiet der Zionistischen Organisation, für das große Summen ausgegeben werden, ist das Gebiet der Kolonisation. Bis zu den letzten Jahren war die Zahl der gesetzestreuen und orthodoxen Juden, die diesen Teil des Budgets in Anspruch nahmen, gering, weil nur wenige Juden dieser Richtung sich mit landwirtschaftlicher Kolonisation befaßten. Sie hielten sich in ihrer körperlichen Vorbereitung für diese Tätigkeit nicht geeignet und drängten sich nicht Private kaufmännische Kurse Telephon 55781 D * * | Gegründet 187» Rudolf DlirCK München Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck Jeden Monat beginnen neue Kurse. Erste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Neuhauserstraße9 (Pauson-Haus) nach ihr. ln den letzten Jahren aber trat ein bedeutsamer Gesinnungswandel bezüglich dieser Tätigkeit auch bei den gesetzestreuen Juden ein, und gar manche von ihnen forderten, auch in der landwirtschaftlichen Kolonisation beschäftigt zu werden. In der kurzen Zeit, die verstrichen ist, seitdem dieser Anschauungswandel eingetreten ist, wurden durch die Zionistische Organisation folgende landwirtschaftliche Siedlungen mit ausschließlich gesetzestreuer Bevölkerung gegründet und erhalten: 1. Kfar Chittin, eine Siedlung des Misrachi; 2. Nachlath Jacob, die Siedlung der Chassidim von Jablona; 3. Awodath Jisrael, die Siedlung der Chassidim von Kozinitz; 4. Kfar Gideon, eine Siedlung gesetzestreuer Juden aus Transsylvanien; 5. Magdiel, eine Siedlung gesetzestreuer Juden aus Polen und Litauen; 6. Bne Brak, eine Siedlung gesetzestreuer. Juden aus Polen; 7. Kfar Uria, eine Siedlung des Misrachi. Daneben bestehen Siedlungen jemenitischer Juden und eine Siedlung von Bauernsöhnen, in die die Zionistische Organisation bereits £ 50 000 investiert hat und weitere £ 60 000 in den nächsten zwei Jahren investieren wird. Zum Programm der landwirtschaftlichen Kolonisation in diesem Jahre gehört ferner erstens eine Siedlung orientalischer Juden, zweitens eine Siedlung von Einwanderern aus Rumänien, und endlich eine Siedlung einzelner Angehöriger des Mittelstandes, für die der Keren Hajessod insgesamt ungefähr £ 80 000 verwenden wird. So sieht der Anteil der gesetzestreuen Juden am Budget der Zionistischen Organisation aus, obwohl sie erst in den letzten Jahren zur Beschäftigung mit der Landwirtschaft gelangt sind. Es gibt dann im Budget der Zionistischen Organisation noch einen Posten für Einwanderung. Ich weiß zwar nicht, wie groß die Zahl der gesetzestreuen Juden unter den Einwanderern ist, es ist aber sicher, daß jeder Einwanderer, der durch die Palästina-Ämter der Zionistischen Organisation geht, diese den gleichen Betrag kostet, ganz gleich, ob er gesetzestreu ist oder nicht. Wir erwähnen endlich noch zwei Arbeitsgebiete, für die die Zionistische Organisation in ihrem Budget erhebliche Beträge ausgeworfen hat: das Departement für Handel und Industrie bei der Zionistischen Exekutive ist an der Gründung der Bank zur Förderung von Handel und Industrie mit £ 40 000 beteiligt. Die Gelder dieser Bank aber sind zur Förderung von Tätigkeiten bestimmt, an denen die gesetzestreuen Kreise sehr stark beteiligt sind. Von dem Budget des Departements für Arbeitsbeschaffung bei der Zionistischen Exekutive endlich hat der Misrachi allein für die Gesellschaft „Olim Bonim“ und den Bau der I achkemonischuile £ 12 000 erhalten. Daneben sind selbstverständlich auch zahlreiche gesetzestreue Juden unter den Angehörigen der allgemeinen Arbeiterorganisation vorhanden und nehmen in gleichem Maße wie alle übrigen Arbeiter das Arbeitsbudget der Zionistischen Organisation in Anspruch. Es wäre sehr interessant zu erfahren, ob die Agudas Jisroel, die sich als die Schützerin der Religion aufspielt, ähnliche Beträge für’ die Erhaltung der Religion ausgibt, wie sie die Zionistische Organisation, die angeblich die Religion negiert, für diees Zwecke verwendet.

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