Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1927-02-18 · 7 (18.2.1927) · p. Seite 102

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
7 (18.2.1927)
Date
1927-02-18
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103079-9156795--07669-9080405
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

102 Das Jüdische Echo Nr. 7 sein; jeder Mensch merke irgendeinmal in seinem Leben, daß etwas in ihm vorhanden sei, was vorher noch nicht da war. daß nie gespürte Kräfte und Fähigkeiten in ihm erwachen, deren Ursprung zwar rational nicht zu erklären, die deshalb nicht minder wirklich sind. Das Erschaffensein, von dem jeder Mensch wisse oder das er wenigstens ahne, sei es was auch die Schöpfung in ihrer vollen Wirklichkeit enthüllen, vergegenständlichen könne. Noch zarter,/noch fragmentarischer sei dem heutigen Menschen der Zugang zum Verständnis, zur Erfassung und Offenbarung. Und doch gebe es eine Möglichkeit des Begreifens von der innersten Aktualität des personhaften Lebens aus: wie die Tatsache der plötzlichen „Eingebung“ des Dichters oder Künstlers nicht etwa durch den wissenschaftlichen Erklärungsversuch des Aufsteigens aus dem Unterbewußten etwas von ihrer logischen Unbegreiflichkeit, noch weniger aber von ihrer Wirklichkeit einbüße, so sei auch die Offenbarung erfaßbar und wirklich trotz ihrer scheinbaren logischen Absurdität. Es kann hier nicht mehr die Rede sein von den vielfachen Anregungen, die Ruber in diesen drei inhaltsreichen Abenden zu geben wußte, nicht die Rede sein von der Erklärung des Nebeneinander der beiden doch zu einer inneren Einheit verbundenen Schöpfungsberichte, nicht von der Wiederholung dieses Schöpfungsberichtes bei der Errichtung des Zeltes der „Vergegenwärtigung“, nicht von Bubers Auffassung der Geschichte der Offenbarungen, des Gottesnamens und der Erwählung des Volkes; alles dies vermochte doch nur Buber selbst mit der wünschenswerten Klarheit zu sagen. Man muß Buber dankbar sein für diese Tat; dankbar sein auch der Israelitischen Kultusgemeinde München, der Veranstalterin des Vortragszyklus, die vielen Menschen so ein tiefes und nachhaltiges Erlebnis vermittelte. J. E. Aus der jüdischen Welt Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen jüdischen Landesverbände Stuttgart, 7. Februar. (JTA.) Die Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschaften und Landesverbände in den Ländern Bayern, Baden, Württemberg und Hessen sind am 6, Februar 1927 in Stuttgart zusammengetreten und haben vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Organe die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft beschlossen. Die Vertreter der Landesverbände sind nach wiederholter eingehender Prüfung zu der einstimmigen Auffassung gelangt, däß die Bildung eines Reichsverbandes erstrebenswert ist, aber nur auf dem Wege über die Landesverbände geschaffen werden kann. Ein Kompromißvorschlag des Liberalen Vereins zur Vermeidung von Neuwahlen: Aufrechterhaltung des bisherigen Zahlenverhältnisses im Gemeindevorstand Berlin, 11, Februar. (JTA.) Der liberale Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und die liberalen Repräsentanten haben einstimmig folgende Entschließung gefaßt: Bei der am 16. Mai 1926 vollzogenen Wahl zur Berliner Repräsentanten-Versammlung sind so große Unregelmäßigkeiten vorgekommen, daß das Ergebnis nicht als der Willensausdruck der Wahlberechtigten anerkannt werden konnte. Schon um der Ordnungsmäßigkeit künftiger Wahlhandhabung und der Wahrhaftigkeit des jüdischen Lebens willen ist die Wahl von liberaler Seite angefochten worden, weil Stillschweigen die Billigung jener Unregelmäßigkeiten bedeutet hätte. Der jetzt ergangene Bescheid des Berliner Polizeipräsidenten beweist, wie berechtigt die Anfechtung der Wahl gewesen ist. Der Polizeipräsident erklärt, daß verschiedene Verstöße gegen die Wahlvorschriften des Statuts vorgekommen sind, und diese Verstöße werden von ihm als erheblich bezeichnet. Insbesondere wird dem Wahlkommissar eine starke Verletzung der Statuts nachgewiesen. 2um Schluß einer scharfen Kritik betont der Polizeipräsident, daß eine mit so zahlreichen Unregelmäßigkeiten behaftete Wahl nicht der Würde einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft entspricht. Schließlich ordnet die Aufsichtsbehörde eine vollständig neue Ermittlung des Wahlergebnisses durch die vereinigten Wahlausschüsse an, wobei die zahlreichen Unregelmäßigkeiten ausgeglichen werden sollen; alsdann ist von dem Gemeindevorstande eingehend über das Ergebnis zu berichten. Diese vom Polizeipräsidenten verlangte Neuermittlung des Wahlergebnisses bedeutet für unsere Gemeinde eine mit Kosten und außerordentlichem Zeitaufwand verknüpfte Arbeit, wobei mehr als (zweifelhaft ist, ob sie heute nach Ablauf von 'drdiviertel Jahren überhaupt ordnungsgemäß durchgeführt werden kann. Zum mindesten würde sie die Eröffnung einer neuen Repräsentantenversammlung und eine geordnete Gemeindeverwaltung auf unbestimmte Dauer unmöglich machen. Die Verantwortung für diese Zustände trifft diejenigen Personen, welche die vielfachen Unregelmäßigkeiten verschuldet haben, vor allem den der Jüdischen Volkspartei angehörenden Wahlkommissar sowie diejenigen Parteien, welche um jeden Preis zu eigenem Vorteil das Staatlich genehmigte wiriscMfiliche Frauenschule auf dem Lande Wolfratshausen i. Isartal / 580 mü.d.M (Gründung des Jüd. Frauenbundes, Ortsgruppe München) bildet junge Mädchen aus zu tüchtigen Hausfrauen und schafft die Grundlagen zum Wirtschaftsberuf, ’;' zum Sozialberuf und zum Lehrberuf. Die Schule wird streng rituell geführt Prospekte und Anmeldungen erfolgen durch die Leitung der Schule : Hannah Bodenheimer, Wolfratshausen Recha Stark, München, Bavariaring 21/11 Pensionspreis 100 M., Schulgeld 30 M. pro Monat

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.