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Das jüdische Echo · 1927-02-18 · 7 (18.2.1927) · p. Seite 100

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
7 (18.2.1927)
Date
1927-02-18
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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100 Das .Jüdische Echo Nr. 7 Jahrzehnte bestehen. Um so mehr ist es Pf licht der Lehrer, diesen objektiven Mangel durch Lebendigkeit des Unterrichts und Anleitung zu scharfer Beobachtung' wettzumachen. Um so höher aber ist auch die Verpflichtung der Eltern, durch Vergrößerung der Schülerzahl der Anstalt diejenige innere und äußere Entwicklung zu ermöglichen, die sie nur durch normal gefüllte Klassen erreichen kann. Hier trifft sich das persönliche Interesse jedes einzelnen mit dem allgemeinen Bedürfnis der Gemeinschaft. Darum sei es noch kurz vor der Entscheidung denjenigen, die es angeht, ans Herz gelegt: Schickt eure Kinder in die jüdische Schule! Führt die Kleinsten, die zu Pessach schulpflichtig! werden, der jüdischen Schule zu und revidiert auch bei den andern, die ihr in Vorjahren anderswo eingeschrieben habt, eure früheren Entschlüsse! Ihr werdet es nicht bereuen! Dr. Max Mayer. Israelitische Volksschule München Die Israelitische Volksschule München tritt mit dem 1. Mai d. J. in das vierte Jahr ihres Bestehens. Die Entwicklung, welche die Schule in dieser kurzen Zeit genommen hat, ist sehr erfreulich.. Hat doch erst vor wenigen Tagen einer der Herren, welche vor Gründung der Schule ein amtliches Gutachten abzugeben hatten, von den Besorgnissen erzählt, welche er damals bezüglich des Besuches und der Aufrechterhaltung des Schulbetriebes hegte. Und nun hatten wir im laufenden Schuljahr 65 Kinder aus allen Kreisen der Gemeinde, aus orthodoxen, liberalen und zionistischen Familien, und müssen auf Grund der bereits zahlreich eingelaufenen Voranmeldungen für die 1. Klasse an eine Teilung der bisher vereinigten beiden unteren Klassen denken. Wenn auch die Stadtschulbehörde die Notwendigkeit einer solchen Teilung bei einem Neuzugang von mindestens 25 Kindern und demzufolge einem Besuche der Unterklassen von zusammen 55 Kindern angesichts unserer hellen, gesunden Schulräume noch nicht für gegeben erachtet, so scheint uns doch zur dauernden Aufrechterhaltung der schönen Erfolge, welche wir dank der von den Eltern und der Vorgesetzten Schulbehörde anerkannten Tüchtigkeit unserer Lehrer erreicht haben, die Bildung kleiner Klassen wünschenswert. 14 Kinder scheiden jetzt aus der 4. Klasse aus. Hoffentlich gelingt bald der Aufbau der Schule, damit uns auch die größeren Kinder erhalten bleiben. Die Einschreibung für das Schuljahr 1927/28 findet wie in allen anderen Münchener Volksschulen Mittwoch, den 23. Februar 1927, 8—12 Uhr vormittags statt. Neueintretende Kinder finden sich zu dieser Zeit im Schullokale, Herzog- Rudölf-Straße 5/1, ein, Kinder, welche aus anderen Schulen in die Israelitische Volksschule übertreten wollen, melden sich bei ihrem seitherigen Lehrer ab, worauf die Umschulung von Amts wegen erfolgt. F. F. deutsche Neu Wäscher ei O.m.h.H. FELIX BRAXDXfiB * MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäschenur Kraren, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage Zwei Stimmen zum Pro-Palästina-Komitee Die Resolution einer am 8. Februar 1927 in Berlin abgehaltenen, von liberalen und nationaldeutschen Juden einberufenen,, im übrigen rec.ht kläglich verlaufenen Versammlung, in der mehrere Herren über: „Das deutsche Volk und die Gefahren der Palästinawerbung“ sprachen, lautet: „Die heute im Logenhaus versammelten, von deutsch fühlenden Juden verschiedener politischen und religiösen Richtungen zusammenberufenen Deutschen erheben schärfsten Einspruch gegen die hemmungslose Agitation des Zionismus, die geeignet ist, weite Kreise der deutschen Juden, insbesondere leicht beeinflußbare Jugend, dem deutschen Vaterlande zu entfremden und schwere Zerwürfnisse in viele Familien zu tragen. Die Werbung für den Aufbau des englischen Mandatlandes Palästina, das niemals auch nur eine erträgliche Heimstätte deutschgeborener Juden, viel weniger ein selbständiger Judenstaat werden kann, muß nach Überzeugung der Versammlung die Wirkung haben, im deutschen Vaterlande ein bewußt undeutsches Empfinden zu züchten, das die Einheit des deutschen Volkes und die Gleichberechtigung aller deutschen' Volksgenossen aufs schwerste gefährdet. Diese Gefährdung ist keine „innerjüdische“, sie ist eine deutsche Angelegenheit. Die Versammlung bedauert, daß Männer und Frauen, deren deutsches Nationalgefühl über jeden Zweifel erhaben ist, sich in völliger Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse haben bewegen lassen, dem Pro-Palästina-Komitee beizutreten. Sie werden jetzt von den Zionisten als Freunde des Zionismus bezeichnet und als Aushängeschild benutzt, Die Gründung des Pro-Palästina-Komitees ist von zionistischer Seite deshalb betrieben worden, um jüdisch-nationale Bestrebungen zu fördern, die außerhalb der jüdischvölkischen und der antisemitisch-deutsch-völkischen Kreise von jedem guten Deutschen, gleichviel welcher Parteirichtung, mit Entschiedenheit abgelehnt werden müssen.“ * Zum Vergleich mit diesem beschämenden, denunziatorischen Dokument folge der Brief, den der preußische Kultusminister Becker schon vor einem Monat an die Vereinigung für das liberale Judentum als Antwort auf die gegen das Pro-Palästina-Komitee gerichteten Angriffe geschrieben hat: Berlin, den 5. Januar 1927 An die Vereinigung für das Liberale Judentum E. V., Berlin SW 48 Wilhelmstraße 147 Sehr geehrte Herren! Daß Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Gruppen des deutschen Judentums bestehen, ist mir schon aus ständiger dienstlicher Beschäftigung mit jüdischen Fragen zur Genüge bekannt. Da ich diese Meinungsverschiedenheiten insbesondere zwischen dem Centralverein und den Zionisten als eine intern-jüdische Angelegenheit betrachte, habe ich mich in meiner Ansprache bei der Gründung des Pro-Palästina-Komitees wohl davor gehütet, zu dieser innerjüdischen Streitfrage Stellung zu nehmen. Vielmehr habe ich ganz stark unterstrichen, daß ich die Tenden-

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