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Das jüdische Echo · 1927-02-11 · 6 (11.2.1927) · p. Seite 87

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
6 (11.2.1927)
Date
1927-02-11
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 87 Die Ratstagung des Preußischen Landesverbandes Berlin, 6. Februar. (JTA.) Von der Presseabteilung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden wird über die letzte Ratstagung der folgende Bericht ausgegeben: In voriger Woche fanden unter dem Vorsitz des Präsidenten des Rates, Herrn Kammergerichtsrat Wolff, die Sitzungen des Engeren und des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes statt. Sämtliche Angelegenheiten, die auf der Tagesordnung standen, wurden durchberaten. Es wurde festgesetzt, den nächsten Verbandstag zum 27. März d. J. einzuberufen. Die wichtigste Aufgabe dieser Tagung dürfte die Besprechung des neuen Entwurfs für ein preußisches Judengesetz sein; Herr Justizrat Makower erstattete über den bisherigen Stand der Kommissionsarbeiten Bericht. In bezug auf die Reichsorganisation der deutschen Juden wurde von endgültigen Beschlüssen abgesehen, jedoch in Aussicht genommen, den Versuch zu machen, gemeinsam mit dem Deutsch- Israelitischen Gemeindebund einen Weg zu suchen, um die Gründung des Reichsverbandes unter Heranziehung aller Landesverbände in die Wege zu leiten. Herr Direktor Kareski berichtete über den Etat für 1927/28; dieser wurde einer Unterkommission zur weiteren Beratung überwiesen, der etwaige Anregungen und Anträge unmittelbar zugeleitet werden sollen. Es wurde davon abgesehen, die von der Jüdischen Gemeinde Berlin der Gesolei- Ausstellung in Düsseldorf gewährte Beihilfe von M. 5000.— auf den Landesverband zu übernehmen, dagegen wurde dem Anträge Dr. Seligmann, M. 1500.— für die Herstellung des liberalen Einheitsgebetbuches zu bewilligen, stattgegeben. Den vom Verbandstag beschlossenen Streichungen hinsichtlich der Etatsbeschlüsse 1926/27 wurde zugestimmt; bezüglich der Neu- bzw. Mehreinstellungen in den Etat soll zunächst die Subveutions- Kommission gehört werden. Die Subventions-Kommission des Landesverbandes. die schon viel Arbeit geleistet hat und die um ein Mitglied vermehrt werden soll, wurde beauftragt, fortan die Verteilung von Pensionen und Beihilfen für Lehrer und Kultusbeamte nach einer einheitlichen systematischen Regelung vorzunehmen; sie wird demnächst die Grundsätze ausarbeiten und dem Rate vorlegen. Auch dem Rechtsausschuß wurden neue Aufgaben überwiesen; er wird sich in seinen nächsten Sitzungen neben dem Entwurf einer neuen Wahlordnung für den Verbandstag mit einer Gesamtrevision der Verfassung des Landesverbandes zu beschäftigen haben. Mit bezug auf den Antrag des letzten Verbandstages, den jüdischen Altertümern in Deutschland gebührenden Schutz angedeihen zu lassen, wurde beschlossen, eine mit einem Betrage von M. 3000.— dotierte Kommission aus Vertretern der Provinz und drei in Berlin ansässigen Herren zu bilden, die u. a. prüfen werden» inwieweit eine Ergänzung der gesetzlichen Bestimmung im Hinblick auf jüdische Interessen geboten erscheint. Uber die Bildung von Lehrer- und Rabbinerbezirken fanden eingehende Beratungen statt; sie endeten in den Beschlüssen, sowohl Kurse für die Ausbildung von Hilfskantoren zu veranstalten und im Etat die nötigen Mittel bereitzuseilen, als auch einen Aufruf an die Gemeinden und die Religiouslehrer zu erlassen, die dafür wirken sollen, daß sich für die Kantorenfunktionen ehrenamtlich geeignete Privatpersonen zur Verfügung stellen. Eine Schule für Schächter - - vorläufig in Berlin — wird der Landesverband errichten. Auch die wichtige Angelgenheit der Taufen, Austritte und Mischehen kam zur Sprache; man wird eine Konferenz aller jüdischen Organisationen einberufen, die hierzu Stellung nehmen wird. Vorher gesammeltes statistisches Material wird ihre Arbeiten unterstüzen. Es ist zu hoffen, daß die gesamte Tätigkeit des Landesverbandes noch wirksamer sein wird, wenn er als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts durch Verwaltungsakt anerkannt ist, was beim Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung beantragt werden wird. Das deutsche Pro-Palästina-Komitee und seine jüdischen Gegner Das Präsidium des Deutschen Komitees Pro Palästina hat am 7. Februar, mittags 1 Uhr, im Hotel Kaiserhof, seine konstituierende Sitzung abgehalten. Zum Vorsitzenden wurde Graf Bernstorff gewählt. Dem Präsidium gehören ferner an: Rabbiner Dr. Leo Baeck, Professor D. Dr. I. V. Bredt, M.d.R., Dr. R. Breitscheid, M.d.R., Kurt Blumenfeld, Professor D. Dr. H. Greßmann, Professor Dr.. O. Hoetzsch, M.d.R., Domkapitular Prälat Professor Dr. Kaas, M.d.R., Dr. von Kardorff, M.d.R., Freiherr von Richthofen, Ministerialdirigent im Auswärtigen Amt, Leg.-Rat Professor Dr. M. Sobernheim, Kom..-Rat Konsul Dr. W. Sobernheim, Frau Katharina v. Oheimb, Karl Glaser. Das Präsidium beschäftigte sich u. a. mit den Angriffen, die von einer jüdischen Gruppe gegen BUICK die Weltmarke in 127 Ländern«vertreten Der moderne, populärste 6-Zylinder Neues Modell 1927 bereits lieferbar Vertretung: BAYERN-AUTO G.m.b.H.,Paul-Heyse-Str. 9,Tel 58422 / Garag.u.Werkst.; LandsbergerStr. 82a/Tel.6Q256

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