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Das jüdische Echo · 1927-02-11 · 6 (11.2.1927) · p. Seite 86

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
6 (11.2.1927)
Date
1927-02-11
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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86 Das Jüdische Echo Nr. 6 Zum Jewish-Ägency-Äbkommen Der mit großer Spannung erwartete genaue Wortlaut des Abkommens, das zwischen der Zionistischen Organisation und der von Louis Marshall geführten Gruppe amerikanischer Juden am 17. Januar in Neuyork abgeschlossen wurde, liegt nunmehr vor. Was man bisher schon vermuten durfte, bestätigt sich: es ist Prof. Weizmann gelungen, einen schönen Erfolg zu erringen, die Palästinasache einen großen Schritt vorwärts zu bringen. Die bisher auf verschiedenen Konferenzen (17. Febr. 1924, 1. Mai 1925) mit dieser Gruppe getroffenen Vereinbarungen hatten sich im wesentlichen darauf beschränkt, die mit der Bildung der Jewish Agency zusammenhängenden Fragen der Zusammensetzung der Agency, ihrer Institutionen, der Rechte ihrer Mitglieder zu regeln. Das neue Abkommen übernimmt alle diesbezüglichen Ergebnisse, es bemüht sich aber auch die von der Jewish Agency zu lösenden Aufgaben wenigstens zu skizzieren. In der Einsicht, daß eine erschöpfende programmatische Festlegung dieser Aufgaben ohne gründliche Kenntnis und Berücksichtigung aller in Frage kommenden palästinischen Verhältnisse und Faktoren nicht möglich ist, sieht das Abkommen die sofortige Einsetzung einer unparteiischen Studienkommission vor, die die Lage in Palästina zu untersuchen und einen Plan für den weiteren Aufbau vorzulegen hat. Sobald der Bericht dieser Kommission vorliegt, was wahrscheinlich gegen Ende August der Fall sein wird, soll auch die formale Bildung der erweiterten Jewish Agency vorgenommen werden. Nach der mündlichen Erläuterung Weizmanns ist der Sinn der Einsetzung dieser Kommission nicht der zu untersuchen, ob Palästina aufgebaut werden soll; diese Frage ist längst bejaht; es handelt sich dabei nur um das Wie und das Tempo der weiteren Arbeit. Der Abschluß dieses Abkommens, besonders aber die Umstände, die sein Zustandekommen ermöglichten, die in seinem Briefwechsel mit Louis 12/60 PS Cylinder Modernster deutscher Touren wagen Laufend lieferbar. Generalvertretung: GEBR. BEISSBARTH Älteste Autofirma Bayerns Marshall von Weizmann für die Zionistische Organisation ausgesprochene Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit auch mit Juden, die nicht den Vorrang Palästinas anerkennen, hat vor allem im Lager der Zionisten-Revisionisten, heftige Gegner gefunden. Man wirft Weizmann vor, daß er um des Geldes einiger reicher amerikanischer Juden willen, das ihm zudem nur in Aussicht gestellt worden sei, der Marshall-Gruppe viel zu weit entgegengekommen sei, daß er den nationalen Charakter des Palästinaaufbaus durch die jetzt den Nichtzionisten gegebene Möglichkeit der Einflußnahme gefährdet habe. Gewiß wäre es besser, wenn die Zionisten allein imstande wären, den Palästinaaufbau in der notwendigen Weise zu beschleunigen. Das ist aber nun einmal nicht der Fall und deshalb ist es nötig, sich die Unterstützung und Mitarbeit der Nichtzionisten — das sind eben Juden, die den Vorrang Palästinas im jüdischen Leben nicht anerkennen —■ zu sichern. Prestigegründe dürfen in dieser Situation keine Rolle spielen, es kommt nur darauf an, daß durch Konzessionen beider verhandelnder Parteien die allen wichtige Sache gefördert werden kann. Und nichts anderes ist geschehen; Weizmann hat niemals den nationalen Charakter des Palästinaaufbaus verleugnet und den Anspruch darauf aufgegeben. Das Abkommen wird sich zeitlich in Palästina nicht unmittelbar auswirken können; es liegt in der Natur der Angelegenheit, daß noch geraume Zeit verstreichen muß, bis sich seine Folgen zeigen werden. Das muß gesagt werden, damit nicht Ungeduld auf seiten der Zionisten Erfolge von vornherein in Frage stellt. Anderseits aber muß man zugestehen, daß eine gewiße Skepsis berechtigt ist: haben sich doch die Verhandlungen über die Erweiterung der Jewish Agency nun schon über drei Jahre hingezogen, ohne daß sie bisher zu positiven Ergebnissen in Palästina geführt hätten. Man darf jedoch nicht vergessen, daß von den Nichtzionisten außerordentlich viel verlangt wird: sie sollen sich zur dauernden Beteiligung an einer Sache verpflichten, an der sie zwar ein bestimmtes allgemeines Interesse nehmen, die sie aber noch nicht als ihre spezielle Aufgabe empfinden.. Weizmanns Ziel mußte und muß es deshalb sein, dieses gegebene allgemeine Interesse so zu intensivieren, daß die Nichtzionisten ihre Reserve aufgeben. Wenn sie erst einmal aktiv mitarbeiten, dann werden sie von der Größe des Werks — darauf darf man fest vertrauen — so ergriffen, werden, daß sich aus der mechanischen und zweckbetonten Vereinigung verschiedener Richtungen eine organische, dem Ziele der nationalen Wiedergeburt entsprechende Kooperation ergeben wird. Weizmann betonte in seiner Aussprache im Mekkatempel, daß in den nächsten 15 Jahren über das Los des jüdischen Palästina entschieden wird; schon die nächsten Monate werden zeigen, ob diese Tatsache in ihrer ganzen Tragweite vom jüdischen Amerika verstanden worden ist. J.E. Jk^txccxxxz ^Preiswerte £$>etegeHfteifsftcmfe xn'^PelgRrägen un6/2Ru('fen, Jackett un6'2RänfeItx iofkür|c&»ter fSegr. 15Z4 .efiöen^ffraße 14/15

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