Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 6 (11.2.1927)
- Date
- 1927-02-11
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo 85 Kr. 6 übernommen haben, über die Stellung gewisser Zionisten zu diesem großen humanitären Werk in Erregung geraten sind. Ich ergreife darum die ■Gelegenheit, um meine Stellung in dieser Sache darzulegen. Im Mai 1925 erhielt ich von David A. Brown, dem späteren Vorsitzenden der United Jewish Campaign, die telegraphische Einladung, mit ihm in Paris zusammenzukommen, um die geplante Campaign in Amerika zu besprechen. Herr Brown hatte eben Palästina und Rußland besucht. Wir haben uns in Paris sehr offenherzig ausgesprochen.. Ich stimmte mit ihm vollkommen darin überein, daß die Not groß ist und die Hilfe bald zu erfolgen habe. Ich habe nur einige Zweifel in Bezug auf die in Rußland geplante Arbeit geäußert. Im Verlauf der ganzen Unterredung stimmten wir durchaus darin überein, daß die Arbeit in Palästina auf einem größeren Maßstab als bisher fortgeführt werden müsse, wobei gleichzeitig die Hilfsaktion im Interesse jener Juden die in ihren Wohnländern verbleiben, voll anzuerkennen sei. Wir waren uns beide klar darüber, daß die Juden Amerikas in der Lage sind, nicht allein die volle Verantwortung betreffs der Hilfe für die notleidenden Brüder in allen Teilen der Welt, sondern auch für den Aufbau Palästinas zu tragen,. Bedauerlicherweise aber traten in Amerika unerwartete Schwierigkeiten in Erscheinung. Die Träger der zionistischen Aktion glaubten, daß das Kolonisationswerk in Rußland dem Palästinawerk Konkurrenz bietet, sie hatten auch das Gefühl, daß eine umfangreiche Hilfskampagne in Amerika die zionistische Energie schwächen und die notwendige Geldaufbringung für Palästina beeinträchtigen würde, wobei sie von dem Bewußtsein durchdrungen waren, daß Palästina jetzt größere Mittel als je benötigt. Auf der andern Seite wandten die Führer der United Jewish Campaign des Joint erklärlicherweise ihre konzentrierte Aufmerksamkeit den Problemen Osteuropas zu, auf die dort herrschende akute Not hinweisend. Die Stellungnahme der zionistischen Führer wurde von ihnen deshalb als eine Störung ihrer Arbeit empfunden. Das Resultat war, daß die beiderseitigen großen Bewegungen Schaden gelitten haben. Wäre die Harmonie nicht gestört worden, dann hätten beide Aktionen weit größere Summen Geldes erhalten, als bis jetzt eingeflossen sind. Das Joint Distribution Committee hat Zeit seines Bestehens aufrichtiges Interesse für Palästina bewiesen. In seiner Geschichte ist kein einziger Fall zu verzeichnen, wo die Notwendigkeiten Pa¬ Deutsche Neuwäscherei O.m.b.H. FELIX BRAXDXKR . MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage lästinas nicht anerkannt worden wären. Ich glaube, mich nicht zu irren, wenn ich sage, daß von den 62 Millionen Dollar, die von der United Jewish Campaign bis jetzt gesammelt wurden, mehr als 7 Millionen Dollar für Palästina verwendet worden sind. Ich weiß es, daß auch von den während der jetzigen Kampagne einfließenden Geldern einige Millionen Dollar in Palästina Verwendung finden sollen. Mag dies Geld nicht direkt dem zionistischen Budget zugeführt werden, so dient es doch dem Aufbau Palästinas.... Gewiß bestehen zwischen uns Meinungsverschiedenheiten. Es sind Menschen vorhanden, die bis jetzt noch keine Neigung zeigten, unsere Möglichkeiten und Hoffnungen betreffs Palästinas in Betracht zu ziehen. Doch achtete ich stets den Standpunkt dieser Leute und hoffte, daß noch eine Zeit kommen wird, da alle Juden dieses großen Landes — Zionisten und Nichtzionisten —> an der Entwicklung Palästinas mitarbeiten werden. Ungeachtet dessen, daß wir Zionisten uns ganz dem Palästina-Aufbau widmen, wünsche ich, daß alle Zionisten es anerkennen sollen, daß jeder Jude seine eigene Meinung darüber haben kann, was dem Judentum not tut. Wir müssen uns bemühen, mit unseren nichtzionistischen Brüdern, die die Priorität Palästinas über das Hilfswerk in anderen Ländern nicht anerkennen, freundschaftlich Zusammenarbeiten, mag es sich um eine zeitweilige oder um eine konstruktive Arbeit handeln. Erlauben Sie mir, daß ich mich mit einer ernsten Bitte an alle die Tausende Männer und Frauen des großen Landes wende, die im Verlauf von mehr als zehn Jahren freiwillig die Verantwortung und die Last für die grauenvolle jüdische Lage in Osteuropa im Kriege und nach dem Kriege getragen haben: Mögen sie alle die Mißstimmungen vergessen und daran denken, daß wir Juden durch ein historisches Band und durch Verantwortung für unsere Zukunft aneinander gebunden sind. Der Friede tut uns dringend not, der Friede zwischen allen Kräften des amerikanischen Judentums, damit wir jene Einigkeit erreichen, die allein in dem höchsten Interesse des gesamten jüdischen Volkes hier wie überall gelegen ist. KIELLEUTHNER ANZÜGE DIE FÜHRENDE QUALITÄTSMARKE HAUPT PREISLAGE M. 200—240 KEIN ANZUG ÜBER M. 280.—