Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 5 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage 77 Max Liebermann, Gedanken und Bilder, ausgewählt und eingeleitet von Alfred Kuhn, Delphin- V er lag, München,. M. 1.— In der Reihe der Kleinen Delphin-Kunstbücher, die mit Erfolg anstreben, in monographischer Abrundung die bedeutendsten Maler aller Zeiten und Völker einem großen Publikum nahezubringen, ist nun auch Max Liebermann, dem größten deutschen Impres^ sionisten, ein Bändchen (das 27. der Folge) gewidmet worden. Alfred Kuhn hat die biographische Einleitung verfaßt und ihr in gedrängter Kürze eine kunsthistorische Würdigung Liebermanns eingefügt. Frei von jeder gewaltsamen Schematisierung wird dabei der heute schon klassische Meister des Impressionismus nach seiner künstlerischen Herkunft und Eigenentwicklung aus der Kunstgeschichte seiner Zeit Umrissen. Eine Auswahl von 33 Abbildungen nach Gemälden und graphischen Blättern Liebermanns schmückt das Bändchen und unterstützt anschaulich die kunsthistorischen Feststellungen des Biographen. — Aus den Schriften Liebermanns hat Kuhn eine Auswahl getroffen, die neben den Künstler den scharfen, geistvollen Denker stellt. Die Frage nach dem Jüdischen in Liebermanns Künstlertum wird bei der Lektüredes Bändchens zuletzt gestellt werden. Kuhn sieht in Liebermann den Vollender der deutschen impressionistischen Malerei und fragt nicht nach einer jüdischen Wurzel seines Stils. Sie zu erkennen wird nie ohne erzwungene Konstruktion möglich sein. Aus Liebermanns literarischen Äußerungen aber, selbst in der vorliegenden kleinen Auswahl, die in gewisser Einseitigkeit hauptsächlich maltheoretische und ästhetische Bekenntnisse zusammengestellt hat, enthüllt sich seine jüdische Geistigkeit. — Man vermißt einige Proben des köstlichen „Liebermannschen Humors“, dessen geistvolle, oft ironische Schlagfertigkeit bei ihm, mehr als alles, jüdisches Erbe ist. Dr. H. G. Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses. Im Verlag Englert & Schlosser in Frankfurt a.. M. Wohlfeile Volksausgabe. Unter Zugrundelegung wertvollen, von ihm erst aus neuen Quellen erschlossenen archivalischen Materials und mit großem Verständnis für wirtschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen hat Christian Wilhelm Berghseffer ein anschauliches Bild von der Persönlichkeit und dem Wirken Meyer Amschel Rothschilds, von der Entstehung seines sagenhaften Reichtums, von seinen vielfältigen Geschäften überhaupt gegeben, Dabei hat er die Unhaltbarkeit der weit verbreiteten sogenannten Rothschild-Legende — daß nämlich der großartige Aufschwung des Rothschildschen Bankhauses auf die Rettung des Vermögens des Kurfürsten von Hessen zurückzuführen sei — überzeugend nachgewiesen. Auch vom jüdischen Standpunkt aus ist das Buch recht interessant; es bringt eine Genealogie der Rothschildschen Familie, ferner den Gesellschaftsvertrag Rothschilds mit seinen Söhnen und sein Testament und beleuchtet, da man diese Dokumente für typische ansehen darf, wenigstens indirekt die Lage der Frankfurter Juden im allgemeinen. Eine Abbildung des Frankfurter Stammhauses ist dem gut ausgestatteten Buche beigefügt. Besser wäre es wohl gewesen, ein Bild Meyer Amschel Rothschilds selbst wiederzugeben, J.E. Im Dezemberheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums nimmt Professor Scheftelowitz das Schlußwort zu der Frage, ob das Judentum Dogmen besitzt. Er beantwortet sie dahin, daß die Grundlehren des Judentums als Dogmen, aber nicht im christlichen Sinne des Wortes, zu bezeichnen sind. Gleichzeitig eröffnet Rabbiner Dr. Goldmann eine Aussprache über die Frage nach dem Sinn dieser dogmatischen Grundlehren und ihrem Verhältnis zueinander. Das eigentliche jüdische Dogma ist nach ihm die Lehre von der „Göttlichkeit der Thora“ in dem genauer von ihm erläuterten Sinne, als Wurzel eines Systems, das einheitlich alle Lebensbeziehungen erklärt und regelt und das Wesen, des Gottes Israels, das Wesen des jüdischen Menschen, das Wesen jüdischer Gemeinschaft, die Form jüdischen Lebens sowie die Stellung des Judentums und seiner Träger in der Menschheit bestimmt. Ferner schildert S, Baron auf Grund unveröffentlichter Urkunden die Be-s Strebungen, bei den Verhandlungen des Wiener Kongresses die Gleichstellung der Juden durchzusetzen. Wie jedes Heft der Monatsschrift, so enthält auch dieses eine Übersicht über neue Forschungen auf einem wichtigen Gebiete jüdischer Wissenschaft; diesmal gibt Professor Bernhard Heller einen Bericht über bedeutende Erscheinungen auf dem Gebiet der Midraschforschung, Man abonniert die Monatsschrift durch Einsendung des Mitgliedsbeitrages von, M. 10.— an die Gesellschaft zur Förderung des Judentums in Berlin-Schöneberg I, Postscheckkonto Berlin 7030 (Paul Veit Simon). SCHAFFT BROT! LIMDERT MOT! MUnch-Hcleudilunos-Ccschdll Hans Scheikenbach Theatinerstr.40, Fernspr.24168 Spezialhaus I. Ranges Beleuchtungskörper für elektrisches L icht, Heizu. Kochapparate, Staubsauger, Bügeleisen, Radio