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Das jüdische Echo · 1927-01-28 · 4 (28.1.1927) · p. Seite 60

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
4 (28.1.1927)
Date
1927-01-28
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 Das Jüdische Echo / Sport-Echo Nr. 4 sich ausschließlich auf Schwerathletik beschränkt. Nun wurde bei Hagibor auch eine Fußballsektion ins Leben gerufen und die erste Tat der Leitung war, den bisherigen gut gelegenen Platz Makkabis auszumieten. Makkabi mußte sich nach einem neuen Spielfeld umsehen, das weit hinter der Stadt liegt, was eine Abnahme der Zuschauerzahl bei den Wettspielen mit sich bringt. Der Leiter Hagibors, Architekt Mores, vermochte auch die ganze zweite Mannschaft Makkabis zu überreden, dem Hagibor beizutreten. Hagibor entwickelt sich überhaupt unter günstigen Auspizien. Der Verein macht alle Anstrengungen, um einen tüchtigen Trainer aus Wien oder Budapest für die junge Fußballsektion zu erwerben. Für die Boxer wurde Herr Privil aus Paris gewonnen, für die Schwerathleten konnte in dem bekannten Meister Joe Blank aus Riga ein hervorragender Lehrer gewonnen werden. Unter solchen Umständen wird es begreiflich sein, wenn Makkabi aus Tel-Awiw die Hegemonie im palästinischen Sport wird abgeben müssen. * Die letzten Ergebnisse im Fußball sind: Makkabi Tel-Awiw:P.H.G. 4:2 (4:0), Makkabi Tel-Awiw II: Engl. komb. Team 5:3, Englische Auswahlmannschaft :Makkabi Tel-Awiw 3:0. Österreich Der Jüdische Sportverband Österreichs, der außer seiner rein sportlichen Tätigkeit auch die nationale Erziehung der ihm anvertrauten jüdischen Jugend anstrebt, ist eifrig daran, dieses Gebiet auszubauen. So läßt die zionistische Kultursektion des Jüdischen Sportverbandes schon seit Monaten in den Sportvereinen Propagandavorträge abhalten. Letztens fand eine stark besuchte Delegiertenversammlung statt, der auch der Präsident des Zionistinischen Landeskomitees Österreichs, Dr. Goldhammer, der Sekretär Zauser und ein Vertreter des Jüdischen Nationalfonds beiwohnten. Nach dem Berichte des Präsidenten Földes sprach Dr. Goldhammer über die Bedeutung des jüdischen Sportes für die zionistische Idee und anerkannte die Tätigkeit des Sportverbandes auch in seinen Leistungen gegenüber dem Nationalfonds. Er führte weiters aus, daß der Kontakt der zionistischen Partei mit dem jüdischen Sport bisher ein geringer war, doch müsse es in diesem Punkte von nun ab besser werden. Verbandskapitän Fiscus machte darauf aufmerksam, daß man mit zionistischen Vorträgen allein die jüdischen Vereine nicht fördern kann. Die jüdischen Klubs haben mit den größten Schwierigkeiten um ihre Existenz zu kämpfen und wenn sie ihren Mitgliedern das bieten wollen, was notwendig ist, müssen sie finanziell gestärkt werden. Die Vorschläge des Redners gingen dahin, dem Jüdischen Sportverbande durch die zionistische Partei von der Kultusgemeinde und von der Gemeinde Wien Subventionen zu verschaffen und auch in der Bereitstellung von Sportplätzen und Turnsälen behilflich zu sein. Er beantragte die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses von je zwei Vertretern des Jüdischen Sportverbandes und des Landeskomitees. Nachdem noch die Herren Horinger, Hochwald und Dr. Seiler die Anträge Fiscus’ befürworteten, hielt Dr. Goldhammer die Schlußrede. Er erklärte sich mit den Vorschlägen einverstanden. Im Rahmen der zionistischen Partei Österreichs soll auch eine Sportkommission ins Leben gerufen werden. Sie wird aus folgenden Mitgliedern bestehen: Földes, Fiscus, Guttmann, Hochwald, Ersatzmann Dr. Seiler. Außerdem wurde in den Räumen des Zionistischen Landeskomitees, Kärtnerstraße 28, dem Jüdischen Sportverbande kostenlos ein Bureau zur Verfügung gestellt. Als Ehrensekretär wird Herr Stein fungieren. * Die Wiener Hakoah befindet sich wieder in guter Form. Die Wasserballmannschaft gewann vor kurzem durch einen 1:0-Sieg über W.A.C. die Wasserballmeisterschaft 1926 von Österreich. Die Damenhockeymannschaft wurde durch ihren Sieg über W.A.C.-Damen ebenfalls Meisterin von Österreich. Bei den Ringmeisterschaften von Österreich wurde Schianger (Hakoah) Federgewichtsmeister mit vier überlegenen Siegen, Ing. Kanon (Hakoah) Dritter. Die Fußballmannschaft stellte in gewissem Sinne wieder einmal einen Rekord auf. Das Team, das nach Abwanderung von neun Standardspielern gewissermaßen aus Trümmern gebildet wurde, hat von Woche zu Woche steigende Schlagkraft bewiesen und konnte in den letzten acht Spielen nicht besiegt werden. Die Serie schien am Sonntag ernstlich bedroht. Aber es kam wieder einmal anders, wie so oft beim Fußballspiel und bei — Hakoah. Zur Zeit steht „Hakoah“ an sechster Stelle mit 5 Punkten hinter dem ersten B.A.C. Die Ergebnisse der letzten Spiele waren: Hakoah gegen Florisdorf 1:1, —Wacker 1:1, —Amateure 2:2, —Slovan 2:0, —Sportklub 1:0, —Vienna 3:3, —W. A.C. 5:2, —B.A.C. 1:1. * Die Fußballmannschaft der Hakoah Wien erhielt eine zweite Einladung für ein Tournee nach Amerika. Da die Genehmigung vom Österreichischen Fußballbund bereits erteilt ist, dürfte die Reise Ende März Anfang April erfolgen. * In der Weltmannschafts-Meisterschaft im Tischtennis, die in London ausgetragen wurde, hatte die österreichische Mannschaft einen großen Erfolg zu verzeichnen. Nach einer knappen Niederlage gegen England (4:5) und nach einem ausgiebigen Siege im Ausmaße von 9:0 gegen Deutschland konnten die Vertreter Österreichs, bestehend aus den Spielern des jüdischen Vereins Makkabi, Flußmann und Pillinger, sowie Freudenheim vom W.A.C. gegen die favorisierte Mannschaft der Ungarn (Mechlowicz, Dr. Jakobi, Dr. Pecsi) einen knappen 5:4-Erfolg erringen. Im Entscheidungsspiel wurde der Meistertitel von Ungarn gewonnen. Deutschland Am 12. Dezember tagte in Magdeburg der Deutsche Kreis des Makkabi-Weltverbandes. Die für die Tagung geplante Aussprache über „Jugenderziehung“ wurde kaum angeschnitten, da die Verhandlung über Neuwahl des Präsidiums sich unnötigerweise lange hinauszog. Dr. Kuhn (Berlin) legte seinen Vorsitz nieder, veranlaßt durch die Haltung der meister Gauobmänner, die den Standpunkt vertraten, Dr. Kuhn müsse sich als Präsident des deutschen Kreises um die Aufgaben des Kreises kümmern und nicht um die Geschäfte des Weltverbandes. Ein ausführlicherer Bericht folgt. Aus Wiesbaden wird uns berichtet: Der erst im Februar 1926 gegründete Sport-Klub „Hakoah Wiesbaden“ konnte sein letztes Verbandsspiel gegen den „Sportverein Wiesbaden“ mit 1:0 zu seinen Gunsten entscheiden. „Hakoah“ war ständig überlegen und nur durch die schlechten Platzverhältnisse wurde eine größere Niederlage des Gegners verhindert. Hakoah ist hiermit Verbandsmeister der A-Klasse.

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