Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 4 (28.1.1927)
- Date
- 1927-01-28
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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SPORT-ECHO Blätter zur Pflege der Leibesübungen bei den Juden Mitteilungen über die jüdische Turnu. Sportbewegung 1^27 München, 28. Januar Nr. 1 Vom jüdischen Sport in aller Welt Palästina Kürzlich fand in Tel-Awiw die Jahresversammlung des Makkabiverbandes von Erez Israel unter Teilnahme von 34 Delegierten der palästinischen Makkabivereine statt. Die Sitzung wurde vom Präsidenten Dr. Lewin Epstein eröffnet. Unter den zahlreichen Begrüßungsschreiben wurde unter großem Jubel das des Ehrenpräsidenten des palästinischen Makkabiverbandes, Kolonel Kisch, verlesen. Auch vom Verband der Revisionisten sowie vom Bürgermeister von Tel-Awiw, Herrn Bloch, lagen herzliche Grüße vor. Von den in der Versammlung gefaßten Beschlüssen sind bemerkenswert: Die Begrüßung des Nationalfonds zum Jubiläum seines 25jährigen Bestandes. Alle Makkabivereine sind verpflichtet, einen bestimmten Teil der Einnahmen aus ihren Veranstaltungen als Nationalfondssteuer zu leisten und 50 Prozent der Eingänge aus einer besonderen, zur Feier des Nationalfondsjubiläums abzuhaltenden Veranstaltung zu widmen. Programmatisch wurde festgestellt, daß der Zweck des Makkabigedankens die Schaffung einer jüdischen Körperkultur auf nationaler Grundlage in völliger Harmonie mit dem Geiste und auf Basis des reinen Amateurgedankens ist. Der Professionalismus ist unbedingt verboten. Sportunterricht fällt nicht unter das Verbot. Die Versammlung stellte mit Bedauern die Interesselosigkeit der intellektuellen Kreise für den Makkabigedanken fest. Es wird beschlossen, an die Regierung sowie an die zentralen Verwaltungsstellen heranzutreten, damit diese den Makkabiverband als eine Erziehungsanstalt anerkennen und ihm alle für solche vorgesehenen Begünstigungen gewähren (Steuerenthebung, Postfreiheit, Subventionen und Erleichterungen bei Erwerb von Sportplätzen). An den Waad Leumi wird die Forderung gestellt, eine Sportkommission zu errichten. Von der Zionistischen Leitung wird verlangt, in das Budget auch einen entsprechenden Betrag für Sportzwecke einzustellen. (Eine Forderung, die schon anläßlich der im Vorjahre hier tagenden Generalversammlung des Makkabi-Weltverbandes an die Zionistische Exekutive gestellt wurde und bisher erfolglos blieb. — Die Red.) Von der Erziehungskommission der Zionistischen Leitung wird verlangt, daß die Turnsäle der Schulen dem Makkabiverband kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen. Der neue Zentralrat des Verbandes wird aus fünf Mitgliedern bestehen, die ehrenamtlich fungieren. Neu aufgenommen werden die Sportzweige: Boxen, Jiu-Jitsu, Speerwerfen und Wassersport. Der Zentralrat wird beauftragt, die Frage der inneren Organisation der Fußballvereine zu lösen, ebenso die Verbindung mit dem Ausland zu pflegen und zu erweitern und mitzuarbeiten an der Organisation der nationalen Jugend sowie zwischen dem Makkabiverband und den Arbeitersportverbänden normale Beziehungen zu schaffen. In das Exekutivkomitee des Verbandes wurden von bekannten Sportsleuten gewählt: Jekutilli (Jerusalem), Dr. Simon (Haifa) und Willy Rosenthal (Tel-Awiw, früher Hakoah, Wien). * Aus Haifa wird berichtet: Der Fußballsport in Erez Israel hat in diesem Jahre durch die Einwanderung erstklassiger Spieler aus Budapest und Klausenburg große Verstärkung erhalten. Vor 2000 Zuschauern fand kürzlich ein Spiel eines jüdischen Teams gegen eine kombinierte englischarabisch-deutsche Mannschaft statt. Der Kampf endete 3:1 zugunsten der jüdischen Elf. Die palästinischen Sportzentren befinden sich vor allem in Tel-Awiw, Haifa und Jerusalem. Langsam beginnen sich auch die internationalen Beziehungen des palästinischen Sportes zu entwickeln. Wettspiele in dem benachbarten Ägypten werden von nun ab regelmäßig ausgetragen werden und eine Tournee nach Afrika und Indien ist bereits so gut wie gesichert. Eine angenehme Überraschung bildete die dieser Tage hier eingelangte Einladung aus Amerika zu einer längeren Tournee in den Vereinigten Staaten. Der palästinische Verband hat erklärt, daß er die Einladung annehme und ein jüdisches Team nach Amerika entsenden werde. * Auch Erez Israel hat bereits seine Fußballkrise. Besonders der Makkabi in Tel-Awiw befindet sich seit kurzem in schwieriger Lage, die mit den wirtschaftlichen Verhältnissen vor allem in dieser Stadt zusammenhängt. Bisher galt der Makkabi als eigentlicher Fußballrepräsentant Erez Israels nach außen hin. Die Mannschaft, in der auch einige gute Spieler aus Wien tätig waren, hat gerade in diesem Jahre den Höhepunkt ihres Könnens erreicht. Es gelang ihr, starke Repräsentativmannschaften der englischen Armee und Flotte zu besiegen. Seitdem hat sich bei Makkabi vieles geändert, was darauf schließen läßt, daß dieser jüdische Verein seine führende Rolle in Erez Israel auf längere Zeit ausgespielt haben dürfte. Sieben von elf Spielern haben den Verein verlassen. Nicht die Lockung des Dollars oder andere glänzende Angebote haben die Makkabifußballer ihrem Verein entzogen. Die schwere Wirtschaftskrise hat die jungen Leute arbeitslos gemacht, denn sie lebten ja nur von dem Ertrag ihrer täglichen Arbeit und im Sporte betätigten sie sich als reine Amateure. Die zwei ausgezeichneten Flügelstürmer des Vereins sind nach Haifa gezogen, wo sie Beschäftigung bekamen. Fünf andere Mitglieder der ersten Mannschaft fanden in den Kolonien Unterkunft. Die Schwierigkeiten des Klubs hat auch der ständige Gegensatz zu dem Bruderverein Hagibor verursacht. In den letzten fünf Jahren hat Hagibor an der Fußballbewegung nicht teilgenommen und