Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 4 (28.1.1927)
- Date
- 1927-01-28
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Das Jüdische Echo Nr. 4 jfldisctißr Gesangverein e.v. Manchen Donnerstag, den 5. Februar abends 8 Uhr veranstalten wir im MOZÄRTSÄÄL in der Blumenstraße ein Buntes Maskenfest Gute Masken sind sehr erwünscht, andernfalls Gesellschaftstoilette Die Kapelle spielt die neuesten Tanzschlager Kein Weinzwang Eintritt für aktive und passive Mitglieder M.1.50, für Nichtmitglieder M. 2.— Vorverkauf bei Ewer-Buchhandlung, Ottostraße; Pelzhaus Orljansky, Neuhauser Straße, und Pelzgeschäft Gidalewitsch, Schwanthalerstr., Ecke Schillerstr. Dr. Weizmann verlas nun unter allgemeiner Spannung den Text des Übereinkommens betreffend die Erweiterung der Jewish Agency, der von ihm und Louis Marshall unterzeichnet worden ist. Es soll zunächst eine unparteiische Sachverständigenkommission gebildet werden, die schon in kurzer Zeit nach Palästina reisen, dort alle Quellen studieren und einen Bericht vorlegen solle, in welchem dargelegt ist. unter welchen Umständen der Aufbau Palästinas vor sich geht. Die Kommission wird beauftragt sein, Vorschläge über die Einführung eines Systems wirksamer Aufbauarbeit entsprechend den realen Anforderungen Palästinas und der Einwanderung zu machen. Die Kommission soll auch einen praktischen Finanzplan aufstellen und die Fragen des Budgets eingehend studieren. Auch soll sie die Möglichkeit einer Erweiterung der Kolonisation auf die an Palästina grenzenden Territorien studieren, ebenso die Möglichkeit der Erwerbung der noch verfügbaren Landflächen in Palästina selbst. Sie soll auch die verschiedenartigen Aussichten der Immigration in Übereinstimmung mit der Kolonisation, sowie überhaupt die gesamten Möglichkeiten der Entwicklung des Landes studieren. Nach Vorlegung des Berichtes dieser Kommission soll die formelle Bildung der neuen Jeswish Agency vonstatten gehen. Es verlautet, daß die Absicht besteht, mehrere Persönlichkeiten des weltwirtschaftlichen Lebens, die an der Londoner Konferenz für Palästinawirtschaft teilgenommen haben, einzuladen, sich der nach Palästina zu entsendenden Wirtschaftskommission anzuschließen. Es sprachen noch der Präsident der amerikanischen Zionistischen Organisation. Louis Lipsky und Dr. Stephen S, Wise. Beide begrüßten in ihren Ansprachen den Anbruch einer neuen Aera der Harmonie und des Friedens im Aufbau Palästinas. Im Verlauf der Veranstaltung wurden mehr als eine halbe Million Dollar auf die Neuyorker Quote zum amerikanischen Palästina-Drive gesammelt. Die Bildung der Jewish Agency unabhängig von dem Bericht der Sachverständigenkommission Neuyork, 23. Januar. (JTA.) Wie der Jüdischen Telegraphenagentur von autoritativer Seite mitgeteilt wird, wird die Bildung der Jewish Agency in keiner Weise von dem Bericht der Sachverständigenkommission abhängig, die gemäß dem Übereinkommen zwischen Dr. Weizmann und Louis Marshall demnächst sich nach Palästina begeben wird. Nur zeitlich haben die beiden Tat' Sachen einen Zusammenlang, indem sofort nach erfolgter Berichterstattung durch die Kommission an die Bildung der Jewish Agency geschritten werden wird. Die Zionistische Organisation will nun unverzüglich an die Bildung von Jewish- Agency-Gruppen in anderen Ländern herangehen, damit unmittelbar nach Entgegennahme des Berichtes der Kommission die Agency zur Tatsache werden kann. Der Sachverständigenkommission werden, wie ferner verlautet, außer jüdischen Wirtschaftsführern auch nichtjüdische (englische und amerikanische) Sachverständige angehören. Das Ergebnis der Volkszählung in Palästina — 158 000 Juden Jerusalem, 23. Januar. (JTA.) Soeben wurde das Ergebnis der am 1. September 1926 in Palästina stattgefundenen Volkszählung durch die Regierung veröffentlicht. Darnach betrug an dem genannten Tage die Zahl der allgemeinen Bevölkerung Palästinas rund 887 000, darunter 641 000 Moslemiten, 158 000 Juden, 78 000 Christen und 10 000 andere, meist Drusen. Zu den Moslemiten werden nicht nur palästinische Araber und Syrier, sondern auch eine Anzahl eingewanderter Cirkassier, Magharbaehs (Nordafrikaner) und Bosnier sowie einige turkmenische Nomaden gezählt. In die Gesamtzahl der Christen sind Angehörige der griechischorthodoxen, römisch-katholischen, anglikanischen, lutherischen sowie anderer Kirchen eingeschlossen. Die Finanzgebarung der Palästinaregierung Jerusalem, 23. Januar. (JTA.) In den sieben Monaten April bis Oktober 1926 betrugen die Einnahmen des Finanzdepartements der Pälästinaregierung, wie heute mitgeteilt wird. LE. 1315160, die Ausgaben LE, 1 121 112. Der Voranschlag für das Budgetjahr 1926/27 betrug LE. 2 525 034. Als Ausigabeposten figurieren: LE. 307 656 zur Tilgung von Staatsschulden, LE. 322 826 für Polizei und Gefängnisse, LE. 177 223 für die transjordanische Grenzmacht und LE. 121 378 für Unterrichtswesen.