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Das jüdische Echo · 1927-01-14 · 2 (14.1.1927) · p. Seite 22

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
2 (14.1.1927)
Date
1927-01-14
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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22 Das Jüdische Echo Nr 2 Für einen solchen Zweck könnten vorläufig weit geringere Mittel genügen, man brauchte nicht ein politisches Staatswesen zu gründen — sondern nur jene Vorbedingungen im Vaterlande schaffen, die eine weitere Entwicklung in dieser Richtung ermöglichen würden: die Ansiedlung einer größeren Zahl jüdisch gesinnter Männer, die ungestört in allen Zweigen menschlicher Kultur von Ackerbau und Handwerk bis zu Wissenschaft und Literatur sich betätigen. Diese Ansiedlung, die nach und nach entstehen wird, wird mit der Zeit ein Zentrum des Volkes werden, in ihr wird der Volksgeist ungetrübt zur Geltung kommen und sich allseitig zur größtmöglichen Vollkommenheit entfalten. Aus diesem Mittelpunkt wird dann der Geist des Judentums zu allen Punkten der weiten Peripherie dringen, zu allen Gemeinden der Diaspora, um sie zu beleben und alle zu einer Einheit zusammenzuhalten. Dann, wenn die nationale Kultur in Palästina diese Höhe erreicht haben wird, dann wird sie uns. sicherlich selbst aus ihrer Mitte jene Männer geben, die es verstehen werden, den geeigneten Moment zu nützen, um dort auch einen Staat und nicht nur einen Judenstaat, sondern einen tatsächlich jüdischen Staat zu gründen. „Judenstaat und Judennot.“ „Nationales Zentrum“ — das setzt voraus, daß es eine nationale Peripherie gibt, welche wie jede Peripherie weit größer ist als das Zentrum. Das heißt, daß der Sprechende sein Volk auch in Zukunft in seinem größten Teile über alle Länder zerstreut sieht, aber nicht mehr aufgelöst in einzelne Punkte ohne Zusammenhang, weil einer der Punkte — der in Palästina — künftig ein Mittelpunkt für alle sein und sie zu einem geschlossenen Kreise vereinen wird. Sobald alle die zerstreuten Glieder des Volkskörpers den Schlag des nationalen Herzens fühlen werden, das auf seinem natürlichen Nährboden zu neuem Leben erwacht ist, dann werden auch sie wieder rings um das Herz näher aneinanderrücken und gerne in sich das lebendige Blut aufnehmen, das aus ihm strömt. „Ein geistiges“ — das heißt, daß diese Beziehung von Mittelpunkt und Peripherie zwischen Palästina und den Ländern der Diaspora notwendig auf das geistige Leben beschränkt sein wird: der Einfluß des Zentrums wird das nationale Bewußtsein in der Diaspora stärken, die Geister von den Schlakken niedriger Ghettogesinnung reinigen, dem geistigen Leben einen echten und natürlichen nationalen Inhalt geben, ungleich jenem künstlichen Inhalt, mit dem wir heute die Leere ausfüllen. „Wörter und Begriffe.“ Die Trauer um Ächad Haam Jerusalem, 3. Januar. (JTA.) Die Bestattung des am 2. Januar verstorbenen hervorragenden jüdischen Denkers, Achad Haam (Ascher Ginsburg), fand um 2 Uhr nachmittags unter Beteiligung fast der gesamten Bevölkerung von Tel-Awiw und zahlreicher Abordnungen aus ganz Palästina statt. Es wurde für ganz Palästina Nationaltrauer proklamiert, alle Geschäfte waren geschlossen, alle Arbeit ruhte. Alle Häuser in Tel-Awiw waren schwarz beflaggt. Am offenen Grabe hielten der Dichter Chaim Nachman Biailik, das Miglied der Zionistischen Exekutive und früherer Bürgermeister von Tel- Awiw, Dizengoff, und Rabbiner Uziel dem daihingegangenen Lehrer des geistigen Zionismus tiefempfundene Nachrufe. Jerusalem, 6. Januar. (JTA.) Aus allen Teilen der Welt sind viele Hunderte von Telegrammen eingelaufen, die der Trauer über das Ableben des jüdischen Philosophen Achad Haam Ausdruck geben. Sir Herbert Samuel, der frühere Oberkommissar für Palästina, sandte aus London ein Beileidstelegramm zum Ableben Achad Haams, in welchem er seiner tiefsten Sympathie für die geistige Persönlichkeit Achad Haams Ausdruck gibt. London, 4. Januar. (JTA.) Im Hauptbüro der Zionistischen Weltorganisation wurde am Montag, dem 3. Januar, abends, eine Trauerfeier für Achad Haam abgehalten. Anwesend waren alle Mitglieder der Exekutive der englischen zionistischen Föderation, die Beamten der Zionistischen Organisation u. a. m. Berlin, 10. Januar. Sonntag, den 9. Januar, um die Mittagszeit, fand im großen Saale des Logenhauses, Kleiststraße, eine Gedenkfeier für Achad Haam statt, welche von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, der Berliner Zionistischen Vereinigung, der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, der Freien jüdischen Volkshochschule und dem Beth Waad Jwri gemeinsam veranstaltet wurde. Dem Aufrufe der einladenden Organisationen war ein unübersehbares Publikum gefolgt, so daß der große Saal des Logenhauses die zahlreich Erschienenen nicht fassen konnte und sehr viele Besucher in den Gängen und im Vorraume stehen mußten. Vor allem waren natürlich die Berliner Zionisten sowie die Gemeinde der Hebraisten erschienen, darüber hinaus aber sah man die hervorragend- Bayerische Niederlassungen an allen größeren Plätzen des rechtsrheinischen Bayern Verzinsung von Bareinlagen zu günstigen Sätzen Gewährung von Goldhypotheken auf landwirtschaftl. undstädt. Grundbesitz Vereinsbank

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