Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 2 (14.1.1927)
- Date
- 1927-01-14
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Das Jüdische Echo Nr. 2 bindet. Man darf auch nicht an die Eigenliebe der Juden, an ihre Hoffnung auf materiellen Gewinn appellieren: denn die Wirklichkeit würde jedermann enttäuschen und ein bitteres Erwachen aus schönen Träumen würde die Folge sein; das Scheitern aller Hoffnungen würde verursachen, daß die Juden sich ganz von Palästina abwenden. Wenn man aber langsam und geduldig, in der Erkenntnis der gegebenen Möglichkeiten arbeitet, wenn man erst einmal jüdische Erziehungsarbeit im Galuth in großem Maße leistet, wenn man die wahre Zionsliebe in den Juden erweckt, dann wird Palästina wirklich das den Fortbestand des Judentums sichernde nationale Zentrum werden können. Wenn auch die Bedeutung der Gedanken Achad Haams allmählich verstanden und anerkannt wurde, so hat er doch nicht viele Anhänger gefunden, die sich voll und ganz zu seiner Lehre bekennen. Das ist verständlich, denn nicht nur, daß sie von den Evolutionstheorien des vorigen Jahrhunderts weitgehend beeinflußt ist, sie begrenzt. den Umkreis der jüdischen Frage mit ihrer Übertonung der jüdischen Inhalte allzusehr und sie wird in keinem Falle der außerordentlichen Leistung Theodor Herzls gerecht, die därin besteht, daß er die Judenfrage endlich vor das Forum der gesamten Kulturwelt brachte, daß er sie zu einer Weltfrage machte. Mag die Abneigung Achad Haams gegen jede Art von Diplomatie und den politischen Zionismus tief in seinem Charakter, seiner unerschütterlichen Wahrheitsliebe begründet sein: die zionistische Bewegung hat ihre eigentliche Form als eine demokratische politische Organisation mit dem Ziele der Lösung der Judenfrage doch nur durch Herzl gefunden. Als Kritiker aber, als Lehrer und Erzieher, hat auch Achad Haam dem Zionismus Unvergeßliches und Unersetzliches gegeben und manche seiner Gedanken sind, vielleicht ganz unbemerkt, Gemeingut jeder zionistischen Anschauung geworden. Achad Haam ist nicht mehr, sein geistiges Erbe aber bleibt unverlierbarer und teuerster Besitz nicht nur den Zionisten und dem neuen Jischuw in Palästina, das ganze Judentum wird begreifen müssen, daß Achad Haams Forderungen: der Erweckung der Herzen, der Überwindung innerer Knechtschaft auch bei äußerer Freiheit, noch nicht erfüllt sind und daß Achad Haams Geist weiter lebt und wirkt, bis das große Ziel erreicht ist: die Wiederbelebung unseres Volkes im Lande der Väter. J. E Ächad Haams Werke Die Werke Achad Haams sind in einer von ihm selbst veranstalteten Gesamtausgabe erschienen, die in vier Bänden seine Essays zu Fragen des Zionismus, der hebräischen Literatur, des Judentums und der jüdischen Philosophie enthalten. Die vor dem Krieg in Odessa erschienene Ausgabe ist lange vergriffen, und der Jüdische Verlag (Berlin) hat das große Verdienst, im Jahre 1921 eine Neuausgabe besorgt zu haben, zu der Achad Haam ein neues Vorwort schrieb, in welchem er zu der neuen politischen Lage Stellung nahm. Der Jüdische Verlag hat auch bereits im Jahre 1904 einen Auswahlband in deutscher Übersetzung von Prof. Israel Friedländer herausgegeben, dem 1916 ein zweiter Auswahlband (übersetzt von Dr. Harry Torczyner) folgte. Diese Ausgabe wurde jedoch abgelöst im Jahre 1923 durch eine deutsche Gesamtausgabe, für die außer den beiden bereits Genannten Ernst Müller und Hugo Knöpfmacher verantwortlich sind. Leider sind jedoch bisher nur zwei Bände erschienen, die den beiden ersten Bänden der hebräischen Ausgabe entsprechen (während die erwähnten Auswahlbände auch spätere Aufsätze enthielten). Hoffentlich wird der Verlag auch die beiden späteren Bände bald herausbringen, damit dieses für die Erziehung des zionistischen Nachwuchses so enorm wichtige Werk auch solchen zugänglich wird, die noch nicht die hebräische Sprache beherrschen. In englischer Sprache erschien eine Auswahl von Leon Simon, dem unermüdlichen Vorkämpfer Achad Haams im englischen Sprachgebiet, der auch jüngst eine große Zahl von Briefen Achad Haams übersetzt und englisch publiziert hat (in „New Judaea“). Eine besonders wertvolle Bereicherung der zionistischen Literatur wurde uns in den letzten Jahren beschert durch Achad Haams Briefe, umfassend einen Zeitraum von 25 Jahren, seit 1896 bis 1921, die in sechs Bänden im Verlag Benjamin Harz in Berlin (gedruckt in Tel-Awiw) erschienen sind. Die Briefe sind eine schier unerschöpfliche Fundgrube zur Geschichte der zionistischen Bewegung und zeigen in lebendiger Spiegelung den weitverzweigten Einfluß Achad Haams. Deutsche Ken Wäscher ei €r.m.h.H. FELIX BRAKDKER . MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eins. Finkenstraße Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kraeen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage POBZELLAN-NlEDERLAtJE MÜNCHEN THEA TINERS TRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle OBÖ8STE AUSWAHL IN 6EBBAUOHSFOKZELLAN TÄGLICHELAGEKEHGAAZUS«