Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- 53 (31.12.1926)
- Date
- 1926-12-31
- Page
- Seite 847 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 53 Das Jüdische Echo 847 weg freigelegt worden. Das Tor wird von Josephus in seiner „Geschichte des jüdischen und römischen Krieges“ erwähnt. Von der jüdischen National- und Universitätsbibliotek Auf Ansuchen der Leitung der Bibliothek hat die beim Völkerbund bestehende Kommission für Veröffentlichungen beschlossen, der Bibliothek von jetzt ab von sämtlichen Veröffentlichungen des Völkerbundes ein Exemplar zuzusenden. Bekanntlich ist die Zahl der vom Völkerbund herausgegebenen Publikationen sehr groß und die Veröffentlichungen haben großes politisches Interesse. Der im August 1925 in Sichron Jakob verstorbene Herr Michael Lange hat testamentarisch der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek den Betrag von 1000 £ hinterlassen. Dieser Betrag ist nunmehr durch das Hauptbüro des Keren Hajessod an die Universität überwiesen worden. Die Leitung der Universität hat beschlossen, den Betrag als Michael-Lange-Fonds für das Binden der Bücher der Bibliothek zu benützen und damit ein langgehegtes dringendes Bedürfnis wenigstens teilweise zu befriedigen. Die Bibliothek konnte wegen ihres rapiden Wachstums — während des letzten Jahres allein sind mehr als 30 000 neue Bücher katalogisiert und aufgestellt worden — nur einen kleinen Teil der einlaufenden Bücher binden und dem Publikum zur Verfügung stellen. Ein großer Teil der in der Bibliothek heute befindlichen 130 000 vol. ist ungebunden. Das hochherzige Testament Michael Langes wird es ermöglichen, etwa 15 000 zu binden. Durch diese Verwendung des Michhael-Lange- Fonds wird auch erzielt, daß fast der gesamte Betrag für Arbeitslöhne im Lande ausgegeben wird, was bei der gegenwärtig im Lande herrschenden Geldknappheit von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Das Endergebnis der Stadtratwahlen von Tel-Awiw Jerusalem, 10. Dezember (JTA.). Bei den Wahlen zum Stadtrat von Tel-Awiw haben 7500 Wähler gestimmt.. Die Hausbesitzer, die etwa 2000 Wähler zählen würden, enthielten sich der Abstimmung. Der neue Stadtrat besteht aus 14 Arbeitervertretern, 7 Vertretern des Vereins der Juden aus Polen, 5 Zionisten-Revisionisten, 4 Orthodoxen, 4 Vertretern des Zentrums, 3 Vertretern der Mieterorganisation und 2 Poale Zionisten. Konstituierung der Völkerbundliga in Palästina Jerusalem, 28. November (JTA.) Das Jerusalemer Komitee der Völkerbündliga hat sich soeben konstituiert und M. M. Ussischkin zum Präsidenten, Richter Frumkin und S. Schwartz zu Vizepräsidenten, Dr. M. Dukhan zum Schatzmeister und Advokat Freidenberg zum Sekretär gewählt. In Haifa wild demnächst eine Völkerbundliga gegründet. 12 000 Touristen werden in Palästina erwartet Jerusalem, 8. Dezember. (JTA.) Nach Mitteilungen, die von auswärts eingelangt sind, wird erwartet, daß in der kommenden Touristensaison ungefähr 12 000 Touristen, meist aus Amerika, Palästina besuchen werden. Das Touristen-Büro der Zionistischen Organisation teilt mit, daß die Vorbereitungen zum Touristenempfang beendet sind. In Kantara, Haifa und Tel-Awiw werden Vertreter des Büros die Touristen empfangen und sie über die Touren usw. belehren. Das Jerusalemer Hauptbüro hat verschiedenartige Touren, die das gesamte Land berücksichtigen, ausgearbeitet. Gesetzmäßige Sabbatruhe in Tel-Awiw Jerusalem, den 8. Dezember 1926. (P.C.) Eine vom High Commissioner bestätigte Verfügung macht es allen jüdischen Geschäften zur Pflicht, am Sabbat geschlossen zu halten, mit Ausnahme der Cafes und Restaurants, die zu gewissen Stunden am Freitag abend und Sabbat geöffnet sein dürfen. Mohammedaner und christliche Besitzer solcher Stellen werden von der Verordnung nicht betroffen. Kauft bei den Inserenten des „Jüdischen Echos“ III 1 1 INI IIIII 1, Feuilleton | 1 NIM INI INI 1 NIIIINI Äus der Welt der Chassidim Von Chajim Bloch Der Knecht An einem Neujahrstag, da Rabbi Lewi Jizchak die Hymne „Zu dem Allmächtigen der Gerichte anordnet“ anstimmte und zu dem Satze „Der seine Diener erkauft beim Gerichte“ kam, hielt er plötzlich inne und wartete lange. Die Chassidim blickten in das Antlitz des Rabbi; es leuchtete wie Feuer. Erst nach einer Stunde wendete er sein Antlitz zur Gemeinde und sprach: „Es war euch verwunderlich, daß ich den Abschnitt unterbrach. Ich will euch die Sache erzählen. Als ich die Hymne anhub, stellte sich mir ein Heer von bösen Engeln, Anklägern und Verderbern entgegen und sie ließen den Abschnitt in die Halle der Melodien nicht aufsteigen. Wie sie mich erblickten, riefen sie entsetzt: ,Lewi Jizchak, der Fürsprecher der Juden, will hinein!4 und schlossen rasch die Tore der Halle. Doch ich fand ein Hintertürchen und stieg auf. Ich schritt der Halle des Gerichtes zu, wo über Leben und Geschick aller Menschen und jeder Kreatur entschieden wird. Der Allmächtige selber saß obenan, hörte den Urteilssprüchen seines Gerichtshofes zu und große Scharen der ,Boten des Dienstes4 waren zu seinem Befehle bereit. In seiner Rechten hielt er den Stab der Gnade, in der Linken eine Rute. Der Satan, der böse Verführer und Ankläger, trat hervor; er wolle seine Aufgabe erfüllen, Israel anklagen. Und er führte Klage: ,Hoher himmlischer Gerichtshof! Der Prophet Jesaja sagte: »Israel, die sündige Nation, das schuldbeladene Volk, die Brut von Übeltätern, die verdorbenen Kinder, vergessen haben sie den Ewigen, verworfen den Heiligen, sie wichen zurück.4 Ich unterbrach ihn und rief: ,Böser Verführer, was willst du von dem Volk Israel?4 Ich trat vor und sprach: ,Hoher Gerichtshof! Der Satan hat den Satz falsch und lügenhaft gedeutet, denn der Prophet Jesaja meinte so: Israel ist eine heilige Nation, der Sünde scheu; ein Volk, dem es schwer fällt, ein Sünde zu tun, eine Schar von Wohltätern, Kinder, die den bösen ^754698988723420