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Das jüdische Echo · 1926-12-31 · 53 (31.12.1926) · p. Seite 840

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
53 (31.12.1926)
Date
1926-12-31
Page
Seite 840 (sequence 4)
Language
German
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840 Das Jüdische Echo Nr. 53 schöpferische Leistungen der Welt zu beweisen, daß wir am Gesamtkulturgut der Menschheit mitzuarbeiten gewillt und geeignet sind. Es unterliegt aber auch keinem Zweifel, daß das zionistische Palästinawerk auch in dem Sinne, wie es der C.-V. wünscht, eine große Rolle spielen kann, indem es auch wirtschaftliche Verwurzelung heimatloser und existenzloser jüdischer Massen ermöglicht, und schon, aus diesem Grunde allein dürften dem Palästinawerk keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. Wir begnügen uns also zunächst mit der Ziehung des Trennungsstriches zwischen uns und dem C.- V. in Angelegenheiten des Palästinaaufbaus. In Dingen der jüdischen Gemeindepolitik werden doch sicher viel weniger Gegensätze vorhanden sein und die unvermeidbaren Meinungsverschiedenheiten können in Form sachlicher Auseinandersetzungen sine ira et Studio vor sich gehen. Sehr energisch müßten wir uns aber wehren, wenn solche Fälle auftreten sollten, wie die traurigen Vorkommnisse in der Sonnenfeld-Affäre und der ähnlichen des Dr. Bamberger in Köln. Das Austragen innerjüdischer Kämpfe vor einem nichtjüdischen Forum muß von vornherein schärfstens verurteilt werden. Ganz besonders aber müßten die dem C.-V. sehr nahestehenden Liberalen gegen ihre Mitglieder auftreten, wenn sie sich dabei der Form der Denunziation bedienen. Die Bezichtigung eines hohen Staatsbeamten bei seinem Vorgesetzten der Parteilichkeit nur aus dem Grunde, weil er Zionist ist, wie es Herr Justizrat Sonnenfeld im Falle Badt getan hat, verdient die schärfste Verurteilung. Ebensowenig dürfte sich der Fall ereignen, daß ein in seiner Gemeinde allseits hochgeachteter Lehrer infolge seiner zionistischen Einstellung von der Stelle eines Schulleiters ausgeschlossen wird. Dieser Fall ereignete sich vor kurzem in Köln, wo Herr Dr. Bamberger trotz allgemein anerkannter pädagogischer Qualifikationen, lediglich infolge der Umtriebe eines zionistenfeindlichen Mitgliedes der Repräsentanz der Kölner jüdischen Gemeinde, beim Stadtschulrat die Rektorstelle nicht erhielt. Es wäre sehr betrüblich, wenn diese Ereignisse sich wiederholen sollten. Sie würden keiner Partei Vorteil bringen, sondern lediglich die Verachtung der nichtjüdischen Mitbürger. Hält man also am Grundsatz fest, die innerjüdischen Streitigkeiten auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft auszutragen, dann ist das erste Hindernis zur Verständigung hinweggeräumt und der Weg zur Befriedung des deutschen Judentums wird frei. S. Der Fall Sonnenfeld in der Berliner jüdischen Gemeinde In der Sitzung der Repräsentantenversammlung vom 16. Dezember teilt zu Beginn der Sitzung der Vorsitzende M. A. L o e b mit, daß der 1. Vorsitzende, Herr Rechtanwalt Heinrich Stern, wegen Krankheit verhindert sei, die Sitzung zu leiten, und daß Herr Justizrat Sonnenfeld sein Mandat in der Repräsentantenversammlung niedergelegt hat. Auf der Tagesordnung stand die Beratung des Etats der Gemeinde. Zunächst wurde der Wohlfahrts-Etat beraten, über den Ministerialrat Goslar ein ausführliches Referat erstattete. Es entspann sich darüber eine längere Debatte, in deren Verlauf der Obmann der Fraktion der Jüdischen Volkspartei, Dr. Klee, das Wort ergriff. Dr. Klee verliest in chronologischer Reihenfolge und mit ausführlicher Glossierung die Briefe des Herrn Sonnenfeld an den Minister des Innern und an den Kultusminister, den Brief der Liberalen Fraktion an den Minister des Innern und schließlich dessen Antwort. Dr. Klee weist darauf hin, daß in den Briefen eine Reihe eklatanter Unrichtigkeiten enthalten sind. Z. B. werde stets betont, die Zionisten hätten ein Mißtrauensvotum gegen Sonnenfeld eingebracht, während in Wahrheit alle Parteien mit Ausnahme der herrschenden liberalen solche Anträge gestellt hätten. Dr. Badt wird als „führender Zionist“ geschildert, obwohl er niemals eine leitende Stellung in der Zionistischen Organisation bekleidet hat. Der Brief spricht von „gegnerischem Treiben“, obwohl das „Treiben“ von den Liberalen ausgegangen war. Sonnenfeld hat der Repräsentantenversammlung berichtet, der Minister habe sich seiner Meinung angeschlossen, wie er aus dessen Händedruck beim Abschied entnehmen könne. Der Brief an den Kultusminister ist in einem devoten Ton geschrieben, den wir als unwürdig empfinden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Beamte, dessen Hilfe Sonnenfeld anruft, nie ein Hehl daraus gemacht hat, daß er kein Judenfreund ist. Einen solchen Beamten hält Herr Sonnenfeld zur Beurteilung jüdischer Dinge für qualifiziert, einen Zionisten aber für disqualifiziert. Das von Sonnenfeld beigebrachte Gutachten des Geheimrats Kahl kann nur zustandegekommen sein, wenn diesem die Akten der Berliner Gemeinde zugänglich gewesen sind. Das ist unverständlich. Jeder praktische Jurist weiß, daß derartigen Gutachten keine Bedeutung beizumessen ist, weil in POBZEL liANNl EDEBLAGE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle I9BÖ88TE AUSWAHL IN GEßRA UCHSPOKZELLAN TÄGLICHE L A G E R E R G V N Z U N <»

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