Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- 41 (8.10.1926)
- Date
- 1926-10-08
- Page
- Seite 650 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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650 Das Jüdische Echo Nr. 41 Traum und seine tiefste Grübelei in Theaterwirklichkeit verwandelt.“ Kurt Pinthus im „8- Uhr-Abendblatt“: „Auch wessen Vorfahren nicht im gelobten Land jene heilige Sprache redeten, durch die der Hauch Gottes und der Wind der Wüste weht, werden sich in Ehrfurcht von der Aufführung der ,Habima‘ neigen, die im Theater am Noliendorfplatz gestern Hörer jeder Konfession und Nichtkonfession bis ins Herz des Herzens entzückte, aufwühlte, emporriß .. Und was sind das für Stimmen! Sie kommen nicht aus der Kehle, sondern direkt aus dem Herzen; aus einer schimmernden, inneren Jenseitswelt herklingend, hinführend in eine überirdische Jenseitswelt.“ „Drei Jahrtausende hebräischer Sprache“ Ein Vortrag des Herrn Rabbiner Professor Dr. Felix Perles Am 5. Oktober hielt Herr Rabbiner Prof. Dr. Felix P e r 1 e s aus Königsberg im Rahmen der Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München einen Vortrag über das Thema „D r e i J ahrtau s e n d e hebräischer Sprach e“. Zu dem Vortrage hatte sich eine große Zahl Zuhörer eingefunden, so daß der Bibliotheksaal der Gemeinde die Erschienenen kaum fassen konnte. Der Referent gab einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der hebräischen Sprache von ihren Anfängen bis auf die Gegenwart. Er charakterisierte an Hand besonders überzeugender lexikographischer und phraseologischer Beispiele die großen Perioden der hebräischen Sprachentwicklung, zugleich auch den Einfluß des ägyptischen, babylonisch-assyrischen, aramäischen, griechischen und arabischen Sprach- und Kulturkreises auf diese Entwicklung aufzeigend. Er behandelte insbesondere die biblische, klassische und nachklassische Periode, das Hebräisch der Mischna, Tosefta und des Midrasch, die synagogale Poesie und die spanisch-arabische Blütezeit und ging dann, nach Schilderung der hebräischen Studien des christlichen Abendlandes zur Zeit der Renaissance und des Humanismus, zu den beiden letzten Stadien hebräischer Sprach- und Literaturentwicklung über: der „Haskalah“ in Deutschland und Osteuropa und der nationalen Periode der letzten Jahrzehnte in den Ostländern und vor allem im Lande der Wiege des Hebräischen, in Palästina. Dieser letzten Entwicklungsphase der hebräischen Sprache und Literatur widmete der Referent Worte hoher Anerkennung. Das Hebräische sei in der Gegenwart wieder zu einer lebenden, das ist gesprochenen Sprache geworden. In Litauen und anderen Ländern des Ostens sei diese Sprache wieder zur Unterrichts- und Versammlungssprache geworden. Sämtliche, auch die allgemeinen Unterrichtsfächer, wie Mathematik, Physik, Naturkunde usw., werden in den hebräischen Schulen dieser Länder in Hebräisch gelehrt. Die ruhmvollste Entwicklung jedoch habe die Sprache im Palästina der Gegenwart erlebt, indem sie dort ein blühendes hebräisches Schulwesen hervorgebracht habe. Alle Kindergärten, Grundschulen, Mittelschulen und Hochschulen haben dort ausschließlich hebräische Unterrichtssprache. Hier eröffnen sich nach Ansicht des Referenten unabsehbare Entwicklungsmöglichkeiten für diese Sprache. Am Schlüsse seines mit großem Beifall aufgenommenen Referates erklärte der Referent, daß es keine ernstere Aufgabe für das Judentum der Gegenwart gebe, als sich dem Studium der hebräischen Sprache zu widmen und alle Bestrebungen zur Pflege des Hebräischen in der Gegenwart zu fördern. Der. Vorsitzende des Abends, Herr Dr. Elias Straus, dankte dem Referenten, der bekanntlich ein Sohn Münchens ist und dessen seliger Vater lange Zeit das geistige Oberhaupt der Münchener Jüdischen Gemeinde war, für seine interessanten Ausführungen und sein warmes Eintreten für die hebräischen Kulturbestrebungen der Gegenwart und wies in diesem Zusammenhang auf die in München bestehenden Möglichkeiten einer Erlernung des Hebräischen und der Vervollkommnung in ihm hin. Einladung zum 15 jährigen Stiftungsfest desJ.T.u.Sp.V.Bar~Kochba am Samstag, dem 9. Oktober 1926, abends präzis 81/2 Uhr, im Cherubin-Palast des Hotels Vier Jahreszeiten (Eingang Marstallstraße) Hus dem Programm: Festrede (Herr Jakob Reich); Gymnastische Übungen, ausgeführt v. 5 Damen; Barrenturnen der Herren, Pyramiden der Herren; Ehrung von verdienten u. langjährigen Mitgliedern. Preisverteilung vom Jüdischen Sportfest(vom 3. Okt.). Jüdische Lieder,gesungen v. Frau Sonja Ziegler. ÄnschließendTanz (Kapelle Schmidt-Fräncis) BÜFFET / STIMMUNGS-EINLÄGEN EINTRITT M. 3.— Verlängerung der Polizeistunde