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Das jüdische Echo · 1926-09-30 · 40 (30.9.1926) · p. Seite 636

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
40 (30.9.1926)
Date
1926-09-30
Page
Seite 636 (sequence 8)
Language
German
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636 Das Jüdische Echo Nr. 40 führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Kunst. Oberbürgermeister Böß begrüßte in einer längeren Rede den großen Künstler und beglückwünschte die Stadt Berlin, daß es ihr gelungen ist, ihn an sich zu fesseln. Einen kostbaren Taktstock überreichte er ihm im Namen der Stadt als sichtbares Zeichen ihrer Schätzung. Bruno Walter mußte bekanntlich wegen seines Judentums seinen früheren Wirkungskreis in München verlassen.. Verbot völkischer Zeitungen in München München, 21. September (J.T.A.). Die Polizeidirektion München hat die völkische Wochenschrift „A r m i n i u s“ und die Halbmonatsschrift „D er Frontkrieger“ wegen eines den Rathenaumord verherrlichenden Artikels verboten. Die Frage der Einwanderung von Juden in Frankreich — Plan der Ansiedlung der portugiesischen Marrannen Paris, 22. September (J.T.A.). Die Frage der verminderten Bevölkerungszunahme Frankreichs beschäftigt dauernd die wissenschaftlichen Kreise und die Nationalökonomen. Die Versuche des Schriftstellers Andre S p i r e , landwirtschaftlich gebildete jüdische Arbeiter aus Rumänien in gewisse französische Provinzen zu bringen, sind bekannt. Neuerdings gehen durch die Presse Vorschläge, daß man die zum Judentum zurückkehrenden portugiesischen Marrannen in Frankreich ansiedeln soll. Prof. Picard befürwortet eine weitgehende Einwanderungsaktion.. In Anbetracht dessen', daß die Bevölkerung Frankreichs seit 1911 um weit über 2 Millionen zurückgegangen, und in Frankreich Platz für über 700 000 Einwanderer aus dem Ausland vorhanden ist, die für die Republik unendlich wertvoll sein würden, schlägt Picard Erleichterungen bei Einwanderung und Naturalisation vor unter der Voraussetzung, daß die Einwanderer von einwandfreier Gesundheit seien und sich nicht als Lohndrücker betätigen. Wie der J.T.A.-Vertreter erfährt, sollen die Picardschen Gesichtspunkte, zu Anträgen formuliert, auf der in Metz am 31. Oktober zusammentretenden Jahres-Versammlung der französischen Liga für Menschenrechte behandelt werden. Zehntausende von Juden durch die Katastrophe auf Florida geschädigt N e w y o r k , 22. September (J.T.A.). Durch den furchtbaren Zyklon, der die Küste von Florida verheert hat, ist auch die große jüdische Bevölkerung des Küstengebietes schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie viele Juden ihr Leben einbüßten, ist noch nicht bekannt, allein die jüdische Einwohnerschaft der Stadt Miami, die etwa 30 000 Seelen zählt, hat fast ihr gesamtes Hab und Gut eingebüßt. Es herrscht große Not. Der unabhängige Orden Bnai Brith hat eine Hilfscampagne für Florida eingeleitet. Die Unites Jewish Campaign des Joint Distribution Committee hat dem amerikanischen Roten Kreuz ihren Apparat zwecks Führung der Hilfsaktion angeboten. Jüdische Organisationen und Persönlichkeiten überall in den Vereinigten Staaten reagierten in der großzügigsten Weise auf den Appell des Präsidenten Coolidge und helfen den Opfern der atmosphärischen Katastrophe. „Drei Jahrtausende hebräische Sprache66 Ein Vortrag von Professor Dr. Perles (Königsberg) in München Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß im Rahmen der Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München, am Dienstag, dem 5. Oktober 1926, abends 81/4 Uhr, im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog- Max-Straße 7/11, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Professor Dr. Felix P e r 1 e s (Königsberg), über „Drei Jahrtausende hebräischer Sprache“ stattfindet. Herr Professor P e r 1 e s wurde, wie wir in unser heutigen Nummer mitteilen, an die Hebräische Universität Jerusalem berufen, wo er am Judaistischen Institut den Lehrstuhl für Bibelwissenschaft übernimmt. Näheres über den Münchener Vortrag siehe Inserat. Wirtschaftliche Frauenschule Wolfratshausen Die Wirtschaftliche Frauenschule in Wolfratshausen bei München, die seit Ostern eröffnet ist, bildet junge Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen heran und gibt ihnen die Grundlage zum Wirtschafts-, Sozial- und Lehrberuf. Es wird theoretischer und praktischer Unterricht in Haushalt, Küche, Garten und Geflügelzucht gegeben. Wolfratshausen ist die erste jüdische wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande in Deutschland und richtet sich in seinem Arbeitsprogramm nach staatlich vorgeschriebenen Lehrplänen. Der Ausbildungskursus ist zurzeit einjährig. Auf dieser einjährigen Grundlage wird darin die weitere Berufsausbildung aufgebaut... Wir machen aber besonders darauf aufmerksam, daß wir in diesem ersten Jahre ganz ausnahmsweise noch einige Halbjahrsschülerinnen aufnehmen. Dieses ist eine Gelegenheit für solche junge Mädchen, die eine anderweitige Berufsausbildung Vorhaben, sich in kurzer Zeit durch die methodische Schularbeit doch verhältnismäßig reiche wirtschaftliche Kenntnisse anzueignen, die ja schließlich für jedes Mädchen wichtig sind. Die Schule wird in jüdischem Geiste streng rituell geführt. Ihre Lage ist landschaftlich schön und gesundheitlich günstig. Prospekte sind durch die Leitung der Schule zu beziehen. Zigarren / Zigaretten Rauchtabake Feinste Qualitäten, größte Huswahl S. LEVIN G E R MÜNCHEN Hauptgeschäft: Bayerstraße 25 am Hauptbahnhof Filialen: am Platzl Pfisterstraße 6 gegenüber Hofbräuhaus Ruffinihaus Rindermarkt 10 an der Sendlinger Straße

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