Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- 40 (30.9.1926)
- Date
- 1926-09-30
- Page
- Seite 633 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 633 Das Jüdische Echo auf die Verhältnisse an der Warschauer Universität zu sprechen “und wies nach, daß auch hier das jüdische Element starken Bedrückungen und Einschränkungen ausgesetzt ist. An der medizinischen Fakultät wurde ein spezielles Examen eingeführt. Durch diese Einrichtung ist es gelungen, die Hälfte aller jüdischen Kandidaten von der Aufnahme auszuschließen. In Krakau gar wurden nur 6 Prozent der jüdischen Kandidaten aufgenommen. Bei der Abstimmung wurde das vom jüdischen Klub eingebrachte Mißtrauensvotum angenommen. Nachdem auch ein Mißtrauensvotum gegenA den Minister Mlodzianowski ohne die Stimmen der jüdischen Deputierten angenommen worden ist, erklärte die Regierung ihren Rücktrit t. Erschließung Haifas für den Weltverkehr Große Pläne der Haifa Bay Development Company Bekanntlich sagen alle diejenigen, die sich mit Grientpolitik und Orientwirtschaft beschäftigen, Palästina sei eine große Zukunft als Transitland und als Warenumschlagsplatz für den nahen und mittleren Orient voraus. Eine besondere Rolle wird hierbei der Stadt und dem Hafen Haifa, wie insbesondere dem gesamten Gebiet der Haifa-Bucht, zugeschrieben. Dieser Zukunft vorzubauen, ist das Ziel der vor etwa einem Jahre' in Palästina begründeten Haifa Bay Development Company Lt d„ die in einer engeren Verbindung mit den großen palästinensischen Land-Institutionen, wie Keren Kajemeth, Keren Hajessod, American Zion Commonwealth und Meschek arbeitet. Die britische Regierung, die im Orient ihren Einfluß befestigt hat, schreitet nun zur Realisierung ihrer von langer Hand vorbereiteten Wirtschaftspläne. In den Bereich dieser Pläne gehört auch der Beschluß, den Palästina-Hafen in Haifa zu bauen. Bekanntlich baut die Regierung diesen Hafen auf eigene Kosten und hat hierfür eine Million Pfund Sterling bestimmt. Der Haifaer Hafen soll der Ausfuhr- und Umschlaghafen auch für den Irak sein, und bekanntlich wird geplant, direkte unterirdische Petroleum-Röhren von den Ölquellen Mesopotamiens bis zum Haifa-Hafen zu legen. Um den Haifaer Hafen herum werden sich natürlich Lagerhäuser und Industrieanlagen gruppieren, wie ja schon jetzt in Haifa, dem Orte des Technikums, sich eine gewisse Großindüstrie festsetzt (Nescher, Schemen usw.). Der Hafen und die Industrie brauchen ein gutes Hinterland. Die Haifa Bay hat nun hinter Haifa und längs der ganzen Buchtlinie zwischen Haifa und Acco ein zusammenhängendes Landareal im Umfang von etwa 25 000 Morgen angekauft. Es handelt sich um den berühmten Haifaer Boden, dem fruchtbarsten in ganz Palästina, der sich besonders für Intensiv-Bewirtschaftung eignet. Außerdem stehen der Gesellschaft noch 12 000 Dunam Dünenland für Bade- und Gartenanlagen zur Verfügung. Weitere Erwerbungen sind geplant. Es ist bekannt, daß 8 Morgen bzw. 20 Dunam des Haifa-Bodens genügen, um eine Kolonistenfamilie zu ernähren. Es ist darum kein Wunder, daß Sosk'in, als ihm von der Exekutive ein Areal von 2500 Dunam zwecks Einrichtung einer Musterkolonie nach dem System seiner Intensiv-Wirtschaftstheorie bewilligt worden ist, alle Anstrengungen machte, um diese Kolonie gerade auf dem Boden der Haifa Bay errichten zu dürfen. Das hat Soskin auch erreicht. Auch sonst besteht starkes Interesse für diesen Boden in Palästina wie in der übrigen Welt. So hat z. B. eine Gesellschaft von nicht weniger als 1000 Juden Transsylvaniens von der Haifa Bay Boden für eine Kolonie erworben, die den Namen „Zur-Schalom“ erhalten hat und einen Teil der projektierten Kurdani-Stadt bilden wird, Großes Interesse für diesen Boden zeigen auch die Besitzer der Orangenpläntagen des südlichen Palästinas, insbesondere Kolonisten von Petach-Tikwah. Die Haifa Bay will aber nicht Bodenhandel im fahrungen und schafft ein mustergültiges Verkehr gewöhnlichen Sinne treiben. Sie saniert den Boden nach den modernsten wissenschaftlichen Erfahrungen und schafft ein mustergültiges Verkehrsnetz. In kurzer Zeit werden alle Teiche, die Malariaherde sein können, ausgetrocknet und vom Erdboden verschwunden sein. Geplant wird eine Regulierung des Flußlaufs des Kischon und des HAUSER’5 HOTEL „DER REICHSADLER“ MÖNCHEN / HERZOG-WILHELM-STRASSE 32 Albert Hauser, Eigentümer In unserem prachtvollen Cafe spielt täglich nachmittags und abends das Original Holländische Attraktions-Orchester LOUISE GULDEMOND in Nationaltracht Eintritt frei!