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Das jüdische Echo · 1926-08-20 · 34 (20.8.1926) · p. Seite 537

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
34 (20.8.1926)
Date
1926-08-20
Page
Seite 537 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 537 Ein Aufruf an die Judenheit! Der Präsident der Zionistischen Weltorganisatiori Ür. Ch. W e i z m a n n, der Präsident der Exekutive Nahum Sokolow und der Präsident des Aktions - Komitees Leo M o t z k i n richten im Namen der Zionistischen Organisation den folgender: Aufruf an die Judenheit: „Die Zionistische Organisation, die die Verantwortung für den Wiederaufbau des jüdischen nationalen Heimes auf sich genommen hat, beschloß ein Arbeitsbudget, welches Palästina eben in den Stand setzen soll, die augenblickliche Krise zu überwinden. Die schwierige Lage des letzten Jahres war keine Folge unüberwindlicher Bedingungen oder solcher Hindernisse, die in der Natur des Landes oder im Wesen der jüdischen Einwanderung lägen. Sie entsprang vielmehr den nicht ausreichenden Einnahmen des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth. Vor uns steht die Aufgabe, zum mindesten 300 0 0 jüdische Einwanderer jährlich innerhalb der nächsten zehn Jahre aufzunehmen. Unsere Arbeit in Palästina seit der Verkündung der Baliour-Deklaration beweist, daß die Verwurzelung von 30 000 Einwanderern jährlich keineswegs eine übertriebene Forderung ist. Das Ziel ist erreichbar, wenn nur die nötigen Bedingungen geschaffen werden. Erforderlich ist zunächst und vor allem Boden; zweitens ein angemessener Kolonisationsfonds; drittens Kreditmöglichkeiten und viertens die Schaffung der Voraussetzung für kulturelle Arbeit und ausreichender Schutz der Volksgesundheit. Das Aktions-Komitee ruft daher alle Juden auf, der Zionistischen Organisation für das Jahr 1926/27 ein Budget von zwei Millionen Pfund zur Verfügung zu stellen, welches für Landerwerb und landwirtschaftliche Ansiedlung, für Einwanderung und Arbeitsbeschaffung, für Erziehungswesen und Gesundheitspflege sowie für Schaffung der notwendigen Kredite für Handel und Industrie verwendet werden soll; es ruft alle diejenigen, die für den Aufbau des jüdischen nationalen Heims eintreten, auf, ihre Energien zu vereinigen, um Reserven privaten Kapitals für Investionszwecke unter öffentlicher Kontrolle zu schaffen. Die zwei Millionen Pfund, die wir vom Judentum für die Verwendung durch die Zionistische Organisation verlangen, sollen auf folgende Weise verwendet werden: Bodenerwerb £ 500 000; Landwirtschaftliche Ansiedlung und Arbeitsbeschaffung £ 500 000; Kredite für Handel und Industrie £ 300 000; große technische Unternehmungen £ 100 000; Gesundheitspflege und Spitalbauten £ 200 000; Erziehungs wesen und Schulbauten £ 150 000; religiöse Arbeiten £ 50 000; Förderung der Bautätigkeit £ 100 000; Verschiedenes und Verwaltungskosten £ 100 000. Dies stellt den dringenden Bedarf der Zionistischen Organisation für das kommende Jahr dar. In den letzten Jahren ist es in einem gewissen Maße gelungen, das schlummernde Gewissen des jüdischen Volkes zu wecken. Überall in der Welt beginnen die Juden für die Fonds zu arbeiten, die aus Palästina das jüdische nationale Heim machen sollen. Wir stehen aber erst an der Schwelle der nationalen Erlösung. Stärkere Anstrengungen sind notwendig, als wie wir sie bisher erlebt haben. Alle unsere Kräfte müssen geweckt und mobilisiert werden; kein Jude darf sich von der Pflicht ausschließen, seinen Beitrag zu dem Werke der Erneuerung und des Wiederaufbaus zu leisten. Die Zionistische Organisation geht ihren Weg voll Vertrauen weiter und erwartet im kommenden Jahre eine Erhöhung ihrer Kräfte, die hingebungsvolle Zusammenarbeit aller Gruppen im Zionismus und die großzügige Hilfe aller Elemente und aller Schichten des jüdischen Volkes. Konferenz des Verbandes „Ort“ Berlin, 9. August (J.T.A.). Am Sonntag, den 8. August, wurde im Sitzungssaal des ehemaligen Preußischen Herrenhauses die III. Allgemeine Konferenz des Verbandes zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden „Ort“ in Anwesenheit von Delegierten aus Deutschland, Amerika, England, Rußland, Frankreich, Polen, Rumänien, Litauen, Lettland u. a.. m. eröffnet. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr L. Bramson, begrüßte die Delegierten und die Gäste im Namen des Zentralrates und der Zentralverwaltung des Verbandes „Ort“. Zum Vorsitzenden der Eröffnungssitzung wurde Bankdir. Wilhelm Kleemann, der Vorsitzende des „Ort“-Aufbaufonds in Deutschland, bestimmt. Herr Dr. Singalowsky, Mitglied des Präsidiums des Verbandes „Ort“ sprach sodann über die Tätigkeit des Verbandes in der Berichtsperiode 1923 bis 1926. Diese Tätigkeit erstreckte sich auf folgende Gebiete: 1. Gewährung von Krediten an jüdische Handwerker in Form von Werkzeugen und Rohstoffen; 2. Kredithilfe an jüdische Landwirte durch Beistellung von Saatgut, lebendem und totem Inventar sowie an Baumaterialien und 3. Ausbildung von Lehrlingen und Erwachsenen in Fachschulen und Lehrwerkstätten. Fachliche Instruierung der Landwirte und Handwerker. In der Berichtsperiode unterstützte der „Ort“ durch Kredite 1800 Handwerkerfamilien, 3500 Landwirte und erteilte an 5600 Lehrlinge Fachunterricht in seinen Anstalten. In der Berichtsperiode wurde eine selbständige Organisation des Verbandes ausgebaut und aus eigenen Mitteln eine Summe von 800000 Dollar für Verbandszwecke ausgegeben. Der Redner entwickelte den Ideengehalt der Organisation „Ort“, die ein Ausdruck des Willens zur Aktivität ist. Allmählich macht sich eine Besserung in der wirtschaftlichen Position der Juden in den Ostländern bemerkbar, und das wird auch auf die Arbeit von „Ort“ befruchtend einwirken, um so mehr, als die Juden im Osten Hauptträger und Hauptbeitragende der Aufbau-Arbeit sind. Herr Kurt B 1 u m e n f e 1 d , Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, führte aus, die Zionisten, die ihre wesentlichste Aufgabe in der Produktivierung des jüdischen Elements in allen Ländern sehen, schätzen aufrichtig die Arbeit von „Ort“. Die Zionisten wollen die neue Aera der jüdischen Geschichte auf der Grundlage der Produktion aufbauen. Palästina ist ein kleines Land, aber immerhin so groß wie die Schweiz. Und Palästina war einmal das Land, das eine Lösung nicht allein der Judenfrage, sondern auch der Judentumsfrage gebracht hat. Herr Alfred Berger (Poale Zion) sagte, die jüdischen Sozialisten wissen die große Bedeutung der Produktivierung der Massen zu schätzen. In

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