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Das jüdische Echo · 1926-07-09 · 28 (9.7.1926) · p. Seite 441

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
28 (9.7.1926)
Date
1926-07-09
Page
Seite 441 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 441 aber doch weitgehend versagt. Das ist ein öffentliches Geheimnis in Breslau. Er hat sich darauf beschränkt, zu versuchen, das Polizeipräsidium zu beeinflußen. Aber gerade von der Pressekonferenz des Polizeipräsidiums ist diese skandalöse „Ritualmord- oder Lustmord“-Diskussion ausgegangen. Der Centralverein hat auch Pressevertretern Informationen erteilt, jedoch war davon in der Breslauer Presse erst nach Ablauf von fünf Tagen etwas zu spüren. Die Provinzpresse hat man anscheinend überhaupt vergessen. Mit den verpaßten Gelegenheiten könnte man Bände fii 11 e n und die Judenschaft fühlte sich tagelang der Hetze völlig preisgegeben. Die C.-V.- Zeitung natürlich drückt sich über die vom Centralverein in Breslau geleistete Abwehrarbeit höchst befriedigt aus. Vielleicht hat sie noch weniger erwartet. Sie sollte einmal ihre eigenen Breslauer Vorstandsmitglieder befragen, die Antwort, die sie von mehr als der Hälfte bekommen würde, würde sie vermutlich etwas wundern. Viele, die dem Centralverein nicht angehören, weil sie eine innerjüdische Politik nicht billigen, haben die Arbeit, die er im Kampf gegen den Antisemitismus leistete, bisher respektiert und haben der C.-V.-Zeitung geglaubt, daß hier wirklich ein großer Kampf mit großen Mitteln in großzügiger Weise gut durchgeführt werde. Der Breslauer Fall hat klar und eindeutig gezeigt, daß davon keine Redesein kann. Vielleicht ist ein würdiger und erfolgreicher Kampf gegen den Antisemitismus von der ideologischen Grundlage des Central-Vereins aus, die ja auch eine bestimmte geistige und seelische Struktur seiner Mitglieder voraussetzt, überhaupt unmöglich. Vielleicht liegt es auch nur an der Generation, die ihn heute beherrscht. Nach dem Breslauer Fall ist der Respekt vor dem Ccntralverein jedenfalls völlig überflüssig. Es wäre im Gegenteil gut, wenn sich seine Mitglieder einmal von der Suggestion der C.-V.- Zeitung befreien und für ein gründliches Großreinemachen in ihrem Verein sorgen würden. Bei diesem Großreinemachen könnten sie vielleicht auch dafür sorgen, daß die innerjüdische Stellungnahme des Centralvereins geändert wird. Der Anspruch des Vereins, Abwehrorganisation für das gesamte deutsche Judentum zu sein, während er in der Tat gleichzeitig eine Parteiorganisation innerhalb des deutschen Judentums ist, führt zu dauernden und unerträglichen Reibungen. Das hat sich wiederum in unserer letzten Repräsentanten Sitzung gezeigt. Hier in Breslau befinden sich eine jüdische Volksschule und eine jüdische höhere Schule im Aufbau. Sie sind privat von Freunden der Sache gegründet und entwickeln sich vorzüglich. Man könnte sagen, zu gut, denn da bekanntlich an jeder öffentlichen Schule ein jeder Schüler einen Zuschuß verlangt, so sind die Lasten mit der steigenden Schülerzahl schließlich zu groß geworden, als daß man sie noch privat weiter tragen könnte. Die zionistische und konservative Fraktion haben daher in der Repräsentanz einen Zuschuß für die jüdische Schule beantragt. Da es sich finanziell um eine Bagatelle handelte, etwa 0,15% des Etats der Breslauer Großgemeinde, und da die verschiedenen Richtungen bisher auf dem Standpunkt standen, in kollegialer Zusammenarbeit die Bedürfnisse aller Strömungen zu befriedigen, so hatte man angenommen, daß diesem Antrag zugestimmt werden würde. Nach einer sehr eindrucksvollen Debatte, in der die Zionisten zweifelsohne die moralischen Sieger waren und nachdem die liberale Fraktion noch schnell eine Fraktionssitzung nötig hatte, um ihre schwankend gewordenen Mitglieder bei der Stange zu halten, wurde der Antrag mit der Majorität der Liberalen, die heute noch besteht, abgelehnt. Man empfand das in den positiv eingestellten Kreisen geradezu als eine kleinliche Schikane. Und vielleicht hängt die Stellungnahme der liberalen Fraktion bewußt oder unbewußt mit der unaufhörlichen Hetze gegen den Zionismus zusammen, die der Centralverein seit einigen Monaten betreibt. Die Folge war jedenfalls, daß die Zionisten und zum Teil auch die Konservativen in der nächsten Sitzung der Repräsentantenversammlung in eine aktive Oppositionspolitik eintraten. Den Anlaß gab wieder jene oben erwähnte Doppelstellung des Centralvereins. Denn für diesen war im Etat eine Subvention eingesetzt, die natürlich mit seiner Abwehrarbeit motiviert wird. Da aber, wie auch der Vorsitzende der hiesigen Centralvereins-Gruppe in der Diskussion selbst zugeben mußte, der Central-Verein auch gleichzeitig eine innerjüdische Parteiorganisation ist, so bezeichneten die Zionisten die Subvention an den Central- Verein, die ja aus den Steuergeldern der Allgemeinheit bestritten wird, als einen gröblichen Mißbrauch. Die Diskussion war außerordentlich heftig. Und wenn auch die Zionisten nicht dieses Mißbrauchs wegen an eine Vorgesetzte nichtjüdische Behörde appellieren werden, was sie juridisch sehr wohl könnten, was ihnen aber auf Grund ihrer jüdischen Einstellung außerordentlich unsympathisch ist, so hat sich doch schon gezeigt, daß die Oppositionspolitik sehr unangenehm für die Majorität werden kann. Im Augenblick sind Vermußte, der Centralverein auch gleichzeitig eine Formel gefunden, die den Prinzipien der liberalen Majorität gerecht wird, indem man beantragte, daß die Gemeinde an den jüdischen Schulen ebenso wie an allen anderen nichtjüdischen allgemeinen Schulen den jüdischen R e 1 i gi o n s unterricht subventionieren soll. Vielleicht kann man sich auf dieser Formel einigen. Sonst aber dürften die Briefe aus Breslau nach dem nächsten Zusammentritt der Repräsentanten im Herbst Stoff zu recht interessanten Erörterungen bieten. K. E. Die echt **01* Vor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. enthalten nur feinste Mischungen der edelsten bulgarischen Qualltfitstabake

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