Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- 18 (30.4.1926)
- Date
- 1926-04-30
- Page
- Seite 287 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 Das Jüdische Echo 287 IJAR-AKTION DER ZIONISTISCHEN ORTSGRUPPE NÜRNBERG-FÜRTH Donnerstag, den 6.Mai, abends 8* 1 2 3 4/4;Uhr, in denKlubzimmern II und III des Hotels Deutscher Hof spricht Herr Redakteur MOSES WALDMANN über: Kampf gegen den Judenhaß Samstag, den 8. Mai, abends S^Uhr, im Weißengartensaale in Fürth HERR DR. WERNER BLOCH Thema wird noch bekanntgegeben Dienstag, den 11. Mai, abends 81/4Uhr, im großen Saale des Hotels Deutscher Hof Herr ARNOLD ZWEIG (BERLIN) über: „Die jüdische Wirklichkeit“ den so manche Erscheinungen in Wegfall kommen, auch solche, die fast immer bei einem Wechsel der Lehrkräfte auftreten, das Umstellen auf das neue System des Lehrers, was gleichbedeutend ist mit einem Beginnen von vorne, also einen Rückschritt bedeutet. Vielfach macht die jüdische Frau den Versuch, nach irgendeinem System, sei es nun Mensendieck oder Bode, sei es Loheland oder Laban, oder sonst irgendeines, Gymnastik zu treiben. Bisweilen bemerkt sie schon nach kurzer Zeit, daß sie nicht ganz davon befriedigt wird. Als notwendige Folge ergibt sich, daß sie nun entnastik dar. Die folgenden Zeilen sind aus der Wiedergabe des Vortrages in der „M. N. N.“ genommen.. Es heißt da: Richtlinien für das Frauenturnen: 1. Keine Kraftgymnastik, sondern ein regelmäßiger und wohltätiger Wechsel zwischen Spannung und Lösung zur Anregung des Turgorspieles. (Eine Eigenart der weiblichen Muskulatur besteht in ihrem überaus ansprechbaren neuromuskulären Spiel, in der Eigenschaft eines leichten Wechselspieles von Spannung und Lösung.) 2. Die Rumpfgymnastik spielt eine bedeutsame Rolle und in ihr die Kräftigung der Lendengegend als ein Hauptgrundsatz. 3. Zielbewußte Anregung des Beckenkreislaufes. 4. Der Rhythmus als ein Urelement des seelischen Erlebens. Wie weit diese vier Punkte ergänzt, eventuell ersetzt werden können, fällt in den Aufgabenkreis des Fachlehrers und des Arztes. Jedenfalls ist es ein recht interessanter Versuch, und aus diesem Grunde hier erwähnt. (D, Verf.) weder vollkommen aufhört, Leibesübungen zu treiben, oder bei einem anderen System einen neuen Versuch unternimmt. Tritt hierbei keine ähnliche Erscheinung auf, so gelingt es ihr nach längerer Zeit des Strebens und Übens eine gewisse Leistung zu erlangen. Nun, wo liegt der Grund für diese Tatsache? Etwa darin, daß die Eigenart der jüdischen Frau zu wenig, vielleicht überhaupt nicht zur Geltung gekommen ist, daß die oft tiefsinnige, feinfühlende Seele eines jüdischen Mädchens nicht Beachtung findet? Nein, sondern zweifelsohne in dem Umstand, daß der Körper nicht fähig war, sich in die Übungsform, in den Rhythmus der Bewegung einzufügen, daß er nicht entsprechend vorbereitet war; denn nie lernte er einfache Bewegungen ausführen, nie sich in eine Gesamtbewegung einordnen. Ich bin mir wohl bewußt, daß* kein Gymnastiksystem mit Ausdrucksbewegungen oder künstlerischen Tanzformen beginnt, weiß aber auch recht gut, wie wenig wertvoll der Anfangsunterricht ist, der auf dem Üben nach Musik aufgebaut wird. Denn für den Anfänger ist es viel zu schwer, sich auf Koordination der Bewegung und auf den Rhythmus der Musik zu konzentrieren. Mit anderen Worten: erst wenn man eine Grundgymnastik beherrscht, kann man ein nach einer bestimmten Richtung hin eingestelltes System wählen. Dann wird man Freude empfinden können an der Bewegung, am Spiel des Körpers. Dann wird man auch seine Eigenart zum Ausdruck bringen können und darin eine Befriedigung finden. Diese Einstellung zu den Aufgaben einer Körpererziehung der Frau, der jüdischen Frau, sei hier gezeichnet. Was diese Gedanken vielleicht besonders wertvoll erscheinen läßt, ist ihre prak-