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Das jüdische Echo · 1926-01-29 · 5 (29.1.1926) · p. Seite 73

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
Seite 73 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 73 den und den Zionismus ebenfalls nicht von sich aus stören, so würde es sicherlich wertvoll, wahrscheinlich auch leichter sein, dorthin Brücken zu finden. Zwischen unserem Jerusalem und Mekka- Medina besteht keinerlei Antagonismus. Und wenn, was anscheinend bereits der Fall ist, Ihn Saud in seinem neuen Vertrage mit England, welcher ihm das Kalifat sichert, die Balfour-Deklaration anerkannt hat, so wird erstmalig eine Plattform für jüdisch-arabische Verständigungsarbeit geschaffen sein. Es liegt also zur Zeit gewiß kein Anlaß zu politischem Pessimismus und kein Anlaß zu einer Politik des Pessimismus vor. Die allgemeine Gärung in der nichtchristlichen Welt pauschal als eine akute Gefahr für den Zionismus anzusehen, ist nicht richtig. England denkt eifrig darüber nach, daß Frankreich wahrscheinlich in Syrien eine wesentlich einfachere Situation vor sich hätte, wenn Syrien das Land des Zionismus gewesen wäre; Frankreich wiederum blickt neidisch auf dieses Palästina, in dem es so erstaunlich ruhig bleibt — ist diese Buhe das Verdienst der Engländer und ihrer besseren Verwaltungskunst? Schwerlich um seinen Respekt hiervor zu beweisen, hat der Präsident der Republik, Doumergue, jetzt den Ehrenvorsitz in einer prozionistischen Gesellschaft übernommen. Den gefährlichen Gegenspieler, den einzigen, der als Machtpolitiker um Palästina kämpfte, hat England eliminiert. Und die Kämpfe in Ägypten nicht minder als die in Syrien haben die Wichtigkeit eines ruhigen und zuverlässigen Palästinas für England wieder vollkommen in den Vordergrund gerückt, so sehr, daß all die Die-Hards der jetzigen Regierung vergessen haben, wie sehr sie Lloyd George mit der Parole „Raus aus Palästina“ bekämpft haben. Auch günstige Konjunkturschwankungen sollen uns nicht zu maximalistischen Leichtfertigkeiten und zu einem illusionistischen Spielen mit Phantastereien verleiten — aber wir dürfen uns ruhig der Hoffnung und der Erwartung hingehen, daß der Zionismus die Politik des schrittweisen Zurück weichens nunmehr wieder beenden und eine Politik des stärkeren Schutzes und Selbstbewußtseins inaugurieren wird. Wir sind noch nicht so stark, wie manche von uns glauben. Aber wir sind bestimmt nicht mehr so schwach, wie es den meisten von uns erscheint. Heinrich Margulies (Tel-Awiw). Jüdische Entwicklungstendenzen Nach einem Vortrag Dr. Nahuin Goldmanns (Berlin). Die Träger des jüdischen Aufbaugedankens in Palästina, die Zionisten, sollten bei allen ihren Arbeiten in der Galutli immer den Grundgedanken „Palästina“ im Vordergrund behalten; auch die Nichtzionisten müßten jetzt, da Palästina Wirklichkeit geworden, dieser Frage Monopolstellung vor allen anderen Fragen einräumen. Das Wichtigste am Neuen, das der Zionismus geschaffen hat, ist nicht der politische und nicht der ökonomische Fortschritt, die selbstverständlich eine große Rolle spielen, es ist vor allem das psychologische Moment, wodurch ein neuer Typus geschaffen wurde, der das Wesentlichste an der ganzen zionistischen Leistung ist. Das, was der Zionismus, kurz ausgedrückt, erstrebt, eine jüdische Wirklichkeit, hat die Galutli niemals schaffen können und wird es nie zu schaffen vermögen. Denn in der Galuth leben, heißt fremd sein; und alle schönen und geistreichen Schöpfungen der Juden, die nur allzuoft die Grenze der Wirklichkeit überschritten und sich in unkon- Irollierbare philosophische Abstraktionen verloren, sie alle sind nur Ersatzmittel für eine sich auf auf einer natürlichen Basis aufbauende Tätigkeit. Auch die sich unzweifelhaft bemerkbar machenden und dem Galuthjuden oft vorgeworfenen Tendenzen zum Anarchismus entspringen diesem selben und natürlichen Drang zur Betätigung des Geistes, unnatürlich deswegen, weil sich das Geistesleben als Folge der Wirklichkeit eines Volks aus dieser ergibt und zu ihr zurückkehrt und unser Geistesleben ohne feste Grundlage nur sehr geneigt ist, ins Grenzenlose, Unschöpferische abzuirren. Diese Tendenz, die bei allen Galuthjuden wiederkehrt, ist nicht etwa, wie man annehmen könnte, eine uns angeborene, sondern diese Abstraktion ersetzte uns in Ermanglung der Wirklichkeit das Eigenleben. Noch eine zweite Tendenz ist beim Galuthjudentum festzustellen: die „Tendenz zur Unvornehmheit“. Es ist dies die proklamatorische Geste, die im Gegensatz zu der natürlichen Selbstverständlichkeit des wrahren Adels steht. Aber auch diese Neigung ist nicht Arteigenheit. Durch die fortwährenden Gefahren, die unser Judentum bedrängten, war es notwendig, daß wir immer wieder der Umwelt und HAUSER S HOTEL „Der Reichsadler“ Dienstag, den 2. Februar, abends 7 Uhr Fl L M B A L L der Münchner Filmkünstler zugunsten der Winterhilfe der Münchner Einwohnerschaft in sämtlichen Räumen Bernhard Elte spielt! 3 Tanz-Kapellen! Prinz Carneval: Jack Mylong-Münz — Der „Star“ Maria Mincenty — Charleston: Ellen Kürty und Rio Nobile — Preistanzen und Filmaufnahmen Kartenvorverkauf im Hotelbüro: Für Palmengarten und Bar-Restaurant: Herrenkarten M. 8 —, üamenkarten M. 5.—. Für großen Saal: Herrenkarten M. 5—■. Damenkarten M. 3.—einschl. Lustbarkeitsabgabe. — Kein Ballzeichen. Sämtliche Plätze sind numeriert und gelten die gelösten Karten für sämtliche Räume. Herren Fraek oder Smoking — Damen Abendtoilette.

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