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Das jüdische Echo · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 60

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 60 (sequence 8)
Language
German
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60 Das Jüdische Echo Nr. 4 Lord Headiny, der Vizeköniy von Indien, kommt nach Palästina. Hier wird aus zuverlässiger Quelle mitgeieill, daß Lord Reading (Sir Rufus Isaacs), der eben seinen Posten als Vizekönig von Indien, den er seil 1921 bekleidete, verläßt, auf der Rückreise von Indien nach England Palästina besuchen wird. Lord Reading, der bekanntlich Jude ist und bis zum Jahre 1921 der oberste Richter Englands war, hegt den Wunsch, in Palästina das jüdische Aufbauwerk im Zusammenhang mit dem Problem der Errichtung des jüdischen Nalionalheims einem Studium zu unterziehen. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Palästinabesuch Lord Readings ist die folgende Reminiszenz interessant: Während des 12. Zionislenkongresses wurde von der Brandeisgruppe milgeteilt, Lord Reading, der damals der oberste Richter Englands war, sei an Herrn Louis Brandeis, dem Mitglied des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, aus eigener Initiative herangetreten, habe mit ihm über den jüdischen Aufbau in Palästina gesprochen und sich dabei dahin geäußert, daß die Verantwortung für den Erfolg dieses Aufbaues und des Bestrebens nach Schaffung einer jüdischen Heimstätte auf alle Juden ohne Unterschied der Weltanschauung falle. Dabei erklärte Lord Reading, er könne mit Rücksicht auf sein hohes Richteramt die ihm angebotene Würde eines Mitglieds des Komitees nicht annehmen, sich auch an der Arbeit nicht direkt beteiligen, aber er wolle sich bemühen, eine Zusammenarbeit zwischen Sir Alfred Mond, mit dem er darüber bereits gesprochen hatte, Baron v. Rothschild und Sir Robert Walev Cohen zu sichern. Kohl <*ivu!Kokt - Cro« h»ndlung | Max Müllerji KQHLEN-U. KOKS GROSS HANDLUNG Büro; Karolinenplatz Nr. 5 Lager: Hansasfraße27 Eine Oryanisation von Nichtjuden für Palästina- Aufbau. Auf Einladung des Landwirtschaftsexperten der Vereinigten Staaten Prof. Elwood Mead, der vor kurzem aus Palästina zuriickgekehrl ist, hielt Mr. Emanuel Neumann in der ,,Gesellschaft für neue Wirtschaftskultur“ eine Ansprache über die Probleme des Aufbaues Palästinas. Der Versammlung, die im Gebäude des Staatsdepartement des Innern abgehalten wurde, wohnten die führenden Autoritäten in Landwirtschaft und Eisenbahnwesen, die Präsidenten der Handelskammern, sowie führende Kaufleute aus verschiedenen Zentren der Vereinigten Staaten bei. Herr Neumann schilderte eingehend die Fortschritte im Palästina-Aufbau, das System der Urbarmachung und der Seuchenbekämpfung in diesem Lande und schlug vor, eine Organisation aus Nichtjuden zu gründen, die den Aufbau Palästinas als jüdisches Nationalheim moralisch und materiell fördern soll. Seine Ausführungen fanden warme Zustimmung unter den anwesenden Wirtschaftsführern. Herr Dr. Paul Nathan und die Ostjuden. Die Enthüllungen über die skandalösen Börsenspekulationen des verstorbenen einstigen Diktators des Auswärtigen Amtes Baron v. Holstein, die mit der Preisgabe von wichtigen Interessen der deutschen auswärtigen Politik verbunden waren, sind der Rechtspresse stark auf die Nerven gegangen und haben bei ihr mancherlei Blüten gezeitigt. Unter Hinweis auf eine Mitteilung des „Berliner Tageblatts“, daß der Bankier des Barons v. Holstein die Firma Meyer-Cohn gewesen ist, schrieb die antisemitische „Deutsche Zeitung“: ,„ . . Für heute gestatten wir uns Herrn Theodor Woltf und die vom Hause Ullstein zu fragen, ob sie ihr „erstaunliches“ Wissen um die Firma Meyer- Cohn etwa dem Schriftsteller Dr. Paul Nathan, dem Neffen und Erben des Ehepaares Meyer-Cohn verdanken. Kann uns vielleicht zugleich mit der sicherlich offenherzig gewährten Antwort gesagt werden, ob Dr. Paul Nathan über das Gesagte hinaus, nicht nur als Sozialdemokrat und Intimus des Genossen Breitscheid, sondern auch als Agent der Ostjuden besonders bei jener Presse akkreditiert ist!“ Herr Dr. Paul Nathan schreibt hierzu an den „Vorwärts“: Weder bin ich der Neffe noch der Erbe des Ehepaares Meyer-Colin; noch überhaupt verwandt mit dieser Familie. Daß mir der Genosse Breilscheid den Ehrentitel seines Intimus zubilligen würde, muß ich leider bezweifeln, und daß ich Agent der Ostjuden bin, muß ich bestreiten. Hingegen nehme ich mich nach Möglichkeit verfolgter Ostjuden an, wie ich mich verpflichtet fühle, auf Grund meiner Weltanschauung allen ungerecht Verfolgten zu Hilfe zu kommen, soweit das in meinen Kräften steht. Es entspricht solche Haltung den Prinzipien der Humanität, gleichgültig ob es sich um Christen oder Juden oder um wen sonst bandelt. Und solche Forderung ist nicht nur im alten Testament, sondern bekanntermaßen ganz ausdrücklich auch im neuen Testament enthalten, das freilich von antisemitischen Kreisen durch den weniger modernen Wolankult ersetzt werden soll. Dr. Paul Nathan. Fünf Berliner Chefredakteure gegen den Antisemitismus in der deutschen Presse. Über .das Thema „Der Antisemitismus und die deutsche Presse“ veranstaltete die Ortsgruppe Berlin des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten am

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