Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- 4 (22.1.1926)
- Date
- 1926-01-22
- Page
- Seite 59 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 59 Hess, des „Chowevv Zion“ L. P i n s k e r , Rabbi Samuel Mobile w e r s und Prof. Hermann Sch ap i r a s, der schon am I. Zionistenkongreß die Gründung des Nationalfonds beantragt hat. All diese Menschen aber waren die Künder uralter Sehnsucht. Trefflichen Ausdruck leiht ihr die, wieder im Auftrag des Nationalfonds, von E. M. Lilien gezeichnete Marke, welche die Klagern a u e r zu Jerusalem und einen betenden Juden davor darstellt. Doch diese Sehnsucht blieb nicht an der tränenreichen Vergangenheit haften und verlor sich nicht ins Leere; sie galt einem Land, das seiner Kinder harrt, sie jauchzte dem neuen Erez J i s r a e 1 zu. Dem mußte das Hauptbüro Rechnung tragen. Zuerst bot es jene schöne, schlichte „Struck- Marke“ dar, mit einer idealen Palästinalandschaft von der Meisterhand Hermann Strucks; später aber versuchte es, dein stetig wachsenden Kreis der Anhänger auf den Marken zu zeigen, was die jahrzehntelange Arbeit der Rilu und anderer Pioniere im Lande geschaffen hatte und was dann der Keren Kajemeth und die zionistische Organisation auf dem neuerworbenen nationalen, dem wahrhaft jüdischen Roden an Schöpfungen hinzugefügt. So entstanden 1913 und 1918 die mehrfarbigen Serien der sogenannten L a n d s c h a f l s - M a r k e n. Seit der letzten Ausgabe der NF-Marken sind es nun sechs Jahre her. Dein Beispiel des Hauptb ü r o s folgend, haben einzelne NF-Landesstellen, (so Deutschland, Amerika, Polen, Ostgalizien, Tschechoslowakei und Bukowina) aus besonderen Anlässen ähnliche Marken herausgegeben, wie übrigens auch andere Völker, voran die Deutschen und Araber, dieses Propagandamittel nachzuahmen strebten. Der Keren Kajemeth war inzwischen vom Einnahmcstand der ersten Jahre mit ganzen 10000 Pfund auf 50000, 100000 und schließlich auf eine Viertel Million Pfund gestiegen. Die N F - B ü c h s e hatte sich längst als das Sammelbecken der kleinen Spenden durchgesetzt, doch die Erinnerung an die NF -Marke war nicht erstorben; man verlangte sie allseits und das Hauptbüro hat sich diesem Rufe schließlich gefügt. Nun ist man neugierig, was die neue Markenserie bringt. Sie umfaßt sechs Bilder, nach den Entwürfen Benor Kalters in Jerusalem, der sich schon in dem künstlerischen Wettbewerb um den dritten Band des Goldenen Buches als bester bewährt hat. Nicht nackte Symbole bietet uns Kolter auf diesen Marken, und nicht photographische Klischees, bei denen die Fülle der Details manch Charakteristisches verdrängt; auf goldenem Mittelweg bringt er uns das Wesenhafte unseres Landes, das aus dem Gestern in ein zukunftsfrohes Heute weist, näher, und rückt es in das scharfe Licht der palästinischen Sonne. ,,Jad Awschalom“, das sagenhafte Grabmal des Königssohnes im Kidrontal, kann als Einleitung der Serie gelten — eine Mahnung, vergangene Größe wieder aufzurichten. Und der jüdische Bauer mit dem Zweigespann vor dem Pflug, er ist der wahre Schöpfer Altneulands. Seht, wie mannigfach es sich unserem Blick erschließt! ,,Im Unter Gabi“ breitet es sich weithin aus, wo der Kwisch kühnen Bogens durch die von Saaten und Fruchtbäumen prangende Ebene schwingt. Und hier steigt es zu den Hügeln auf, die, von Palmen umsäumt, auf ihrem Gipfel romantische Dörfer tragen. Dort wieder schwelgt es in einem üppigen Park, aus dem die liebre Kuppel von Bauten ragt, die wohl dem Dienst hohen Werks geweiht sein müssen. Und dort endlich, in Haifa, schmiegt es sich an den Busen des Meeres, von Schiffen wimmelnd, die uns neue Menschen, neue Kräfte zuführen. Diese sechs Bilder, je in fünf verschiedenen Farbtönen gehalten, also 30 Marken, sind in ein schmuckes Heftchen gefaßt; es soll, zum billigen Preise von etwa drei Piastern, durch alle NF- Sammelstellen Verbreitung finden. Bald werden diese Marken auf den Briefbogen aller Zionisten, aller Palästinafreunde auf tauchen; wie die Struck-Marke, von der noch ein Vorrat verfügbar ist, auf den Po s t k a r l e n. So zieht denn hinaus, ihr Sinnbilder Erez J i s r a eis, in alle Welt, in die Siedlungen der Juden aller Zungen und erzählt von der Schönheit unseres Landes, von der Arbeit des Keren Kajemeth, der dort um den nationalen Boden ringt; erzählt und w e r b t neue F r e u n de, S p e n - d e r u n d Werkge n o s s e n! Dr. E. M. Zweig (Jerusalem). Aus der jüdischen Welt Ein glückliches Land. — Das Palästina-Budget u>eist einen Überschuß von einer Million Pfund auf. Die Palästinaregierung veröffentlichte soeben einen Bericht über die Einnahmen und Ausgaben im verflossenen Budgetjahr, aus welchem zu ersehen ist, daß ein Überschuß von einer Million Pfund Sterling erzielt worden ist. Unter allen Mandatsländern, deren Verwaltung vom Völkerbund kontrolliert wird, ist Palästina, das unter britischem Mandat steht, das einzige Land, das einen Überschuß in seinem Budget aufweisen kann. Die größten Einnahmen erbringt das „Tabu“- Departemenl (Abteilung für Landregistrierung), das allein in Jerusalem monatlich etwa 10 000 Pfund einnimmt. ----- Damen-Schneiderei Herren - Schneiderei Auserlesene Qualitätsstoffe Erstklassige Verarbeitung Niedrigste Kalkulation w --- —J Maximilianstraße 40