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Das jüdische Echo · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 58

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 58 (sequence 6)
Language
German
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58 Das Jüdische Echa Nr. 4'- kann ihn ungestört, mit allen Mitteln der Staatsmacht bekämpfen. Dieser klägliche, wahnsinnige, unnütze Kampf, diese schändliche Parodie aufs „Gottesstürmertum“, geht unaufhörlich vor sich. Die niedergeschlagene, ausgehungerte, machtlose jüdische Masse erleidet geduldig alles, — nur selten und vereinzelt (Krementschug, Charkow) brach mit elementarer Gewalt die Empörung aus. Und der jewsektische „Ham“ „bekämpft Gott“, bestürmt den Himmel, — unter dem Schulze der „roten Bajonette“. Ein grauenvoll abscheuliches Bild. . . Dr. J. Schechtmann. Ein Gruß aus Ercz Jisrael Mit Ungeduld erwartet, sind sie endlich da, die neuen Marken des Keren Kajemeth. Und man kann ruhig sagen, daß sie der Erwartung w ert sind und nicht unwert der Institution, deren Arbeit sie verbildlichen sollen. Diese Marken, von Künstlerhand entworfen, tragen eigenartiges Gepräge, und auch die technische Ausführung scheint wohlgelungen. Die neuen NF-Marken können sich mit ihren Vorgängern messen, und auch mit den Postmarken, die von den verschiedenen Staaten, zumal seit dem Weltkrieg, in immer neuen Werten ediert worden sind. Auch ihrem inne re n Gehalt nach weichen sie hinter jene Staatsmarken kaum zurück; sie sind das Symbol eines werdenden Gemeinwesens; sie stellen den Willen zum jüdischen Nationalheim dar! Deshalb mag man Djemal Pascha, zur Kriegszeit türkischer Oberkommandant in Palästina, eine gute Witterung zubilligen, daß er damals den Besitz der NF-Marken als — Hochverrat auf gefaßt und grimmig verfolgt hat. Ja, wie ein werdendes Gemeinwesen, um das man noch ringt und für das man Opfer über Opfer bringt, ethisch höher steht als ein fertiger, wohlbestallter Staat, in dessen Schutz man gerne ausruht und von dem man vor allem Vorteile erwartet, so gebührt unseren NF- Marken der Bang fast vor jenen anderen. Wohl „frankieren“ sie nicht, sie verschaffen einem nicht die bequeme Möglichkeit, überallhin zu korrespondieren; aber die Ausgabe für sich bietet einen idealen Gegenwert, die Genugtuung nämlich, zeigen zu können, daß man sich einer Kämpferschar zugehörig fühlt. Der politische Zionismus, den Herzl schuf, ist seit nun drei Jahrzehnten am Werk, also alt genug, für eine historische Rückschau. Doch man kann auch schon die Geschichte seiner Institutionen schreiben, vor allem des Jüdischen Nationalfonds, und sogar eine Geschichte seiner Propaganda- und Saminelmittel. Eines der ältesten Mittel dieser Art, ja das älteste überhaupt, ist nun die N a t i o n a 1 f o n d s - M a r k e. Als Johann Kremenezky, einer der Initiatoren des Nationalfonds und der erste Präses des Direktoriums, vor den VI. Zionistenkongreß trat, schlug er ihm vor, alle Spenden für den neugegründeten Volksschalz durch eigene Marken zu quittieren. Und diese Marken sollten der kleinsten Münzeinheit eines jeden Landes entsprechen. Das war der Maßstab der Opferfähigkeit und -Willigkeit in jenen Zeiten des Werhens für die Grundprinzipien unserer Weltanschauung, ein bescheidenes Vorwärt stasten, sozusagen ein Gehversuch zionistischer Finanzaktion. Und das ' Symbol, welches die erste NF - Marke zierte, war der D a v i d s s c li i 1 d , schlechthin das Wahrzeichen der altneuen jüdischen Bewegung; schwärmerisch von den Adepten geliebt und von den Gegnern als eine verkappte Art Drudenfuß verhöhnt. In dieser Gehschule der Zionsmarke lernten die Juden spenden und Opfer bringen, vom Groschen allmählich zum Pfund empor und von ihm zu stets größeren Einheiten. So verlor die kleinwertige NF- Marke bald ihre ursprüngliche Bedeutung als Sammelmittel; aber als Mittel der Propanda behauptete sie sich und ihren hohen erziehlichen Wert. Beweis dessen, daß das NF-Hauptbüro den dringenden Wünschen nach immer neuen Marken kaum genug tun konnte. Als Herzl — ein Winkelried — im Kampfe niederbrach, da schien es dem Hauptbüro Ehrenpflicht, das Bild des gefallenen Führers allen Juden vor Augen zu führen, — und es entstand die- Herzl-Mark e. Sie zeigt uns Herzl, sinnend ans Gelände der Rheinbrücke gelehnt und in die erträumte Zukunft ausschauend, da das befreite Judentum jubelnd nach Zion emporwalll. Und als Altmeister Nordau, Herzls treuer Paladin, den 60. Geburtstag feierte, flatterte die Nordau-Marke* hinaus. Auch Wolf f s o h n und Tschleno w wurden nach ihrem Tode — durch Ausgabe eigener Marken geehrt. Doch der Zionismus war nicht nur Produkt des scheidenden 19. Jahrhunderts; er rühmt sich tieferer Wurzeln. Dies bekundet die vom Haager Hauptbüro edierte Serie von Porträt- Marken, die neben dem Jugendbild Herzls die Charakterköpfe seiner Vorgänger wiedergibt — Sir Moses Montefior l und des Sozialisten Moses Y 1 ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ HAUSER S HOTEL „Der Reichsadler“ ► In sämtlichen Räumen ► SAMSTAG, DEN 23. JANUAR ► SCHWARZ-WEISS-REDOUTE ► ► SONNTAG, DEN 24. JANUAR ► DIENSTBOTEN-BALL ► Tanz-Orchester Kurt Rohrbeck (als Gast) und Otto Weber y Voranzeige: Freitag, den 29. Januar,Reichsadler-Hausball y ”'T' ▼ ▼ ▼ ▼ ~T T ▼ ▼ ▼ T ▼ ▼ ▼ ▼ ▼ ' ▼ ▼" ▼ ▼ ▼ ▼ ▼ VTT

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