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Das jüdische Echo · 1925-12-22 · 52 (22.12.1925) · p. Seite 970

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
52 (22.12.1925)
Date
1925-12-22
Page
Seite 970 (sequence 10)
Language
German
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970 Das Jüdische Echo Nr. 52 Präsident Doumergue übernimmt das Ehrenpräsidium der Pro-Palästina-Gesellschaft Der Präsident der französischen Republik Douinergue übernahm die Ehrenpräsidenlsehafl der Organisation ,,Francc-Palestine“, die sich aus französischen Freunden des Zionismus zusammensetzl. Die Fhrenpräsidentschaft wurde Doumergue durch eine von Fernand Coreos geführte Abordnung angehoten. Bei dieser Gelegenheit sprach sich Präsident Doumergue in sehr freundschaftlicher Weise über die Idee der Schaffung eines jüdischen Nationalheims in Palästina aus. Eine Unterredung zwischen Dr. Weizmann und Senator de Jouvenel Der neue Oberkommissar für Syrien, Senator de Jouvenel, pflog in Paris eine längere Unterredung mit dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann. Gegenstand der Unterredung waren die syrisch-palästinischen Angelegenheiten. Der Unterredung wohnten bei der Führer der französischen Sozialisten, Deputierter Leon Blum, der bekanntlich ein warmer Anhänger der Idee des Palästina-Aufbaus durch Juden ist, sowie Senator de Monzie. Nordaus Gebeine werden nach Tel-Awiw überführt Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, auf ihre Kosten die sterblichen Überreste des großen zionistischen Führers Max Nordau nach Palästina zu überführen und in einem Fhrengrab in Tel-Awiw beizusetzen. Die palästinischen Eisenbahner an den Völkerbund. Die palästinische Eisenbahner - Gewerkschaft sandte ein Memorandum an den Völkerbund und ««Mi kohbn-V kokt - Gro« h»ndlung 1 iMaxMüUerjiJ ■ •—~ 4^ V''' KQ]N LEN-U. KOKS GROSS HANDLUNG Büro; Karolinenplate Nr. S Lager: Hansastraße27 an die britische Arbeiterpartei mit der Forderung, für die Anerkennung ihrer Gewerkschaft durch die Regierung zu wirken. Eine Fakultät für jüdische Literatur an der Harward-Universität Seitens der Harward-Universität wird mitgeteilt,, daß demnächst eine Fakultät für jüdische Literatur und Philosophie errichtet werde. Die notwendige Summe für die Errichtung des Instituts stellte Mr. Nathan Litauer zur Verfügung, der im Jahre 1878 die Harward-Universität absolviert hat und gegenwärtig Flandschuhfabrikant in New York ist. Das», Institut trägt den Namen des Vaters des Herrn Littauer, der zehn Jahre lang Mitglied des amerikanischen Kongresses war. Dr. Abraham Louis Lewin, einer der berühmtesten Magenspezialisten New Yorks, wurde zum Professor für Medizin an der Tulien-Universität, der größten Hochschule des Südens, ernannt. Knüppel-Kunze gegen Hindenburg Richard Kunze, genannt Knüppel-Kunze, der Führer der Deutschsozialen Partei, sprach in Dresden vor seinen Anhängern, wobei er folgendes erklärte: „Wir brauchen ein Gesetz, nach dem jeder Regierende ins Zuchthaus wandert, wenn er etwas verkehrt macht. Hindenburg ist heute von den Juden vollständig eingewickelt.“ Diese Äußerung entspricht, so schreibt die „Vossische Zeitung“, einer allgemeinen Parole der Völkischen; denn in der neuesten Nummer der Zeitung „Hakenkreuz“ heißt es in dem Leitartikel wörtlich: „In der modrigen Stinkluft der Hindenburg- Republik kann nur Lüge, Stunk und Verelendung gedeihen. ... Hei Hindenburg, dem Judendiener, hat das Sklavische, Knechtische die Oberhand gewonnen. ...Wenn wir heute statt Hindenburg einen Juden auf dem Präsidentenstuhl hätten, stände es besser um die deutsche Sache.“ Siegfried der Reumütige. — „Jede Rasse willkommen“ In einer Mitgliederversammlung des Vereins Berliner Presse sprach Siegfried Wagner, der Sohn Richard Wagners, über „Bayreuth und seine Sendung“. Er versicherte, alle Besucher seien willkommen, aus jeder Nation und jeder Rasse, mit Ausnahme der Snobs, die nur den Dunstkreis von Königlichen Hoheiten und Zelebritäten einatmen wollen. Der nächste Redner Dr. Feder fragte, wie es mit dem nationalistischen Rummel steht, mit der parteipolitisch, völkisch vergifteten Luft auf dem Festspielhügel. Siegfried Wagner erwiderte, er sei ein völlig unpolitischer Mensch und daß alle „Geschmacklosigkeiten“ gegen seinen Willen geschehen seien. Geheimrat Sachs, der Reichstagsabgeordnete für Bayreuth, versicherte, die Familie Wagner wolle „einen Strich unter das Vergangene ziehen“. Chefredakteur Georg Bernhard räumt als Demokrat der Familie Wagner das Bürgerrecht auf eine politische Meinung ein. Nur verlangt er unter der Zustimmung aller Hörer, daß Bayreuth parteilos bleiben müßte. Der „aufgehobene“ Juden-Boykott Das „Israelitische Familienblatt“ schreibt: „Es ist eine bekannte Tatsache, daß in Ostelbien die Landwirte unter der Diktatur der im Landbund vereinigten Großgrundbesitzer, der selbst in rein völkischem Fahrwasser segelt, stehen. Ein gut ausgebautes Spionagesystem gewährleistet die Überwachung auch der „verdächtigen“ Landwirte. Vor langer Zeit schon mußten sich alle Mitglieder

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