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Das jüdische Echo · 1925-12-18 · 51 (18.12.1925) · p. Seite 951

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
51 (18.12.1925)
Date
1925-12-18
Page
Seite 951 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 51 951 Das Jüdische Echo haben nur Geld! Nur Geld für den Keren Kajemeth und der Emek, das Land gehört uns!“ Das Telegramm aus London kam aber am nächsten Tag noch nicht, die Führer in London — sie kennen alle den Rausch des Landes, aber sie wissen auch, wie dünn das Bächlein rieselt, das diesen Durst löschen kann. Und man erwog und prüfte und verhandelte. Ich fuhr inzwischen acht Tage lang von Siedlung zu Siedlung und überall fragte man: „Ist der neue Kauf im Emek schon abgeschlossen?“ Und am neunten Tage kam ich zurück nach Jerusalem und ging, nichtsahnend, zur Exekutive, da war Oettinger und packte mich an den Schultern und lachte und weinte und schrie: „Das Telegramm ist da!“ Es enthielt nur ein Wort: „Kaufen!“ Palästinisches Frühgemüse in Europa Wie wir erfahren, wird zum ersten Male in diesem Winter eine Probesendung von Frühgemüse aus Palästina nach Europa versandt werden, und zwar 50 Tonnen Blumenkohl, die am 1. Januar 1926 von Haifa aus nach Konstanza verfrachtet werden sollen. Es handelt sich um ein erlesenes Erzeugnis, das bei den dortigen klimatischen Verhältnissen in ganz'hervorragender Weise gedeiht und das durch alle verpackungstechnischen Vorsichtsmaßnahmen vor dem Verderb während des Transportes, der bis Berlin übrigens etwa 6—7 Tage dauern würde, bewahrt wird. Bereits im vorigen Jahre wurde seitens des Handels-Departements der Zionistischen Exekutive in Jerusalem zu Versuchszwecken eine Probesendung von Frühgemüse nach London unternommen. Das Resultat ergab, daß die Waren trotz absichtlich in die Länge gezogenen 12tägigen Transportes und mehrfacher Umladung in gutem Zustande eintrafen. Der Preis wird sich cif Konstanza auf 2/^ Piaster RM. —.50 pro Kilo stellen, so daß die Ware angesichts der billigen Bahnfahrt von dort bis Berlin dem Preise nach durchaus konkurrenzfähig sein wird. Es handelt sich in dieser Saison nur um eine Probeladung, der von der nächsten Saison ab regelmäßig größere Sendungen folgen sollen. Allen Interessenten erteilt die Wirtschafts- Abteilung des Palästinaamtes, Berlin W 15, Meinekestraße 10, Gh„ pt„ Auskunft. Aus der Jüdischen Weift Morarescu freigesprochen! Das Kriegsgericht des II. Armeekorps zu Bukarest hat den Oberleutnant Morarescu, der angeklagt war, mehr als 30 Pogrom- und Hungerflüchtlinge aus der Ukraine, fast ausschließlich Juden, mit Hilfe der ihm untergebenen Unteroffiziere und Soldaten ermordet und beraubt zu haben, freigesprochen. Auch die mitangeklagten 21 Unteroffiziere und Soldaten wurden freigesprochen. In dem Prozeß wurden ungefähr 90 Zeugen einvernommen. Der Prozeß rollte ein kaum noch zu überbietendes Bild menschlicher Vertiertheit auf. Es konnten Morarescu und seinen Untergebenen mehr als 30 Morde nachgewiesen werden, allein die Zahl der Opfer war, übereinstimmenden Zeugenaussagen zufolge, noch viel höher. Gegen den Königlichen Kommissar wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, weil er angeblich im Verlauf des Prozesses die Offiziersehre nicht genügend geschont hat. * * * Nach dem Freispruch veranstalteten Studenten eine lärmende Sympathiekundgebung für Morarescu. Als dieser das Gerichtsgebäude verließ, hoben ihn die Studenten auf die Schulter und trugen ihn durch die Calea Victorieiu. 'S Wie der Freispruch des Mörders gerechtfertigt wird Die Agentur Orient-Travio verbreitet die folgende, für das Ausland bestimmte Mitteilung: Der Prozeß gegen den Oberleutn. Morarescu, der mit seiner einstimmigen Freisprechung endigte, hat dem Verleumdungsfeldzug gegen die Armee, dessen Leiter sowohl hier wie im Ausland wohl bekannt sind, ein Ende bereitet. Die öffentliche Meinung ist sehr zufrieden darüber, daß der Verlauf des Prozesses klar erwiesen hat, daß die gegen die Offiziere erhobenen Beschuldigungen, sie hätten sich in Ausübung ihres Amtes zu Gewalttätigkeiten verleiten lassen, ohne jede Grundlage gewesen sind. Gegenüber dieser Mitteilung ist festzustellen, daß der Königliche Kommissar Chiriac, gegen den freilich ein Disziplinarverfahren eröffnet worden ist, in seinem Plaidoyer festgestellt hat, daß Morarescu die jüdischen Flüchtlinge nur um ihrer Habe wegen ermordet hat und daß er außerdem Raubanfälle, Dokumentfälschungen, Unterschlagungen und viele andere Verbrechen begangen hat. Der Antisemitismus in der Sektion Berlin des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins Der seit mehrerer Zeit namentlich auch von dem Vorsitzenden der Sektion Berlin des Deutsch-Österreichischen Alpen-Vereins betätigte Antisemitismus hat in der letzten Zeit peinlich groteske Formen angenommen. Der Vorsitzende, ein Herr Kommerzienrat Hauptner, ist wegen einer chauvinistischen Rede von dem Grafen Montgelas in der „Vossischen Zeitung“ hart angegriffen worden. Graf Montgelas sprach von „geistiger Beschränktheit und politischer Blindheit“. Graf Montgelas pflegt seine Aufsätze mit der Abkürzung „-las“, der letzten Silbe seines Namens, zu zeichnen. Kommerzienrat Hauptner gibt einen Teil der Angriffe des Grafen Montgelas in den soeben erschienenen Mitteilungen der Sektion wieder, fügt aber hinzu, daß die Umkehrung von „-las“ Salomon ergebe, spricht dann von salomonischer Weisheit, um den Anschein zu erwecken, als ob von jüdischer Seite ein Angriff gegen ihn erfolgt sei. Die ganze Art seiner Darstellung verrät die antisemitische Absicht. Die Austritte aus der Sektion Berlin, und zwar nicht nur von jüdischen Mitgliedern, sondern auch von freiheitlich gesonnenen nichtjüdischen Persönlichkeiten, haben in letzter Zeit stark zugenommen. CAFE FÜRSTENHOF BESITZER: OTTO SEELÄNDER MÜNCHEN N E U H A U S E R ST R A S S E 21 -K Geöffnet täglich ab 3 Uhr nachmittags DER BLA UE SAAL SEHENSWÜRDIGKEIT EIGENE KONDITOREI NACHMITTAG UND ABEND KONZERTE

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