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Das jüdische Echo · 1925-12-04 · 49 (4.12.1925) · p. Seite 911

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
49 (4.12.1925)
Date
1925-12-04
Page
Seite 911 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 49 Das Jüdische Eche 911 Praktische Frauenarbeit in Palästina ,,I)as Jüdische Echo“ hat einen Vortrag Frau H. Biramsueber, Frauenaufgaben in Palästina, veröffentlicht. Es ist uns erwünscht, im folgenden unseren Lesern auch einen Bericht, der von der Womens International Zionist Organisation ausgeht, zu übermitteln. Aus diesem Gesamtbericht ergibt sich das umfassende Programm der WIZO, für die in den meisten Ländern Europas sowie in den englischen Kolonien und Dominion zionistische Frauengruppen arbeiten. Die Redaktion. Es ist nicht uninteressant, einen Überblick über die Arbeit zu geben, die die Womens International Zionist Organisation in den fünf Jahren ihres Bestehens geleistet hat. Die Organisation, die in engem Zusammenhang mit der zionistischen Organisation arbeitet, steht mit 21 Ländern in Verbindung, in denen sie jüdische Frauen für die Arbeit in Palästina organisiert hat. Die Organisation wurde im Jahre 1920 gegründet und hat seither eine Summe von £, 30 000 aufgebracht, die folgendermaßen verwendet wurde: Subventionierung der ersten Mädchen-Kwuzah in Petach Tikwah. (Diese Arbeit wurde später vom Keren Hajessod übernommen.) 2. Errichtung zweier Einwandererküchen in Tel Awiw sowie Subventionierung einer Haushaltungslehrerin, die während eines halben Jahres die verschiedenen Kolonien besuchte und den Mädchen Kochunterricht mit besonderer Berücksichtigung der Diätkost gab. (Wie wir hören, war diese Wanderlehrerin Frau Biram, damals noch Frl. Tomaschewsky.) 3. Kochkurse im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsküche des Hapoel Hazair. 4. Errichtung eines „Hostels“ für Chaluzoth zum Zweck der gründlichen Ausbildung in allen Fächern der Haus- und Kleinwirtschaft. Die Schule, die den Mädchen während der Dauer ihres Aufenthalts gleichzeitig ein Heim bietet, bildet in einjährigen Kursen 30 Mädchen auf einmal aus. Die Baukosten dieser Institution, die seit drei Jahren in Betrieb ist, beliefen sich auf £ 8000. Außerdem wird die Institution mit einer Summe von £ 90 monatlich von der WIZO subventioniert. Die Schülerinnen begeben sich nach Vollendung ihrer Ausbildung in die Kwuzoth oder übernehmen leitende Stellen in den Wirtschaften von Kinderheimen, Waisenhäusern, Arbeiterküchen usw. 5. Im Zusammenhang mit dem Hostel steht eine Arbeiterküche, in der zu Zeiten starker Einwanderung auch 500 Arbeiter täglich beköstigt wenden. 6. Der ganze Distrikt von Jaffa war bis zur Zeit, wo die WIZO dort zu arbeiten begann, ohne Mütterberatungsstellen, und die Säuglingssterblichkeit war erschreckend hoch. Die WIZO hat eine Reihe von Mutter- und Säuglingsstellen eingerichtet und. subventioniert diese seit mehr als drei Jahren mit einer Summe von £ 810 im Jahr. Seit einem Jahr hat die Organisation im yemenitischen Viertel von Tel Awiw eine besondere Stelle eingerichtet, die £ 500 jährlich kostet. Diese Arbeit kann nicht hoch genug gewertet werden. Die Zahl der Besucher wächst von Tag zu Tag und belief sich im Jahre 1924 auf 4932. 7. Das größte Projekt, das die Organisation jetzt unternommen hat und das seiner Vollendung entgegengeht, ist die Landwirtschaftliche Frauenschule in Nahalal. Die Wirtschaft der Schule ist beinahe ausgebaut und umfaßt eine großangelegte Geflügelfarm, Ställe modernster Art für 25 Kühe; der Gemüsegarten und die Baumschule sind angelegt und in wenigen Wochen wird auch das erste Hauptgebäude — es sind zwei Wohn- und Schulhäuser geplant — fertiggestellt. Bisher hat das Unternehmen £ 5700 gekostet. Außer dieser Summe, die für Bauzwecke verausgabt wurde, wird die Anstalt mit £ 230 monatlich von der WIZO subventioniert. Die Organisation, die jedes zweite Jahr ihre Konferenz hat, hat in diesem Sommer auf der Wiener Tagung ein Budget von £ 25 000 für die kommenden zwei Jahre aufgestellt, und es ist zu erwarten, daß diese Summe auch aufgebracht werden wird. Die Weltorganisation Zionistischer Frauen hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens bewiesen, was die jüdischen Frauen zu leisten imstande sind. Sie hat die zionistische Organisation von den Arbeiten, die mit der Fürsorge und der Erziehung von Frauen und Mädchen verknüpft sind, entlastet, und es ist nur eine Frageder Zeit, daß sie diesen Zweig der Aufbauarbeit ganz wird übernehmen können. Aus der jüdischen Weit Der Borkumer Pastor Miinchmeyer wegen Betrugs an der Gemeinde in Untersuchung gezogen Gegen den Haupthetzer der „judenreinen“ Insel Borkum, Pastor Münchmeyer, ist ein Untersuchungsverfahren wegen Betrugs an der Gemeinde durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet worden. Außerdem schwebt gegen ihn ein Verfahren wegen Lotterievergehens. Das von der Kirchenbehörde — wie schon mitgeteilt — gegen Miinchmeyer eingeleitete Disziplinarverfahren ist eben auf die erwähnten Vergehen zurückzuführen. Couleurstudenten auf der Straße Der „Vorwärts“ teilt den folgenden Vorfall mit: Ein Ehepaar geht des Abends die Friedrichstraße entlang, die Frau — die Tochter eines bekannten Gewerkschaftsführers — wird von einem jungen Mann, einem Couleurstudenten, belästigt. Als sich das der Ehemann entschieden verbietet, wird er von dem Beiästiger und zweien seiner Freunde, Couleurstudenten, plötzlich mit wahnwitzigen antisemitischen Schimpfwörtern bombardiert und bedroht. Eine Feststellung ihrer Personalien lehnten sie, auch nach Heranziehung eines Schupobeamten, mit der Begründung ab, daß arische Studenten es nicht nötig hätten, sich wegen eines Juden zu legitimieren! Auch in Gegenwart des Beamten beschimpften sie die von ihnen tätlich beleidigte Frau als „zweifelhafte Frauensperson“. Schließlich mußten sie den Gang zur Wache antreten; sie wiederholten aber während des ganzes Weges ihre S. LEVINGER MÜNCHEN Bayerstraße 25 Pfisterstraße 6 am Hauptbahnhof am Platzl Zigarren / Zigaretten Rauchtabake Das Haus für feineTabakerzeugnisse

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