Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 48 (27.11.1925)
- Date
- 1925-11-27
- Page
- Seite 894 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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894 Das Jüdische Echo Nr. 48 spielertruppe und sehr vielseitig, oder man ist nicht brauchbar. Die jungen Spieler und ihre stillen Helfer haben noch viel Arbeit und Kopfzerbrechen, bis sie vor den jüdischen Kindern Würzburgs auftreten werden. Möge alle ihre Mühe durch ein recht volles Haus gelohnt sein! Äufftihrimgen zu Chanukka Bei Veranstaltungen zu Chanukka zeigt sich immer wieder, daß ein großer Mangel an geeigneten Stücken für Aufführungen besteht. Besonders fehlt es an solchem Material für die Jugend. Man greift daher häufig nach ungeeigneten Stücken, die leicht eine ganze Veranstaltung durch ihr niedriges Niveau gefährden können. Diesem Mangel abzuhelfen, hat der Verlag „Aufbau“, Berlin W. 15, Meinekestr. 10, begonnen, Aufführungsmaterial herauszugeben, und die geplante Sammlung mit einem Buch „Biblische Puppenspiele“ von Albert Baer mit Figurinen von Käte Baer-Freyer eingeleitet. Der Erfolg dieses ersten Buchs hat ihm recht gegeben. In kurzer Zeit; ist die erste Auflage von 1000 Stück verkauft worden und von der zweiten Auflage sind ebenfalls schon wieder beinah 300 Stück abgesetzt. Die Spiele sind im vorigen Jahr zu Chanukka und Purim in zahlreichen Gruppen und besonders in Jugendorganisationen unter dem Beifall der Erwachsenen und dem Jubel der Kinder aufgeführt worden. Auch die Presse, sowohl die jüdische Presse aller Richtungen wie die allgemeine, hat ausführliche anerkennende Besprechungen gebracht und dadurch zum Erfolg des Buchs beigetragen. Auch zum diesjährigen Chanukkafest liegen schon wieder zahlreiche Bestellungen vor. Das Buch enthält drei Spiele: Joseph und seine Brüder, David und Goliath, Salomo und die Königin von Saba. Alle drei sind in lustigen Versen geschrieben, die außerordentlich leicht behalten werden und daher auf die Kinder großen Eindruck machen. Der Text hält sich meist eng an die Darstellung der Bibel und läßt durch die Fröhlichkeit doch den Ernst des Geschehens durchblicken. In allen Stücken ist eine besondere lustige Figur eingefügt. ln dem Stück „Joseph und seine Brüder“ ist es Josephs Haushofmeister T i, ein Ägypter, der zu teuren Preisen das Getreide verkauft. Im Davidspiel ist es der riesenhafte Philister Goliath aus Gad, im Salomospiel der Mohr A b d u 1 a h , der als Begleiter der Königin von Saba nach Jerusalem gekommen ist. Wir sind der Meinung, daß es zweckmäßiger und von größerem erzieherischem Wert ist, unsern Kindern diese Dinge in einer ihnen angemessenen Form zu vermitteln und sie mehr im Unbewußten mit Jüdischem zu verbinden, als sie durch Darstellung von Gegenwartssorgen, Verfolgungen u. dgl. zu ängstigen oder ihnen Stücke mit irgendeiner sogenannten „jüdischen Tendenz“ vorzusetzen. Die Stücke sind alle leicht aufzuführen. Sie sind als Puppenspiele gedacht und enthalten in den beigegebenen Figurinen schöne bunte Vorbilder, nach denen die Puppen von geschickten Händen aus Stoff oder anderem Material selbst herzustellen sind. Die Spiele können jedoch auch, wie dies ebenfalls bereits geschehen ist, von Kindern selbst dargestellt werden oder von schauspielerisch begabten Erwachsenen, wenn diese in der Darstellung den Charakter des Puppenspiels bewahren. Die Aufführungen lassen sich überall durch eine einfach herzustellende Bühne ohne jede Schwierigkeit veranstalten. Die Figurinen als solche sind ebenfalls sehr geeignet, den Kindern eine Vorstellung von den Gestalten der Bibel zu geben, so daß das Buch auch als Lese- und Bilderbuch gern gesehen ist. Letzthin sind übrigens auch von Frau Käte Baer- Freyer zu sämtlichen drei Spielen neuartige flachfigurige, 30 cm große Holzpuppen hergestellt worden, die aus bestem Material gearbeitet und handbemalt sind. Sie sind an Drähten von unten leicht beweglich und daher auch von Kindern vorzuführen. Das Spiel mit vier Figuren kostet M. 16.—, mit fünf Figuren M. 20.—. In Verbindung mit dem Buch werden sie Kinder und Erwachsene aufs angenehmste anregen. Dr. Erhard, Berlin. Der Landsmann Tragikomödie von Scholem Asch in 3 Akten. Anläßlich der Aufführung dieses Stückes durch den Kulturverein J. L. Perez, München, die Sonntag, den 29. November 1925, abends 8 Uhr, im Cherubin-Saal (Hotel Vier Jahreszeiten) stattfindet, bringen wir folgende Darstellung. Der Landsmann ist eines der gelungensten Theaterstücke von Scholem Asch. Sämtliche Personen "ßiuThallmaier München ‘TheaünevÜr.18. U3UU3. tjibnzellarm