Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 46 (13.11.1925)
- Date
- 1925-11-13
- Page
- Seite 856 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Adonijah 5× ep/1003245
- Joab 1× ep/1005321
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856 Das Jüdische Echo Nr. 46 11II1111II 1 1 "TTiiii um i 11 | Feuilleton | || 11 1 II 1 1 1 1! Das Buch Hbisag Das 1. Kapitel. Zu den Zeiten, da König David alt war und wohlbetagt, rief Joab, sein Feldhauptmann seiner Ritter und Kriegskneehte zuhauf tausend auf das Blachfeld vor Jerusalem, daß sie übten unter dem Ruf ihrer Obersten und Gewaltigen. 2. Und sie gingen vorüber an Joab und anAdonia, dem Sohne Davids und der Haggith, die da saßen auf ihren Pferden, und grüßten mit Jauchzen und Pauken und sprachen: Glück zu Adonia! 3. Und alles Volk, das sich rottete, zu schauen die Fürsten und Kriegsmänner und alle ansehnlichen Männer, jauchzte mit ihnen und sprach: Glück zu Adonia! 4. Und Adonia war guter Fröhlichkeit und ließ hineingehen sein Roß mitten ins Volk umher, grüßte und lachte und fragte dies und das. 5. Und da er eines Manns gewahrte, der auf seinem Maultier hockte inmitten der Leute und voll Ärgers war, daß sie ihn nicht durchließen und ihn drängten, und einen Rock anhatte, wie ihn die Männer trugen in den Städtlein auf dem Lande, rief er ihn an und sprach: 6. He! du Fürst in Ägypten, woher kommst du zu so böser Stunde, daß sie dich zwacken und nicht durchlassen? Aus Ophir oder Arabien, Großmächtiger? 7. Und alles Volk lachte, der Mann aber lachte nicht, denn er war müde, und hatte der Kamele etliche hinter sich und Weib und Tochter und alles war weiß vom Staub der Landstraßen und er schwitzte sehr. 8. Und er sprach: Kein Fürst bin ich und liab schon Spotts genug! Kamelsattelmacher bin ich zu Sunem und bin von Haus Issachar und heiße Joel und hab einen Gerichtshandel, daß mir der König zum Rechte hülfe. 9. Und Adonia hieß ihn reden, denn er griff gern nach der Leute Herzen und war guter Dinge, und fragte, was sie getan hätten an ihm. 10. Und Joel antwortete und sprach: Der alte Esel hat schuld daran und der Amtmann des Königs! Und er stampfte und fraß in meinem Weizen, der Esel, und ich scheuchte ihn mit meinem Stock. Und der Amtmann gab Befehl seinen Knechten an mich, daß ich zu ihm hineingehe, und hieß mich zahlen drei Silberlinge, darum daß ich geschlagen hätte den Esel des Königs. Und es war nur der Esel des Freundes des Amtmanns des Königs und er fraß meinen Weizen und der Weizen war weg. 11. Und alles Volk lachte und sprach: Der alte, alte Esel! Da lädt er Weib und Tochter auf Kamele und macht sich auf und zieht herab gen Jerusalem um drei Silberlinge. 12. Joel aber rief: Nicht um den Weizen, nicht um drei Silberlinge! Um die Sache, um — 13. Rings aber erscholl Gelächter im Volk und auch Adonia lachte; da gab er’s auf. 14. Von der Kamele einem aber rief es aus Schleiern herab: Noch nie sind wir gegangen vor des Königs Burg und in der Stadt seiner Herrlichkeit! Das wollen wir auch sehen! 15. Und die Stimme war süß und Adonia wollte auch sehen, aber er sah nichts. 16. Und er sprach: Das sind der Gründe wahrlich viele und siehe, sie wiegen wie Erz, daß du dich hergemacht hast mit deinem Haus. Und da du eine Sache hast, daß du zum König vor Gericht kommen willst, und irgendwer sehen will des Königs Burg und die Stadt seiner Herrlichkeit, will ich dich wohnen lassen in einem Haus des Königs, das leer gemacht ist, unten im Garten, da die Baumputzer wohnen. 17. Und er gebot seinen Knechten, daß sie den Mann von Sunem hinführten. Und alles Volk sprach: Glück zu Adonia! 18. Und Adonia sah, daß ein Freuen war im Volk, und war guter Dinge, denn er griff gern nach der Leute Herzen. 19. Und Adonia war auch ein Mann nach seiner Freunde Begehr unter den Hauptleuten der Streiferrotten und war groß und stark und ein großer Sänger vor dem Herrn, ob er gleich sang wie die Vögel, die da zanken um Aas miteinander auf den Feldern. 20. Und seine Freunde hielten sich redlich mit ihm, wenn er froher Wildheit ward vom Wein, und wurden naß, wenn er sang und auf den Saiten spielte mit seiner Hand. 21. Und er sang, da sie zechten, vom Weinberg, der schlecht behütet war, und von Zäunen, die zerrissen wurden, und vom Rosenanger, auf dem geweidet ward bis zu den Lichtern des Morgens. 22. Und die Hauptleute stampften und brachten Geigen und Flöten herzu und wußten alle, wo der Weinhiigel lag, und heulten mit, daß er hüpfen konnte und warm war und feucht vom Tau. Und des Morgens kam der Wein schwer von ihnen. 23. Und Adonia richtete Mähler zu in seinen Kammern und kein Geist machte ihn unruhig und er schlief bei seiner Knechte Mägden, die da Salben bereiteten und Brotkuchen buken, und er fragte nicht nach Weisheit und Schriftzeichen. Das 2. Kapitel. Salomo aber war anders in seinem Herzen und war zart und jung und liebte das Haus. 2. Des Morgens und des Abends las er, was geschrieben war in den Chroniken der Väter und den Geschichten der Weisen. 3. Und er wußte von Tieren, die im Sumpf krochen und im Wasser waren in Höhlen, und von Kräutern, die im verborgenen wuchsen, und kannte ihre Kräfte. 4. Und er ging um mit Männern aus Ägypten und Babel folgte den Sternen des Nachts, daß er aufzeichne, wie ihr Weg war, und war in allem guter Vernunft. 5. Bethseba aber, die ihn geboren hatte ihrem Hern David, sah es sauer an, daß er kein Freund war den Spießträgern und Trabanten und den Hauptleuten feind und ihm zuwider war Prunken und Lärm, denn sie gedachte, daß ihr geschworen hatte David beim Herrn und geredet hatte, daß Salomo sollte erben den Stuhl der Ehre und König sein im Land. Salomo aber tat, wie die Söhne der Priester und Schreiber taten. 6. lind seine Zunge war schwer und das Wort war ihm teuer und war ihm kostbarer denn alle Edelgesteine, die da glänzten in des Königs Kammern und Sälen. 7. Und der Herr hatte seinen Mund verschlossen, und er sprach nicht aus, was in seinem Herzen war, denn das Wort war schwach und sollte stark werden in seiner Seele und wuchs nur langsam.