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Das jüdische Echo · 1925-11-13 · 46 (13.11.1925) · p. Seite 854

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
46 (13.11.1925)
Date
1925-11-13
Page
Seite 854 (sequence 6)
Language
German
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854 Das Jüdische Echo Nr. 46 teressante Ausstellungsräume. In einem gibt die Stadtverwaltung von Tel Awiw ein Bild des Wachstums dieser Stadt, von der diese Ausstellung bezeugt, daß sie nicht nur schnell gewachsen ist, sondern daß auch ihre Grundlagen viel gediegenere sind, als man zu glauben pflegt. Daneben hat die große Baugewerkschaft der Arbeiterschaft, der Solei Boneli, ein imponierendes Bild seines Schaffens gegeben: Photographien von Bauten, die die Gewerkschaft errichtet hat, von der Universität, von Schulen, Krankenhäusern, Fabriken, dörflichen Gebäuden und Privatvillen, lehrreiche Diagramme und ähnliches. Ein benachbartes Gebäude enthält den Maschinensaal, der übrigens auch viel aus deutschen und Schweizer Fabriken stammende Maschinen zeigt. Kein palästinisch-jüdisch ist der große Landwirtschaftspavillon, während die beiden den Haupteingang flankierenden Gebäude die sogenannten Orientwaren (Teppiche, Goldschmiedewaren usw.) enthalten und zahlreiche Aussteller aus Kairo, Damaskus und Bagdad aufzuweisen haben. Alles in allem ein hoffnungsvolles Bild des bisher Erreichten. Vieles ist heute verwirklicht, was noch vor wenigen Jahren als Utopie erschienen ist. Wer hier im Lande lebt, zweifelt nicht daran, daß auch die weitere Entwicklung aufwärts führen wird. Dr. Fritz Löwenstein (Tel Awiw). Badeleben in Palästina Von Willy F. Keller. Der Verfasser, ein begeisterter Freund der jüdischen Sache, ist Palästina-Deutscher, in Haifa geboren und lebt augenblicklich in München. Noch mehr als in Deutschland weiß man in Palästina die schönste Freude des Sommers, das Baden, zu schätzen. Sich vor und nach getaner Tagesarbeit in den blauen Fluten des Mittelmeers zu tummeln, sich in neckischem Spiel mit den Wellen seines Lebens und Gottes herrlicher Natur zu freuen, gibt neuen Mut und frische Kraft. Jeder von uns wird sich denken können, was für Genuß es ist, nach schwerster Tagesfron bei 40 bis 45° Celsius seine Glieder von kühlen Wellen umschmeicheln zu lassen oder in der angenehm frischen Ahendbrise im samtweichen Flugsand zu ruhen. Das bunteste und froheste Gewühl herrscht dort Samstags, wenn die sonnverbrannten Chaluzim und Chaluzoth aus den mehr im Inneren gelegenen Kolonien kommen, um sich nach ihrer harten aufreibenden Landarbeit für einen Tag, oft auch nur für wenige Stunden bei Spiel im Wasser und frohen Gesängen am Strand neue Kraft zu holen und über Geleistetes zu freuen. Haifa und Tel Awiw haben r-— Maximilianstraße 40 doch die schönsten Bäder, die wöchentlich von Tausenden und aber Tausenden besucht werden. Nur ist das Bad in Tel Awiw wegen der Stürme und der reißenden Strömungen etwas gefährlich, die manchen auch des Schwimmens Kundigen in die Wirbel und Untiefen zwischen den Rillen gezogen haben. Haifa dagegen ist das Paradies aller Badefreudigen. Dorthin will ich jetzt im Geist führen. Morgens zwischen vier und fünf, wenn die Sonne über das Dunkel der Nacht siegend, ihre ersten Strahlen am Horizont herauf schickt, die Wolken und die galiläischen Berge in roten Purpur tauchend, erscheinen die ersten Leute am Strand. Der erste Weg führt immer zuerst auf die Mole (German pier), von wo man am besten das Auf steigen des Sonnenballs über die Bucht beobachten kann; wie die Silhouetten der auf der Reede liegenden Schiffe immer deutlicher hervorlreten und die vom Wasserspiegel reflektierten Strahlen das Auge wie ein langes goldenes Band treffen. In einer der einfachen, aber sauberen Kabinen entledigt man sich seiner Kleider, und dann ins Wasser. Je heller es wird, desto mehr Besucher kommen. In bunte Bademäntel gehüllt, wird der kurze Weg vom Heim zum Strand zurückgelegt. Um neun Uhr ist Vollbetrieb; der ganze, wie ein schneeweißer Teppich scheinende Strand von Balh Kalim bis zum Palmenhain ist ein von lachenden, jubelnden Menschen erfüllter Platz. Kleine Kinder, Knaben und Mädchen singen, von ihren älteren Führern begleitet, ihre schwermütigen, dann wieder freudig jauchzenden hebräischen Lieder, andere führen in ihren malerischen Keffijen Reigentänze auf, von den Alten durch Zurufe ermuntert und belobt. In den Fluten tummeln sich die anderen Chaluzim, deren sonnverbrannte Körper im Wasser wie Bronze glänzen, schwimmen um die Wette; andere zeigen am Strand bei Wettspielen, daß die Elastizität ihrer Körper trotz aller Sonnenhitze ungebrochen ist. In der schwachen Brandung bei Hepha el atika (Althaifa) bemühen sich andere, ihr Kanu auf einer möglichst schönen Welle auf den Strand tragen zu lassen. Und überall leuchtende Augen, stolz erhobene Köpfe und die hebräische Sprache. Mittags ist weniger Betrieb, aber so gegen 4 Uhr nachmittags ist wieder dasselbe frohe Gewimmel. Von kräftigen Fäusten gestoßen, fliegt der Wasserball durch die Luft, mutige Schwimmer wagen sich bis an die ankernden Schiffe hinaus, von dem Winken der auf der Mole Stehenden begleitet. Am Abend dann, wenn die Lichter des Pierkasinos aufflammen und die schwermütige Musik des Streichorchesters über die murmelnden Wellen streicht, wird es am Strand mehr und mehr ruhig; all die frohen Menschen ziehen nach Haus, einer neuen arbeitsreichen Woche entgegen. Damen-Schneiderei Herren - Schneiderei Auserlesene Qualitätsstoffe Erstklassige Verarbeitung Niedrigste Kalkulation

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