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Das jüdische Echo · 1925-11-06 · 45 (6.11.1925) · p. Seite 836

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
45 (6.11.1925)
Date
1925-11-06
Page
Seite 836 (sequence 4)
Language
German
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836 Das Jüdische Echo Nr. 45 wesenausfiillender Inhalt des Kindes sein, das die Werte, die die Eltern in ihrem Blut fühlen, nicht mehr erleben kann? An allem Zögern entlang bejaht das junge Palästina diese Frage. Hier reicht der Mythus von der Opferung Isaaks ins Morgen hinaus, — Isaak bleibt am Leben. Wir müssen ihm das Leben der primitiven Dämmerung wünschen. In dieser sammeln sich die Kräfte des kommenden Tags. Justh. Frauenaufgaben in Palästina Im folgenden der Schluß des von Frau Dr. Biram, der Gattin und Mitarbeiterin des oben erwähnten Leiters der Realschule in Haifa, gehaltenen Vortrags. II. Selbstverständlich setzt der Verband dabei auch seine vor dem Krieg begonnene Arbeit an den Kindern der arbeitenden Frauen fort. Seine Mitarbeit für die Infant Welfare Station durch Sendungen von Geld und Gebrauchsgegenständen ist bekannt, und ich möchte es nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß damit natürlich auch die jungen Mütter der neuen Generation in dankenswertester Weise notwendige Erleichterungen erhalten. Aber der Verband begnügt sich mit dieser Art Hilfe nicht. Er verkennt nicht die darüber hinausgehenden großen Ansprüche, die die neue Einwanderung an ihn stellt, und die wir vorher schon angedeutet haben. Wir hörten, sie verlangt vornehmlich Schulen zur Vorbereitung der Jugend-, die nicht nur grad sich selbst ernähren soll durch ihre Arbeit, sondern die Höheres erfüllen will und soll: die selbstverständlich für ihre Erhaltung — und zwar so weit wie möglich in Wohlstand und Behaglichkeit — sorgen muß, aber damit gleichzeitig aufbauen und Wege bahnen muß für die kommenden Generationen und Palästina zu einem Faktor in der Kulturwelt machen soll. Für Knaben sind gute landwirtschaftliche Schulen und Stätten für Handwerksausbildung nötig. Für Mädchen, und das ist ja das an dieser Stelle allein in Betracht kommende, ist die Hauptunterstützungskraft zu wenden auf Einrichtung von Landwirtschafts- und Haushaltungsschulen und auf die Fortführung und Entwicklung solcher schon bestehender oder im Entstehen begriffener Institute. Sie alle kennen die Pläne der Mädchenfarm in Nahalal. Schöpferin dieses Plans ist Frau Hanna Meisel-Schochart, die schon vor dein Krieg eine Mädchenfarm in kleinem Umfang in Kinereth geleitet hat. In Nahalal arbeiten bereits etwa 20 Mädchen, um Landwirtschaft, Gartenbau und die Führung des ländlichen Haushalts zu erlernen. Es sind dort jetzt zwei große Häuser im Bau, die bis 60 Mädchen werden aufnehmen und die zu Beginn des Sommersemesters wohl ihrer Bestimmung schon werden zugeführl werden können. Frau Meisel-Schochart ist auch die Gründerin des Hotels in Tel Aviw, das ebenfalls 15 bis 18 Chaluzoth Aufnahme gewährt und diese in einem einjährigen Kursus in Gartenbau und allen Zweigen der Hauswirtschaft, hauptsächlich in der Küchenarbeit, ausbildet. Diese beiden Institute sind von großer Bedeutung für das Land, denn sie ermöglichen es, Mädchen, die ohne Kenntnisse und Mittel kommen, richtig vorzubereiten und sie in der Lehrzeit auch zu erhalten. Die Schülerinnen, die dort arbeiten, brauchen nicht nur nichts zahlen; sie bekommen neben freier Wohnung, Verpflegung und Wäsche noch ein monatliches Taschengeld von einem Pfund. Es ist klar, daß diese Schulen ein sehr hohes Budget verlangen; und die Weltorganisation Zionistischer Frauen, in Anerkennung der wichtigen Aufgabe, die diese Institute zu erfüllen haben, hat es übernommen, dieses Budget aufzubringen. Auch der Kulturverband hat bisher im weitesten Maß zur Einrichtung und Erhaltung dieser Schulen beigetragen und beteiligt sich auch in diesem Jahr durch eine namhafte Summe an dem Beitrage, den die Wizo für sie aufzubringen versprochen hat. Sein besonderes Interesse hat der Kultur verband in den letzten Jahren der Haushaltungsabteilung der Haifaer Realschule zugewandt. Darum lassen Sie mich darüber etwas ausführlicher berichten. Ich kann und darf es bis in alle Einzelteile hinein tun, weil ich selbst mit in der Leitung dieser Schule stehe. Unser Gedanke, bei der Einrichtung dieser Abteilung vor 5 Jahren war der, den jetzt in den palästinischen Schulen heranwachsenden Mädchen Gelegenheit zu geben, während und besonders nach ihrer Schulzeit das zu erlernen, was für jede künftige Hausfrau in Palästina von Wichtigkeit ist und dabei die geistige Fortbildung nicht zu vernachlässigen. Wie wir auf diesen Gedanken kamen, ist nicht schwer zu fassen. Bekannt ist das tiefe Verlangen jüdischer Mädchen nach Weiterentwicklung, und anerkannt wird dieses Streben glücklicherweise auch überall als etwas Gesundes, zur Jugend Gehöriges. Zur Genüge bekannt ist daneben aber auch die traurige Lage Palästinas, das zwar bessere oder schlechtere Schulen schon hat, aber für seine schulentlassene Jugend lange Zeit nichts zu tun imstande war und sie deswegen geradezu aus dem Lande trieb, sich anderswo zu vervollkommnen. Daß viele dadurch für Palästina verloren gingen, ist klar, und daß man sich bemühen muß, solche Erscheinungen aufzuhalten, ist eine Selbstverständlichkeit. Man hat in diesem Bestreben heute schon manches erreicht, aber es heißt tüchtig weiterbauen, wenn sich wirklich Besserung zeigen soll. Für uns in Haifa war diese Erfahrung die treibende Kraft. Wir haben unsere Arbeit an den Mädchen mit den einfachsten Mitteln begonnen. Wir haben eine Schulküche eingerichtet, die unsere Schulkinder viermal wöchentlich bespeiste, an den Tagen, an denen nachmittags Unterricht war. Das Kochen und alle damit zusammenhängenden Arbeiten wurden von den Schülerinnen der obersten drei Klassen der Schule besorgt. Das war natürlich nur eine Arbeit in ganz kleinem Umfang, aber es war eben ein Anfang. Auf die Dauer konnte sie uns nicht genügen. Sie konnte nicht zu dem Ziel führen, die Mädchen Haifas wirklich zu einer umfassenden Kenntnis der häuslichen Arbeit zu bringen. Vor allem erfaßte sie nicht die Schulentlassenen, auf die es uns besonders ankam. Wir fanden die weitere Basis für unsere Arbeit, indem wir ein Internat schufen für Schüler der Realschule, deren Eltern außerhalb Haifas oder außerhalb Palästinas wohnen. Damit schufen wir gleichzeitig ein Haus, das den Mädchen in der Form eines großen Haushalts reichlich Gelegenheit gibt, wirkliche Arbeitserfahrungen in allen Gebieten der Hausarbeit zu sammeln, das aber auch gleichzeitig, und das ist das Wesentliche, ihre Arbeit bezahlt. Letzteres war uns sehr wichtig. Denn es wird damit von den Schülerinnen gleichzeitig Arbeit geleistet, die nicht nur für den Zweck der Ausbildung erfunden, sondern auf jeden Fall von sonst regulär bezahlten Kräften hätte gemacht werden müssen. Damit fällt ein großes Schulbudget weg, das bei den wirtschaftlichen Ver-

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