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Das jüdische Echo · 1925-10-30 · 44 (30.10.1925) · p. Seite 820

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
44 (30.10.1925)
Date
1925-10-30
Page
Seite 820 (sequence 4)
Language
German
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820 Das Jüdische Echo Nr. 44 meisten Fehler anderer Völker besitzt, aber an Selbständigkeit, Festigkeit, Tapferkeit, und wenn das alles nicht mehr gilt, an Zäheit seinesgleichen sucht; das beharrlichste Volk der Erde, das ist, das war und sein wird. Die zionistische Bewegung ist entschlossen, sich ihrer Aufgabe würdig zu erweisen, Materie, die sie nicht gerufen hat, gestaltend zu bändigen; sie wird Stauwehr und Filter sein. Das aber wird sie nie verleugnen wollen, daß sie ihre älteste und mütterlichste Liebe zu jener Jugend zieht, jenen Pionieren, die „aufs Feld hinausgehen und auf den Dörfern bleiben“, den Stätten der phrasenlosen Tatsächlichkeit der Urproduktion. So steht sie nach acht Jahren hohen Wollens und sichtbarer Leistung inmitten alter und neuer, gelöster und scharf Lösung fordernder Fragen, nach acht Jahren immer noch und immer wieder, stark und gläubig, im Kampf des Anfangs. Justh. Frauenaufgaben in Palästina Wir entnehmen folgende Ausführungen dem Vortrag, den Frau Dr. Hanna Bi'ram aus Haifa Samstag, den 24. d. M. im Kreis der Damen des Münchner jüdischen Frauenbunds gehalten hat. Die hier berührten Probleme gehören zu den wichtigsten, die unsere Bewegung beschäftigen, und es wäre daher überaus wünschenswert, wenn der Kulturverband zur Förderung seiner Ziele auch in München neue aktive Mitglieder gewinnen könnte. Anmeldungen richte man freundlichst an Frau Dr. Rahel Straus, Kobellstraße 13, oder Frau Dr. Grete W e i h 1, Trappentreustraße 40. I. Über Palästina zu sprechen, ist heute bequemer, weniger erregend, als es noch vor einigen Jahren war. Damals galt Palästina als eine rein zionistische Angelegenheit, und die bloße Nennung des Namens war das rote Tuch, das den Zorn der Antizionisten erregte und zu ebenso heftigen wie meist unfruchtbaren Debatten führte. In diesem Zorn vergaßen die Gegner ganz, daß Palästina immer im Interesse derjenigen geblieben war, die sich als rechte Juden gefühlt hatten. Palästina war von jeher die Sehnsucht, wenn auch nicht des jüdischen Volks, so doch des jüdischen Menschen. Palästina war für ihn der heilige Boden' jüdischer Geistesgröße und jüdischen Heldentums. In Palästina wollte er sterben, wenn ihm zu leben dort nicht vergönnt war. Sein Herz blieb für Palästina lebendig, und wenn er selbst nicht dort sein konnte, so wollte er wenigstens am Leben derer teilhaben, die ihre Tage dort in Elend und Armut verbrachten. So wurde Palästina aus religiöser Sehnsucht zum Zielpunkt jüdischer Philanthropie. Dann kam der Zionismus mit seinen Volkshoffnungen und seinen stürmischen Forderungen für das Volk und glaubte, alles andere leugnen und Palästina nur zu seiner Angelegenheit machen zu müssen. Diese Periode des Sturms und Drangs ist vorüber, und das Glück dabei ist, daß die Kräfte nicht verpufft sind, sondern daß sie erkennbaren und anerkannten Nutzen gebracht haben. Der Zionismus hat Jugend und Frische nach Palästina gebracht, er hat schon verloren Geglaubtes, Erstarrtes zu neuem Leben erweckt. Er ist gerade dadurch imstande gewesen, das, was er anfangs selbst zu vernichten drohte, wiederherzustellen; die Anteilnahme der ganzen jüdischen Welt am Leben, am Aufbau Palästinas. Der Nichtzionist, von Antizionisten kann man kaum noch sprechen, steuert heute auch zum Ankauf von Ländereien in Palästina bei, zum Bau von Schulen, zur Errichtung der Universität, nicht, weil er glaubt, damit die Judenfrage zu lösen, aber weil er ehrlich genug ist, sich zuzugestehen, daß er nicht fernbleiben darf, wenn cs gilt, neue jüdische Werte zu schaffen. Viele, die früher gleichgültig oder gegnerisch waren, haben ihre Bereitschaft erklärt, mit den Zionisten zusammen neue Kulturstätten in Palästina zu bauen. Sie sind darüber im klaren, daß sich aus der Erklärung der Bereitschaft auch die Notwendigkeit ergibt, die Wege ausfindig zu machen, die gegangen werden müssen, um Palästina wirklich zu erneuern und in die moderne Welt einzugliedern. Ich wende mich heute an Frauen. Und so lege ich Ihnen die Frage vor; Was können wir Frauen tun, um zur Erreichung des Zieles beizutragen, von dem ich eben gesprochen habe? Diese Frage ist keineswegs neu. Sie ist auch die Frage des seit Jahren bestehenden „Verbands jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina“. Es waren nicht zionistische Interessen, die bei der Gründung dieses Verbands mitgesprochen haben. Ursprünglich waren in der Hauptsache philanthropische Momente maßgebend; jetzt sind sie, da man glücklich mit der allgemeinen Entwicklung Schritt gehalten hat, durch das bewußte Wollen zurückgestellt, an der Aufbauarbeit teilzunehmen. Wie der Kulturverband vor dem Krieg in Palästina gearbeitet hat, ist Ihnen zur Genüge bekannt. Sein Hauptzweck war, die dortigen Mädchen und Frauen voj Bettel und Prostitution zu bewahren; das wichtigste Mittel dazu war die Einrichtung von Spitzenschulen und der Verkauf der Spitzen in der ganzen Welt. Dabei war der Verband auch immer darauf bedacht, den arbeitenden Frauen Die echt Bulgarisch ^aNc^ enthalten nur feinste Mischungen der edelsten bulgariichen Vor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. **ualitÄtstabahe

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