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Das jüdische Echo · 1925-10-09 · 41 (9.10.1925) · p. Seite 777

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
41 (9.10.1925)
Date
1925-10-09
Page
Seite 777 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 41 777 Das Jüdische Echo gibt. So erleben wir das groteske Schauspiel, daß Menschen, die sich selber als Angehörige eines fremden Volkes fühlen und offen bezeichnen, trotzdem in Deutschland mitreden, also!) sie wirklich Deutsche, nicht nur dem Buchstaben nach deutsche Staatsbürger wären. . . . .“ Der gleiche Gedanke kommt übrigens noch an einer anderen Stelle in einem Artikel des Herrn Dr. Naumann zum Ausdruck. In Nr. 1 seines Mitteilungsblattes von 1923 stellt Herr Dr. Naumann unter der Überschrift „Ausländergefahr und Osljudengefahr“ folgende Forderungen für die Behandlung der Ostjuden auf (die Sperrungen sind von mir vorgenommen): „Die Einbürgerung ist ausnah mslos zu versagen und jeder O s l j u d e , der sich an für das Deutschtum schädlichen Bestrebungen beteiligt, ist rücksichtslos a u s z u w eise n. Das gilt n ich t n u r von denen, die s t r a f b a r e oder sonst unlautere Handlungen begehen, sondern auch für die Politiker, gleichviel welcher Partei und eben s o für die zionistischen Agitator e n , die vom Osten kommen. Und unmittelbar hieran schließt sich folgender Satz: „ W i r m ii s s e n uns gefallen lassen, daß die Zionisten deutsche r Abstammung im L a n de b 1 e i b e n; die ausländische n brauchen wir nicht zu dulden und wollen wir n i c h t dulde n.“ Gibt es je m a n den, de r n och zweifelt, ob wirklich Herr Dr. N a u m a n n an diesen beiden Stellen sein B e d a u - e r n d a r über zu m Ausdruck b ringt, daß man deutsche Zionisten nicht auswei s e n kann? Zu b). Herr Lehrer Gerson hatte in einem im ■„Mitteilungsblatte des Verbandes nationaldeutscher Juden“ veröffentlichten Artikel u. a. wörtlich geschrieben (vgl. Nr. 3 Jahrgang 24. Die Sperrungen sind wiederum von mir vorgenommen): „Wer die Vergangenheit der katholischen und der evangelischen Kirche kennt, der weiß, daß deren Führer in Zeiten der Not und vielleicht auch um verwerflicher, kirchenpolitischer Ziele willen, nicht selten den Weg gegangen sind, den wir nationaldeutschen Juden den Zionisten verii b e 1 n. Sie haben sich mit ihren Glaubensbrüdern im Ausland zu gegenseitiger Hilfeleistung verbunden, sie haben um die Sympathien fremder Regierungen geworben, sie h a ben i m E i n v e r - s l ä n d n i s mit 1 a n df re m d e n M ä n n e r n und Regierungen auf s t a a t 1 i c heil Umsturz, auf Bürgerkrieg h i n g e arbeite l.“ Ich frage: Welche Wege also verübelt H e r r G erson den Zionisten? U n d w e s - s e n beschuldigt er sie hier? Man hat mich nun von mehreren Seilen dringend gebeten, hier endlich einmal ein Exempel zu statuieren und Herrn Dr. Naumann vor die Schranken des Gerichtes zu zitieren, wo ja seine Verurteilung wegen Beleidigung, unter Umständen sogar wegen verleumderischer Beleidig u n g (§ 187 Reichsslrafgesetzuch) mit Sicherheit zu erwarten steht. Ich vermag mich zu diesem Vorgehen nicht zu entschließen. Es will mir nun einmal nicht gelingen, Herrn Naumann so wichtig zu nehmen, wie er gern genommen werden möchte. Ganz abgesehen davon, daß ich mir seit längerer Zeit mein eigenes Urteil über die Frage gebildet habe, ob überhaupt die fortgesetzten Angriffe des Naumannschen „Mitteilungsblattes“ gegen mich objektiv geeignet sein können, „ehrenrührig“ zu wirken, — und ich habe Grund zu der Annahme, daß mein Urteil von der Mehrzahl der Stellen geteilt wird, die er allmonatlich mit der Zusendung seines Blattes beehrt, — will und kann ich die Verantwortung dafür nicht tragen, Herrn Naumann nun etwa zu einer Gefängnisstrafe zu verhelfen und ihn dadurch seinem verdienstvollen Wirken für einige Zeit zu entziehen, vielleicht sogar das Erscheinen einer Nummer des „Mitteilungsblattes“ zu gefährden. Durch den lebendigen Anschauungsunterricht, den er, in Freiheit gelassen, monatlich einmal der Öffentlichkeit liefert, dient er m. E. der Sache des Zionismus mehr, als er es hinter Gefängnismauern könnte. Bleibt lediglich die Frage des Schiedsgerichtes. Dieser Vorschlag des Herrn Dr. Peyser hat mancherlei für sich. Nur in einem Punkte sei mir ein Abänderungsvorschlag gestattet. Nicht drei Männer, die hinter verschlossenen Türen beraten und das Urteil fällen, mögen hier zu Schiedsrichtern bestellt werden, vielmehr möge das Schiedsrichteramt die gesamte Öffentlichkeit übernehmen. Folgende Fragen also unterbreite ich diesem Schiedsgericht: 1. Ist es wahr, daß Herr Dr. Naumann die zu a) erwähnten Artikel geschrieben hat? Kommt in diesen Artikeln das Bedauern zum Ausdruck, daß man die deutschen Zionisten nicht ausweisen kann? 2. Ist es wahr, daß Herr Lehrer Gerson den zu b) erwähnten Artikel geschrieben hat und habe ich in POBZELL4M-X1EDEBLAOE MtNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL IN GEBRAUCHSPORZELLAN TÄGLICHE LAGERERGÄNZUNG

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