Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 41 (9.10.1925)
- Date
- 1925-10-09
- Page
- Seite 775 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 Lias Jüdische Echo 775 Vorschläge für das physikalische InsliUil Prof. () r n s I e i n beiraut. Besondere Aufmerksamkeil wurde der Bibliothek der Universität geschenkt. Es war allgemeine Ansicht, daß alles darangeselzl werden müsse, um die Bibliothek auf die Höhe ihrer Aufgabe und Verantwortung zu bringen. Die Vorschläge der Wolffsohn-Stif lung für die Errichtung des Wolffsohn-Hauses, in welchem die Bibliothek untergebracht werden wird, wurden gulgeheißen. Die Baupläne hierfür werden von den Herren G e d d e s , M e a r s und C h a i k i n entworfen und durchgeführt werden. Es besteht das Bestreben, das. Gebäude für die Bibliothek und das Wattenberg-Gebäude für das Einstein-Institut innerhalb der nächsten zwei Jahre zu vollenden. Staatsbeihilfen für leistungsschwache Gemeinden Die Forderung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden in der Etat-Kommission. Die Unterkommission für Überschreitung des Etats verhandelte am 28. September abends über den Beschluß des Hauptausschusses des Preußischen Landtages: ,,Der Landtag wolle beschließen, im Haushalt des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für das Rechnungsjahr 1925 hinter Kapitel 123 der dauernden Ausgaben folgendes neue Kapitel einzufügen: 123a Synagogengemeinden. Für Zwecke der geistlichen Versorgung leistungsfähiger Synagogengenieinden unter Ausschluß einer rechtlichen Verpflichtung des Staates 510 000 M. Zu Kapitel 123a: Die Auszahlung des Betrages erfolgt an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und an den Preußischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden nach Maßgabe der Seelenzahl der den beiden Verbänden angeschlossenen Gemeinden. Der Antrag des Preußischen Landesverbandes wurde von folgenden Parteien unterschrieben: Demokratische Partei, Zentrum, Sozialdemokratische Partei und Deutsche Volkspartei; im Namen der Volkspartei unterschrieb der frühere Kultusminister Dr. Boelitz.“ Dieser Beschluß wurde von den Vertretern der Regierung für unausführbar erklärt und demgegenüber zwei Positionen in Vorschlag gebracht: 1. Widerruflich Bedürfniszuschüsse den Synagogengemeinden zur Besoldung der Rabbiner 200 000.— M. 2. Im Etat der Schulverwaltung: Erhöhung der von früher her bestehenden Unterstützung für leistungsschwache Synagogengemeinden zur Erteilung des Religionsunterrichtes von 40 000 auf 250 000 M. Bei der Abstimmung wurde der Beschluß des Hauptausschusses mit den Stimmen sämtlicher Parteien, mit Ausnahme von Demokraten und Sozialdemokraten, abgelehnt (der Antrag wurde im Hauptausschuß seinerzeit mit den Stimmen des Zentrums, der Demokraten, Sozialdemokraten und Deutschen Volkspartei gegen Deutschnationale und Kommunisten angenommen) und der Vorschlag der Regierung angenommen. Während die für die Besoldung der Rabbiner eingestellte Summe durch die Regierung selbst von Fall zu Fall zur Verteilung gelangen wird, soll die für den Religionsunterricht eingestellte Summe dem Preußis c h e n L a n d e s v e r ba n d j ü d i - s c li e r G e m e i n d e n und dem Preußischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden behufs Verteilung nach regierungsseitig aufgestellten Grundsätzen zur Verfügung gestellt werden. Zur Aufstellung der Grundsätze werden die Sachverständigen für jüdische Angelegenheiten beim Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Justizrat Dr. E. L i 1 ie n t h a 1 (Berlin) und Rabbiner Dr. Esra Munk (Berlin), hinzugezogen werden. Schaffung eines jüdischen Siechenheims in Bayern Vom 15.—17. März d. J. tagte in Wiirzburg der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Auf der Tagesordnung stand u. a. der Antrag auf Schaffung eines jüdischen Siechenheims. Nach längerer Debatte wurde einem Antrag zugestimmt, der die Schaffung eines solchen als eine dringende Notwendigkeit erachtet und zur Prüfung und Bearbeitung der Angelegenheit ein A u s s c h u ß eingesetzt, der aus 14 Mitgliedern aus den verschiedenen Teilen des Landes besteht, und der das weitere veranlassen soll. Dieser Ausschuß ist für den 18. Oktober nach Nürnberg einberufen worden und wird jetzt hoffentlich energische Schritte unternehmen, um das Projekt zu verwirklichen. Es ist wohl nicht nötig, an dieser Stelle nochmals darauf hinzuweisen, wie nötig ein jüdisches Siechenheim in unserem Lande ist. Hier handelt es sich um die Lösung einer sozialen Verpflichtung, wie sie nicht wichtiger gedacht werden kann. Es war tief bedauerlich, daß bei der Tagung trotz der allseitig betonten Notwendigkeit die Ortsfrage Gelegenheit zu so vielseitiger Diskussion gab. Diese Frage ist doch sicher von untergeordneter Bedeutung, da es wirklich gleichgültig ist, ob eine Reise zum Heim einige Stunden mehr oder weniger in Anspruch nimmt. Die Hauptsache ist, daß das Heim ins Leben gerufen wird und daß die Sache nicht aus zu großer Ängstlichkeit vor Verpflichtungen immer wieder hinausgeschoben wird. JßecmnFjßhnjeidßiBQi ^xmwn^ßhruBidßßeL