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Das jüdische Echo · 1925-10-02 · 40 (2.10.1925) · p. Seite 760

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
40 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
Seite 760 (sequence 8)
Language
German
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760 Das Jüdische Echo Nr. 40 mit dem nach Salz und Schwefel schmeckenden Quellen von Ain Feschcha. Wo dagegen das reine Wasser der Erde entströmt, da zaubert es die prächtigste Vegetation aus dem Boden hervor. Die Jericho-Oase ist berühmt wegen ihrer Orangen- und Bananenpflanzungen — und dies alles bringt eine Quelle (Eliasquelle, arab.: Ain-es-Sultan) hervor, die nach deutschen Begriffen höchstens einen mittelgroßen Bach ausmacht. Und bei rationellerer Bewirtschaftung des Wassers könnte diese Quelle, die heute vielleicht insgesamt einen Quadratkilometer Wüste in fruchtbares Land verwandelt, wie zu Zeiten von Flavius Josephus mehrere Quadratmeilen bewässern. Vielleicht gelingt es, wie drüben über dem Gebirge in der Küstenebene, wo das Wasser in einer Tiefe von höchstens 100 Metern überall! angetroffen wird, auch hier auf der weiten Ebene um Jericho Wasser zu finden, falls man es nicht vorzieht, das Wasser dem Jordan zu entnehmen. Wer heute gezwungen ist, aus diesen oder jenen Gründen fern von einer Quelle zu leben, wie der Schreiber dieser Zeilen, der muß das Wasser blechweise einkaufen, d. h. er zahlt für ein 20 Liter fassendes Gefäß soviel wie ein Mitteleuropäer für mehrere Kubikmeter. Fast zwei Stunden weit muß der Esel seine begehrte Last tragen, sehnsüchtig erwartet von den Durstigen, wenn das Wasser verbraucht ist. Die Schläuche, in denen unsere Altvordern das Wasser transportierten, sind fast verschwunden. Als Kind habe ich mir sie immer vorgestellt wie Garten- oder Feuerwehr Schläuche und ich weiß nicht, ob mancher Erwachsene richtigere Vorstellungen damit verbindet. In Wirklichkeit sind es ungegerbte Tierhäute (meist von jungen Ziegen), die eine wunderbare Eigenschaft haben: sie halten das Wasser kühl und werden auch von den Wasserverkäufern noch zuweilen benützt. Aber im großen sind sie von den viereckigen Petroleum¬ oder Benzintanks verdrängt worden, deren Anblick dem Besucher Palästinas so sehr vertraut ist. Der Araber steht mit der Technik auf schlechtem Fuße — es genügt ihm, das Loch in dem aufgeschnittenen Blechgefäß mit etwas Schilf oder Blättern zu verstopfen, um das Auslaufen zu verhindern. Hier, in dem tropischen Klima der Jordansenke, in dem die Temperatur selten unter 10 Grad heruntergeht, genügt ihm auch die primitivste Art des Wohnens. Eine Hütte aus Rohr, Blech und alten Brettern, würdig jedes Südseeinsulaners. Das Gegenstück — die Winterwohnung des Effendi in Jericho, das von den Reichen Jerusalems im Winter häufig aufgesucht wird — ein für palästinensische Verhältnisse solides Gebäude, ist meist leider europäisch geschmacklos gebaut. Die Gegensätze unter der Bevölkerung sind, von. außen gesehen, auch hier starke (Juden gibt es hier nicht, denn diese halten sich strenge an das biblische Verbot des Wiederaufbaus von Jericho). Die sozialen Unterschiede treten vielleicht weniger stark hervor, aber schon die Unterschiede der Rasse sind in diesem Gebiet, das sicher immer eine Durchzugsstraße der Völkerwanderungen war, und in das auch in neuerer Zeit häufig Neueinwanderungen stattgefunden haben, sehr stark. Den semitischen Typus finden wir in merkwürdiger Reinheit bei einigen christlichen Familien aus Bethlehem vertreten, denen die paar auf dem Toten Meer verkehrenden Schiffe gehören. Häufig beobachtet man den negroiden Einschlag; die breiten Nasen, die aufgeworfenen Lippen und die gekräuselten Haare verraten ihn deutlich. Vermutlich stammen die Vorfahren dieser Typen aus dem Süden oder Äthiopien, Von ihrer Heimat an tropische Hitze gewöhnt, sind sie brauchbare Arbeiter in einem Klima, das für den palästinensischen Araber auch einigermaßen ungewöhnlich ist. Die Marokkaner, ein kräftig schön gewachsener Menschenschlag, sind erst in den letzten 30 Jahren eingewandert. Aus ihren Gesprächen höre ich oft den Namen Abd-el-Krims heraus, der auch bei den übrigen Arabern eine populäre Figur geworden zu sein scheint. Außer den kaum tausend Einwohnern Jerichos, den Bewohnern der kleinen Oase des griechischen Klosters am Jordan und der kleinen von den Türken unter deutscher Mithilfe am Toten Meer errichteten Barackensiedlung gibt es hier nur noch Beduinen. Sie halten sich mit ihren Viehherden an die wenigen Quellen, die am Fuße des Gebirges austreten, und die meist schlechtes, fauligsalzig schmeckendes Wasser haben, das dem Vieh aber genügt und auch von den Menschen schließlich getrunken wird. Das Hauptnahrungsmittel der Beduinen ist ,,Läbe“, ein Mittelding zwischen Sauermilch und Quark. Räuberische Überfälle sind hier ziemlich selten, im Gegensatz zum Süden und Osten, wo die Beduinen nur selten mit der Zivilisation in Berührung kommen. Wie ist es möglich, frage ich mich, daß dieses Volk, das über einen großen Teil der alten Welt seine Herrschaft ausbreitete und zu dessen Schöpfungen das Abendland mit Bewunderung aufblickte, in solche Ursprünglichkeit zurückgesunken ist? Wie alle primitiven Menschen besitzen die Menschen hier höchstens den Instinkt für den eigenen Vorteil, den die deutsche Sprache als „Bauernschlauheit“ bezeichnet, dabei ist die Grenze zwischen Recht und Unrecht wie gewöhnlich durchaus verschwommen. Die echt AfschuVS. Vor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. enthalten nur feinste Mischungen der edelsten bulgarischen QualitHtstabake 858

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