Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 40 (2.10.1925)
- Date
- 1925-10-02
- Page
- Seite 758 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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758 Das Jüdische Echo Nr. 40 Prof. Willstätter Ehrendoktor des Züricher Technikums. Zürich (J.T.A.). Der diesjährige Vertreter der Chemie an der Münchener Universität Prof. Dr. Richard Willstätter, der infolge des antisemitischen Kurses im Lehrkörper der Münchener Universität auf seinen Posten in München verzichtet hat, hat von der Technischen Hochschule in Zürich die Würde eines Ehrendoktors der technischen Wissenschaften erhalten. Moriz Heimann gestorben. Berlin. (J.T.A.) Am 22. September starb nach langem schwerem Leiden der Dichter-Denker Moriz Heimann in der Berliner Charite im Alter von 57 Jahren. Moriz Heimann hat als Kritiker wie als Lektor des Verlages S. Fischer einen großen Einfluß auf die deutsche Literatur ausgeübt, indem er zahlreichen jungen Begabungen zu Geltung verhalf. Einige seiner Dramen hatten auf der deutscher). Bühne Achtungserfolg. Sein letztes Drama „Das Weib des Akiba“ wird in dieser Saison von einigen deutschen Bühnen zur Aufführung gebracht werden. Heimann war ein Schwager Gerhard Hauptmanns. 25jähr. Bestehen des Warenhauses Tietz in Berlin. Berlin. (J.T.A.) Die Firma Herrmann Tietz kann in diesen Tagen auf das 25jährige Bestehen ihrer Berliner Niederlassung zurückblicken. Am 26. September 1900 wurde das Warenhaus in der Leipziger Straße eröffnet. Diese Eröffnung bildete ein Ereignis für die Stadt Berlin. Die Firma, die bereits in zahlreichen deutschen Städten Niederlassungen besaß, erweiterte bald ihr Tätigkeitsfeld auch in Berlin durch den Bau des Hauses am Alexanderplatz und Eröffnung eines weiteren Warenhauses in der Frankfurter Allee. — Es ist bekannt, daß die Warenhäuser der Firma Tietz in ganz Deutschland im Sinne ihrer Begründer Herrmann und Oskar Tietz, die beide nicht mehr unter den Lebenden weilen, an den hohen jüdischen Feiertagen geschlossen sind. Das „arische“ Theater in Wien. Wien. (J.T.A.) Wie eine Wiener Theaterkorrespondenz meldet, will die sogenannte Deutsche Kunstgemeinschaft noch im Monat Oktober ihren Plan, ein arisches Theater ins Leben zu rufen, verwirklichen. Eine große Aktion zur Anwerbung von mindestens 50 000 Mitgliedern wird durchgeführt, 6000 Mitglieder haben sich bereits angemeldet. Es soll das Stadttheater gepachtet werden und dort ausschließlich Stücke arischer Dichter durch arische Schauspieler zur Aufführung gelangen. Juden wird der Eintritt verboten sein. Direktor ist ein gewisser Herr Lampe. Die Hakoahner um die Ringmeisterschaft gebracht. Wien. (J.T.A.) Bei den Meisterschaftskämpfen um die österreichische Ringmeisterschaft nahmen die Richter Partei gegen die Hakoahner, obwohl diese als die besten Ringer Österreichs gelten. Da auch die Zuschauer in demonstrativer Weise gegen die Hakoahner Stellung nahmen, verzichteten diese auf die weitere Austragung des Kampfes,. Die Ringmeisterschaft erhielt der Klub Slovan, der unter normalen Umständen nie gegen Hakoah hätte aufkommen können. Die „Wiener Morgenzeitung“ stellt fest, daß sich die antisemitische Einheitsfront gegen den jüdischen Sport nunmehr auch gegen die hervorragendste Ringsektion Hakoahs wendet. Internationale Konferenz getaufter Juden in London London. (J.T.A.) Dieser Tage begann in London die erste internationale Konferenz der „Hebrew Christian Alliance“, einer Organisation der zum Christentum übergetretenen Juden. Mr. E. Bendor Samuel-London eröffnete die Konferenz und verlas ein Schreiben des Präsidenten der Hebrew Christian Alliance, Prediger Samuel S c h o r , der verhindert war, die Konferenz persönlich zu eröffnen. Mr. Bendor Samuel begrüßte die aus den Vereinigten Staaten, Palästina und den Ländern des Kontinents eingetroffenen Delegierten, worauf Herr D. Neugewürz aus Montreal ausführte, die Konferenz bedeute ein Ereignis in dem Fortschritt der jüdischen Christenheit der ganzen Welt. Die jüdischen Christen dürfen sich künftighin nicht mehr von den arischen Christen und den Christen anderer Rassen zur Seite drängen lassen. Die jüdischen Christen haben eine Mission, für welche die Zeit bereits reif geworden ist. Die Konferenz muß Wege finden, wie man das jüdische Christentum in der ganzen Welt ausbreitet und verstärkt, sodaß die Bewegung die noch nicht christlich gewordene Judenheit erfaßt. Mr. Neugewürz verlas ein Schreiben des Bischofs von Montreal, in welchem es heißt, der Jude sei eine T?auThallmcuer München TheaünßvÜrAÖ. rD & J&vzoüarm