Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 40 (2.10.1925)
- Date
- 1925-10-02
- Page
- Seite 757 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Das Jüdische Echo 757 unser Zentralinstitut für die Bodenpolitik in Stadt und Land ist, sondern ihn auch vor neue, sehr große Aufgaben gestellt. Wenn die Spekulation ihren ungehinderten Fortgang nehmen würde, dann würde es bald unmöglich sein, produktive Elemente in und bei' den Städten anzusiedeln. Schon heute kann sich die große Schar der städtischen Beamten, Lehrer, Handwerker und Arbeiter nicht mehr den Luxus einer ihren Bedürfnissen einigermaßen entsprechenden Wohnung leisten. Der Kongreß hat das Direktorium des Keren Kajemeth beauftragt, für die Schaffung von vorstädtischen Arbeitersiedlungen Boden zur Verfügung zu stellen. Wird der Keren Kajemeth diese neuen Aufgaben und seine alten, d. h. Kauf von landwirtschaftlichen Böden, Sorge für deren Amelioration, Be- und Entwässerung, Arrondierung bestehender Siedlungen, im neuen Jahr erfüllen können? Auch auf diese Frage kann man mit einer anderen Frage antworten: Wird der Keren Kajemeth im nächsten Jahr 500 000 Pfund aufbringen? Seine Verpflichtungen aus den bisherigen Käufen betragen über 300 000 Pfund. Wir wissen, welch große Bedeutung diese Käufe für das Land gehabt haben. Kaum war der Emek boden ganz bezahlt, als auch das Direktorium sich bereits wieder neuen Käufen zuwandte. Mit der Beteiligung an dem Kauf der Akko - Ebene hat es einen neuen Weg seiner Bodenpolitik beschritten. Mit Genugtuung lesen die Spender des Keren Kajemeth von solchen neuen Käufen. Aber meist bedenken sie dabei nicht gleichzeitig, daß mit so großen Erwerbungen langjährige Verpflichtungen verknüpft sind. Wenn wir daher neuen Boden in jüdischen Besitz bringen wollen, dann müssen wir zunächst für die Aufbringung der zur Bezahlung der bereits gekauften Böden notwendigen Summen sorgen. 500 000 Pfund ist sicherlich ein erreichbares Ziel. Ein Drittel dieser Summe hat Polen übernommen, ein Drittel wird Amerika aufbringen, — und Deutschland? Deutschland hat bisher an dritter Stelle mit den Einnahmen für den Keren Kajemeth gestanden und im Jahre 5685 4500 Dunam ausgelöst. Neben diesem zweifellos günstigen Ergebnis ist es gelungen, den Apparat des Keren Kajemeth in Deutschland durch eine große Zahl von ehrenamtlichen Kräften auszubauen. Die Jugend leistet praktische Palästina-Arbeit, indem sie mit großer Hingabe für den Keren Kajemeth, die Durchsetzung seiner sozialen Idee, tätig ist. Die Organisation und alle Ortsgruppen, die Zionisten und viele Nichtzionisten, fördern in Deutschland das Werk des Keren Kajemeth durch Arbeit und Spenden. Um so mehr haben wir begründete Aussicht, daß Deutschland seinen Platz bewahren, und wie die anderen Länder zu einem erheblichen Teil an der Aufbringung der 500 000 Pfund, d. h. an dem Erwerb neuer Böden, beteiligt sein wird. Dr. Walte/ Erhard. Aus der jüdischen Welt Die Hintergründe der Barmat-Hetze. Berlin. (J.T.A.) Am 19. September nachmittags hielt der Barmat-Ausschuß des Preußischen Landtags neuerdings eine Sitzung ab, die sich mit der Untersuchungsführung seitens der Staatsanwaltsassessoren Caspary und K u ß m a n n befaßte. Immer klarer — zum Teil auch durch Kußmanns Geständnisse — trat hervor, daß die ganze Barmat- Hetze zu politischen Zwecken, und zwar zum Nutzen der Deutschnationalen, aufgezogen worden war. Kußmann gab zu, daß er, wenn auch nach zweimaliger Ablehnung, Ende April mit den Herren Bacmeister und Leopold, den Leitern der deutschnationalen Propaganda, in Verbindung getreten war. Kußmann bekannte sich zu seiner Freundschaft mit dem Herausgeber des in deutschnationalen Diensten stehenden Nachrichtenbüros K n o 11. Auch gab er zu, daß er einem Beschuldigten erklärt habe, es handle sich bei der Barmat- Sache um eine große politische Reinigungsaktion, vor allem gegen den Sozialismus. Auch erklärte er es für möglich, daß er den Beschuldigten die Frage vorgelegt hat, sie sollten sämtliche Politiker nennen, mit denen sie in Beziehungen gestanden haben. Kußmann gab ferner zu, daß er die Artikel Bacmeisters und Leopolds in der rechtsstehenden Presse vor deren Erscheinen mit diesen Herren eingehend besprochen habe. Es wurde festgestellt, daß die Deutschnationale Partei das Büro Knoll, dessen sich die Staatsanwaltschaft bediente, finanziert habe. Kußmann gestand, dies gewußt zu haben. Auch an den falschen Namen, die Knoll geführt, habe er keinen Anstoß genommen. — Die Bekundungen Kußmanns machten auf den Ausschuß großen Eindruck. Bevorstehende Ausweisung der Ku-Klux-Klan- Häuptlinge. Berlin. (J.T.A.) Die Begründer des deutschen Ku-Klux-Klan-Ordens, die amerikanischen Geistlichen Strohschei.n Vater und Sohn, sollen ausgewiesen werden. Die anderen an der Ku-Klux- Klan-Affäre beteiligten Personen sind inzwischen aus der Haft entlassen worden. Es ist möglich, daß auf Grund der Hindenburg-Amnestie das Verfahren gegen sie eingestellt wird. Zwei vakante Rabbinatssitze in Deutschland. Berlin. (J.T.A.) Die beiden Rabbinate Bamberg und Aachen sind zu besetzen. Der Bamberger Rabbiner Dr. Eckstein tritt demnächst in den Ruhestand. Er ist bekannt durch historische Arbeiten zur Geschichte der Juden in Bayern. Er hat auch gemeinsam mit seinem verstorbenen Schwager, Dr. Ziemlich-Nürnberg, die Predigten seines verstorbenen Schwiegervaters, Dr. J oel-Breslau, herausgegeben. — Rabbiner Dr. Julius-Aachen, ein bekannter Schulmann, ist wegen vorgerückten Alters zurückgetreten. German Böhm & Cs G. m. b. H. München, Isartorplatz 3 Telephon: 26805 Automobile Motorräder Werkstätten Garagen Telegramm - Adresse: Autoböhm Generalvertretung des ,,Perl“-Automobiles, Schnittiges Kleinauto, hervorragend in Qualität und Leistung; und des „Harley-Davidson“-Motorrades, weltberühmte, schwere, unverwüstliche Maschine von größter Fahrsicherheit.