Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-09-25 · 39 (25.9.1925) · p. Seite 743

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
39 (25.9.1925)
Date
1925-09-25
Page
Seite 743 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9155989--07135-9079857
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 39 Das Jüdische Echo 743 Verfügung getroffen, daß seine gesamte in ediz i n i s c h e Bibliothek der Universitätsbibliothek der Hebräischen Universität in Jerusalem überwiesen werde. Die Bibliothek ist bereits inventarisiert und das Verzeichnis der Bücher nach Jerusalem gesandt worden. Arbeit und Aufgaben des Israelitischen Lehrervereins in Bayern Rückblick und Ausblick 5685—6 Von Simon D i n g f e 1 d e r. Herr Oberlehrer Simon I) i n g f e 1 d e r hat unsin liebenswürdigster Weise das folgende von ihm auf der 44. Mitgliederversammlung in Nürnberg erstattete Referat zur Verfügung gestellt. Die Ausführungen des 1. Vorsitzenden des bayerischen Lehrervereins dürften das Interesse weiter jüdischer Kreise auf sich ziehen. Als wir vor Jahresfrist in Wiirzburg uns zusammenfanden, stellte ich als Leitwort meinem Berichte ein Schehechejonu, wekiemonu, wehigionu voran; denn noch bangten wir unter den lebendigen Erinnerungen, die wahnwitziger Haß und Lüge unvergeßlich jedem Juden ins Gedächtnis eingegraben. Wir wollen und dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen, als ob die Giftsaat vernichte! wäre, noch gilt es zu wirken und zu wachen. Trotzdem möchte ich aufalmend unserer 44. Mitgliederversammlung den Optimismus eines Segenswortes voranstellen: „Boruch meschaiie ittim“ — „Lob und Dank dem, der die Zeiten ändert/' Zwei Erlebnisse des vergangenen Jahres bezeugen uns, daß nach den Kämpfen um unsere geistige und leibliche Existenz die Judenheit zukunftsfroh das Werk des inneren Aufbaus begonnen hat. Zwei Merksteine wurden im Jahr 1925 errichtet: Die Eröffnung der jüdischen Universität in J e r u s a 1 e m , getragen von dem Willen und der Krall aller jüdisch fühlenden Menschen auf dem Erdenrund und — als Zeichen der fortschreitenden Einigung und Organisation der deutschen Juden — der V erba n d der Preußischen Israelitischen Gemeinden. Wie steht unser Lehrerverein zum Streben der Einigung? Sind wir auch nur ein kleines Teilglied in der Kette, so wollen wir uns doch nicht verhehlen, daß jeder Ring ein notwendiger Teil des Ganzen ist, und daß jeder Ring nur dann seine Existenzberechtigung erweist, wenn er nicht allein bleibt, sondern als dienendes Glied der Kette sich einfügt. Solche Erkenntnis rüstet uns mit dem Selbstbewußtsein, aber auch mit der Bescheidenheit, für die Arbeit unseres Vereins den rechten Maßstab zu finden. In diesem Sinne lasset mich Rückschau halten auf die Arbeit des vergangenen Jahres und vorwärts blickend überlegen, was wir vorsorgend zu tun haben. I. Getreu unserem in fünf Jahren erprobten Grundsalz: Nicht gegen, sondern gemeinsam mit dem Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden unsere Ziele für Schule und Beamte zu verfolgen, unterbreiteten wir dem Verband am 22. August 1924 folgende Resolution: a) Der Lehrerverein erkennt dankbar die vom Verband eingeleiteten Schritte zur Versorgung der Beamten in den Kleingemeinden an; er bittet, die Bemühungen in dieser Richtung fortzusetzen, damit allen in Frage kommenden Beamten eine ausreichende Alters- und Hinterbliebenenversorgung gesichert wird. b) Der Verband wolle auf der nächsten Tagung die Frage des Wiederaufbaus in den Mittelpunkt seiner Verhandlungen stellen. c) Der Verband wolle Bezirkslehrer auf stellen, die damit betraut werden, in lehrerlosen Gemeinden den Religionsunterricht zu erteilen. Ich beginne mit dem Wunsche, den wir unter b ausgesprochen haben. Die Erhaltung und der Wiederaufbau alten jüdischen Kulturgutes in Bayern ist das Werk des Verbandes. Ich konnte im Vorjahre in einer Arbeit, die von der Verbandsleitung unserer Mitgliederversammlung gewidmet wurde, im einzelnen diese segensreiche Tätigkeit vorführen. Jeden Monat, bringt nun die Post in jedes Lehrerhaus neben unseren Mitteilungen im „Echo“ die „Bayerisch e I s r a e 1 i t i s c h e Ge mein dezeitun g“. Sie soll das Band enger knüpfen zwischen Gemeinden und Verband oder um den Führer des Verbandes selbst sprechen zu lassen: „Dieses Blatt soll ein geistiges Band schlingen um die Anhänger unseres Bekenntnisses, daß sie mit Liebe und Interesse an dem Gemeinschaftsleben teilnehmen, daß sie das religiöse Leben schauen, das unsere Zeiten durchflutet, daß sie aus ihren eigenen Quellen schöpfen und ihr Eigenes beibringen zur Erweckung des sittlichen Geistes, auf den allein unsere Zukunft sich gründet.“ Soll ein Organ eine so hohe Aufgabe erfüllen, so darf es nicht bloß Leser finden, die es nach der Lektüre weglegen, sondern es muß zur Mitarbeit aufrufen. Ich meine hier nicht die literarische Mitarbeit, PORZELLAN-NIEDERLAGE MÜNCHEN THEA TINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL IN LrEBRAUCHSPOItZELLAN TÄGLICHELAGERERGÄNZUKG

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.