Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 37 (11.9.1925)
- Date
- 1925-09-11
- Page
- Seite 709 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 709 8. Die Landesorganisationen haben auf dem Prinzip einer breiten Mitgliedschaft bei aktiver Beteiligung der Emigranten selbst aufgebaut zu werden. 9. Sollte es infolge spezifischer örtlicher Bedingungen nicht möglich sein, in dem einen oder anderen Durchwanderungs- oder Einwanderungsland Organisationen nach dem Prinzip der Mitgliedschaft aufzubauen, kann die Verbandexekutive die Gründung eines Komitees auf der Grundlage einer Vertreterschaft örtlicher in Emigrations-Angelegenheiten interessierter jüdischer Organisationen gestatten. 10. Die Finanzierung des jüdischen Emigrationsverbandes geschieht erstens durch Mitgliederbeiträge, zweitens durch Sammlungen und durch Subventionen freundlich gesinnter interessierter Organisationen. 11. Die zentralen Organe des Verbandes sind erstens die Exekutive, die aus den Herren Dr. Brutzkus, Dr. Ben Nathan, Dr. Kreinin, Dr. Oskar Cohn, Dr. Alfred Klee, Rudel, Dr. Lwowitsch, J. Leschtschinsky und Dr. James Bernstein besteht. Zweitens der Kat. In den Rat entsenden alle Bestandteile des Verbandes ihre Vertreter. Der Rat und die Konferenz werden durch die Konferenz gewählt. 12. In Anerkennung der Tatsache, daß die Einwanderung städtischer Elemente in den bisher bedeutendsten Einwanderungsländern außerordentlich erschwert wurde, und daß die jüdischen Auswanderer aus Osteuropa von den Einwanderungsbeschränkungen am schwersten betroffen werden, beschließt die Konferenz, der Frage der Besiedlung jüdischer Auswanderer in der Landwirtschaft in allen geeigneten Ländern ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Um dies zu erreichen müssen erstens die Kolonisationsmöglichkeiten für jüdische Auswanderer in den verschiedensten Ländern erforscht werden. Zweitens soll in den Ländern, in denen eine jüdische Kolonisation möglich ist, die Gründung lokaler Kolonisations-Komitees unter Beteiligung der ortsansässigen jüdischen Kolonisten unterstützt werden. Aufgabe dieser Komitees ist, den Übergang der jüdischen Einwanderer zu fördern. Drittens sollen in den Ein- und Durchwanderungsländern gemeinsam mit anderen Gesellschaften Institutionen zur- Ausbildung der Juden in der Landwirtschaft geschaffen werden. 13. In Anbetracht erstens der katastrophalen Lage der jüdischen Emigranten, die seit Jahren in den europäischen Hafenstädten und Durchwanderungsländern herumgestoßen werden und ungeheure Hemmnisse, Arbeit zu finden oder in die Vereinigten Staaten Nord-Amerikas hereingelassen zu werden, zu bestehen haben. Zweitens in dem ferneren Betracht, daß das Auswanderungsbedürfnis unter den jüdischen Massen in Ost-Europa unter dem Druck der kritischen wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa sich ungeheuer verstärkt hat und andererseits die emigrierende jüdische Masse auf die versperrten Tore der Vereinigten Staaten Nord-Amerikas stößt, beschließt die Konferenz: Die Aufmerksamkeit der jüdischen Öffentlichkeit sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten Nord-Amerikas auf die Pflicht zu lenken, die große Volksarbeit zu übernehmen, dem jüdischen Emigranten zu helfen, sich in neuen Einwanderungsländern anzusiedeln. Um eine unerwünschte Konzentrierung in den überfüllten großen Städten zu vermeiden, müssen in den Einwanderungsländern entsprechende Organisationen geschaffen werden, die sich zu bestreben haben werden, den jüdischen Immigrantenstrom auf die weniger bevölkerten Gebiete zu verteilen, und dafür zu sorgen, daß die Immigranten in Industrie und Landwirtschaft Beschäftigung finden. In Anbetracht dessen, daß in den letzten Jahrzehnten mehr oder weniger große jüdische Massen in die Länder der südamerikanischen Republiken eingewandert sind und dort jüdische ländliche und städtische Siedlungen geschaffen haben, die bereits eine gewisse Anziehungskraft auf neue jüdische Emigranten ausüben, aber derzeit noch nicht in der Lage sind, die ganze Sorge und Verantwortung einer Organisierung der Hilfsarbeit zugunsten der neuen Einwanderer zu tragen, findet es die Konferenz für nötig, die dortigen jüdischen Gemeinschaften in dieser Arbeit m aralisch und materiell zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen die große Volksaufgabe der Unterbringung jüdischer Emigranten in Landwirtschaft und Industrie der neuen Einwanderungsländer durchzuführen.“ . Beginn einer neuen antisemitischen Offensive in Deutschland Ostjudenhetze Berlin (J.T.A.). Eine Berliner Zeitung brachte vor kurzem von bestunterrichteter Seite Enthüllungen über Pläne des Landbundes, mit Hilfe der Hakenkreuzler eine neue antisemitische Hetzkampagne einzuleiten. Nach dem Muster ihrer innerpolitischen Offensive von 1922, die in dem darauffolgenden Winter in einer Pogromhetze gipfelte, mit den bekannten traurigen Erfolgen, soll auch in diesem Jahre eine Propaganda entfaltet werden, um die Bevölkerung über die wahren Urheber der Teuerung aller Lebens- und Gebrauchsmittel hinwegzutäuschen. Offenbar hat diese Offensive bereits begonnen; sie richtet sich zunächst gegen die 0 s t j u d e n , Bayer. Vereinsbank Besondere Einrichtungen für den Fremdenverkehr Ausstellung von Kreditbriefen auf Reichsmark und ausländische Währungen Moderne Stahlkammeranlage zur vorübergehenden Aufbewahrung von Wertgegenständen Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns