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Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 682

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 682 (sequence 18)
Language
German
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682 Das Jüdische Echo Nr. 35 sehen Imperiums zu verlieren. Das britische Reich wird es sich in der Zukunft vielleicht als ein ungeheures Verdienst zuschreiben, daß es versucht hat, eine Frage, die in der Geschichte als Symbol der Ungerechtigkeit dasteht, im Sinne der Gerechtigkeit zu lösen. Das ist ein strategischer Wert, der nicht in Heeren besteht und nicht in Parlamenten ausgewertet wird. Darin, — setzte Weizmann fort, — liegt auch die grundfalsche Prämisse der ganzen Rede Jabotinsky’s. Man kann damit anfangen, daß zweimal zwei fünf sind und nachher daraus ein ganzes System durchaus logisch ableiten. Aber — zweimal zwei sind eben nicht fünf. Jabotinsky sprach von Schutzzöllen. Auf Schutzzoll in Palästina würde vielleicht Syrien ebenfalls mit einem Schutzzoll antworten. Die Anleihe ist eine politische Frage ersten Ranges; sie verlangt systematische Vorbereitung; aber sie wird niemals den Keren Hajessod ersetzen. Gerade um die Anleihe zu bekommen, müssen die Einnahmen des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth von Tag zu Tag gesteigert werden. Der Schlüssel zur Situation liegt darin, die Initiative zu einer wirklichen F r e u n d schaft und Zusammenarbeit mit den Arabern des nahen Ostens zu eröffnen. Dazu ist Palästina ein goldener Schlüssel. Palästina muß aufgebaut werden, ohne daß den legitimen Interessen der Araber um ein Haar geschadet wird. Herbert Samuel soll nicht zum Objekt der Parteileidenschaft gemacht werden. Arlosorolf hat mir vom Herzen gesprochen, ,als er sagte, wir wollen alles tun, um die Kräfte Samuels für die Dienste des Zionismus zu bewahren. Samuel wird kommen und, wenn er sich ein Jahr ausgeruht hat, den gebührenden Platz in unseren Reihen einnehmen. Weizmann schloß: Ich habe elf Jahre lang redlich versucht, zusammen mit meinen Freunden eine Art jüdischer Staatskunst herauszubilden. Bis dahin gab es nur Schtadlanuth. Wir haben versucht, den europäischen und amerikanischen Staatsmännern, besonders dem verstorbenen Präsidenten Wilson, das Gefühl des Rechtes, das in uns lebt, beizubringen. Es gab eine Zeit, wo dieses Gefühl den Staatsmännern verständlicher war. Es wird eine Zeit kommen, wo dieses Rechtsgefühl wieder lebendig werden wird. Dann werden wir wieder einen Vorstoß machen können. Bis dahin müssen wir diesen harten Weg gehen. Wir werden Stein für Stein in Palästina aufbauen, bis eine Zeit kommt, wo wieder ein Tribunal sitzen wird, vor dem man Forderungen in einer Atmosphäre des Rechtsgefühls wird formulieren können. Drängen Sie nicht auf Minutenerfolge, die sich gegen Ihre eigene Arbeit nachher wenden werden. Ich kann nur diesen Weg gehen. Wenn Sie einen rascheren wollen, dann werden Sie andere Führer erwählen müssen. (Stürmischer Beifall, die Mehrheit erhebt sich.) Wahl der Kommissionen Dem Kongreß wurde die Wahl von sieben Kommissionen vorgeschlagen: politische, Kolonisations-, Bank-, Erziehungs-, Immigrations-, Organisations¬ und Budgetkommission; alle aus 35 Mitgliedern bestehend. Nur die Kolonisationskommission soll aus 70 Mitgliedern bestehen. Die Bankkommission wird eine Subkommission zur Erörterung des Anleiheproblems bilden. Die Propaganda-Kommission bildet eine Subkommission zur Erörterung der Beziehungen zwischen Waad Leumi und Exekutive. Referat Schocken (Zwickau) über das Kolonisationswerk Die Aufgabe des Zionismus ist eine einmalige. Es handelt sich darum, eine neue Wirtschaft mit neuen Menschen auf neuem Boden unter Schwierigkeiten auf allen Seiten aufzubauen. In einer Aktionskomiteesitzung wurde der Antrag gestellt, auf die Liste des Budgets auch die Gelder zu setzen, die von durch uns angeregte Organisationen und Institutionen ins Land gebracht worden sind. So ganz mechanisch geht das freilich nicht, aber wir werden immer die Anreger solcher Kombattanten sein müssen. Wir müssen, abgesehen von der Privatinitiative, nach und nach alle Unternehmungen als zentrale Stelle in die Hand bekommen. Dies ist nicht möglich durch Politik, sondern durch eigene Leistung im Lande. Unsere Hauptaufgabe ist der Aufbau einer gesunden und rentablen Landwirtschaft und Überführung der Chaluzim zu produktiver Arbeit. Das erste Problem ist die Schaffung einer Leitung. Bisher wählte der Kongreß eine ein Miniaturbild des Kongresses darstellende Leitung. Man wird aber auf das Prinzip der Expertenkommission zurückgreifen müssen. Sie schaffen eine Entlastung und entbinden von Verantwortlichkeit. Direkte Eingriffe des Kongresses sind für Palästina nachteilig; legitime Einflußnahme ist das Budget. Wesentlich ist, daß wir jetzt eine gebundene Exekutive vor uns sehen, die passiv ist; sie kann ihre Hauptfunktion nicht ausüben; den richtigen Gegendruck gegen den Druck im Lande, wie dies in der ganzeu Welt und besonders in der Wirtschaft notwendig ist. Wir hören immer wieder, daß unsere Siedler hungern. Siedler können nicht hungern, sie haben ein Jahresbudget; das kann nur geschehen, wenn ihre Leitung oder eine andere Stelle grobe Fahrlässigkeiten begeht. Man spricht jetzt viel vom Lehrstadium und Reifestadium. Wir haben in der Moschwe Owdim das unbestreitbar richtige Prinzip der Awodah Azmith. Aber

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