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Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 681

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 681 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 681 zusammen, die vom Standpunkt der Galerie und der Straße in Wien und Warschau langweilige Arbeiten sind. Wenn Herr Farbstein mit der Rede des K olonienministers Amery in Jerusalem unzufrieden ist, so kann ich ihm sagen, daß die Araber noch unzufriedener sind. Amery war und ist ein konsequenter Freund der zionistischen Bestrebungen, und er wird es bleiben. Die Regierungskommission war tatsächlich etwas unruhig wegen gewisser Erscheinungen in Tel-Awiw und hat daran gedacht, gewisse Maßregeln zu ergreifen, um Bodenspekulation, Wohnungsmangel usw. einzudämmen. Ich habe der Regierung von Maßregeln abgeraten, und ich glaube, daß sie in diesem Falle der Jewish Agency folgen wird. Es wurde uns vorgeworfen, daß die Mandatarmacht den neuen Ober kommissar ernannt hat, ohne die Jewish Agency zu befragen. Die Regierung ist meiner Auffassung nach nur verpflichtet, einen High Gommissioner nach Palästina zu senden, der mit den Bestrebungen des Mandats sympathisiert. Das können und haben wir verlangt. Diesen oder jenen Mann zu verlangen, wäre ein Eingriff in die souveräne Prärogative der Mandatarmacht. Lord Plu - m e r hätte die Stelle nicht angenommen, wenn er glauben würde, daß er sich im Gegensatz mit der dort befolgten Politik befinden könnte. Stellen Sie nicht schon in den ersten Wochen der neuen Regierung Vergleiche an, und wenn Sie Angriffe richten, so tun Sie dies gegen meine Person. Aber dabei bleiben Sie stehen! Gebrauchen Sie keine Phrasen, die unsere Arbeit in Palästina schädigen. — Arlosoroff hat auf den Rückschlag hingewiesen, den unsere Politik in Genf erlitten hat. Genf hat tatsächlich nicht das volle und richtige Verständnis für das, was Genf den Dualismus des Mandats nennt. Es wird einer sehr weitgehenden politischen Erziehung bedürfen, um richtiges Verständnis für diese Dinge hervorzurufen. Kein Geringerer als der Außenminister des britischen Reiches hat die Korrektur vorgebracht, welche in das Protokoll der Beschlüsse der Völkerbundsitzungen eingetragen wurde. Gerade aus dieser Tatsache sollten Sie eine Lehre ziehen. Auf dem vorigen Kongreß wurde angeregt, daß man, wenn man mit der Mandatarmacht nicht richtig fertig wird, vor den Völkerbund treten solle. Nun sind Sie um eine Illusion ärmer geworden und werden nach Schluß meiner Rede noch um einige andere Illusionen ärmer geworden sein. Weizmann wandte sich dann der Kritik G r ü n b a u m s zu, der zu erwarten scheint, er, Weizmann, würde selbst kommen und erklären, es sei in der Frage der Erweiterung der Agency nichts mehr zu machen. Man versucht uns einzureden, daß die Exekutive und auch ich jetzt schon glauben, die Agency sei gefallen. Wieder will ich Sie um eine Illusion ärmer machen. Wir haben den Standpunkt in der Agency-Frage nicht geändert, werden ihn nicht ändern und hoffen, diesen Plan auf dem Kongreß durchzuführen. Ebensowenig berechtigt ist der Vorwurf, daß ich oder meine Kollegen die Zionistische Organisation zerstört haben. Ich habe stets reinen, vollblütigen, hundertprozentigen Zionismus getrieben und niemals ein Surrogat geboten. Wenn Grünbaum mir Unterwürfigkeit oder Servilismus vorwirft, so verweise ich auf die Rede Allenbys in Jerusalem, woraus Sie entnehmen können, daß wir niemals mit einer Geste oder mit einem 'Worte der Würde des jüdischen Volkes Abbruch getan haben. Aber es gilt zwei Arten von Würde. Sich in Positur werfen, sich auf mystische Kräfte stützen, die man nicht besitzt, damit erweckt man die Vorstellung von politischer Charlanterie. Unsere Staatsgunst basiert auf dem Gefühle des Rechtes und darauf, dieses Gefühl des Rechtes bei anderen hervorzurufen. Das ist Würde in unseren Augen. Alles andere ist politisches Klischee, das von anderen Völkern erborgt ist. Ich bin ein jüdischer Staatsmann, und Sie ein Assimilierter. Zu der Kritik Fischers bemerkte Weizmann, das Weißbuch könne zu einem Blau Weißbuch gemacht werden; aber nur durch Arbeit im Lande, ein anderes Mittel gibt es nicht. Zu den Ausführungen Meriminsky’s bemerkte Weizmann, das Immigrationsgesetz sei nicht ideal, aber gewisse Fortschritte gegenüber dem alten Gesetze sind doch gemacht worden. Meriminsky hat ebenso wie Jabotin s ky erklärt, die englische Regierung baue sich in Palästina eine strategische Position, ohne daß wir ein Äquivalent erhalten. Es gibt in England militärische Experten, die behaupten, daß Palästina für irgendeine Verteidigung des britischen Imperiums ganz unmöglich ist. Eine andere Schule sagt, daß die Position in Palästina einen Wert hat, aber ohne die Juden, und sie wäre ohne das Mandat noch viel wertvoller. Ich gebe Ihnen jedenfalls den Rat, sich nicht in die strategischen Fragen des hriti-

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