Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 35 (28.8.1925)
- Date
- 1925-08-28
- Page
- Seite 680 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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680 Das Jüdische Echo Nr. 35 Juden als Bevollmächtigte des jüdischen Volkes mit dem Ruf kommen, „das Vaterland ist in Gefahr“, dann hoffe ich, werden wir noch größere Summen erzielen, Summen, die man kaum zu träumen wagt. Die Eingänge werden dann verdoppelt, verdreifacht und verzehnfacht werden. Notwendig ist, volles Verständnis in allen Teilen der Zionistischen Organisation. Die Erlösung des Bodens ist eine Aufgabe, die nicht durch andere verdrängt werden darf. Als der KKL die Losung von der Neuerwerbung von 100000 Dunam herausgegeben hat, gab es zahlreiche Zweifler, aber wir haben weit mehr erreicht, denn wir haben nicht nur 100000 Dunam, sondern, wenn alle noch schwebenden Verträge perfekt werden, werden wir 300000 Dunam in unseren Besitz gebracht haben. Wir sind große Verpflichtungen eingegangen, haben aber das Vertrauen zum Volk, daß es diese Verpflichtung einlösen wird. 70% des Emek gehören heute dem KKL. Erschwert wird der Bodenkauf durch die Bodenspekulation, und man fragt den KKL, was er tut, um diese Spekulation zu bekämpfen. Diese zerstörenden Elemente können nur durch die moralische öffentliche Meinung, durch moralische Kräfte beeinflußt werden, was ebenfalls Aufgabe der Exekutive ist. Wir werden sie darin unterstützen. Wenn der KKL in der Lage sein wird, den Wünschen aller arbeitswilligen Juden nach Boden, den sie mit eigenen Händen bebauen wollen, nachzukommen, dann wird es keine Bodenspekulation mehr geben. In der Verteilung des Bodens darf der Keren Kajemeth keine Partei bevorzugen. Nur ein Wunsch kann geltend gemacht werden, daß jeder Jude, der vom KKL Boden bekommt, ihn auch wirklich mit eigenen Händen bearbeitet. Wir nehmen keinen Standpunkt von Radikalismus ein, weder inbezug auf Chaluzim noch inbezug auf Baale-Battim, und wir werden mit allen Mitteln dagegen kämpfen, wenn versucht werden sollte, diesen Streit in den KKL hineinzutragen. Wie stellen wir uns die Arbeit des KKL in der Zukunft vor? .Ich bemühe mich immer wieder, festzustellen, daß der KKL kein Kolonisationsfonds, sondern ein Bodenfonds ist, und muß die letzten Groschen für Erwerbung von Boden ausgeben. Unsere zweite Tendenz besteht darin, daß es Aufgabe des Keren Kajemeth bleibt, Boden auf dem Lande sowohl auch in der Stadt und in der Nähe der Stadt zu erwerben. Auch zwischen den Direktoren des KKL gibt es verschiedene Nuancierungen in der Auffassung dieser Frage. Aber in einem sind alle einig: daß dort die Grundlage unserer Kolonisation ist. Das besagt nicht, daß außer ländlichem Boden keine anderen Käufe zu machen wären. Es sollen die Schchunoth Owdim gemacht werden. Seit einigen Jahren werden von je 100 verausgabten £ 70 für Bodenerwerb an Land, 10 für Bodenerwerb in der Stadt und in der Umgebung der Stadt, 10—12 für Bodenameliorationen und der Rest für die übrigen Aufgaben des Keren Kajemeth verwendet. Diese Tendenz muß auch weiter fortgesetzt werden. Niemand zweifelt daran, daß wir alles daran setzen müssen, um von der Regierung gratis Böden zu erlangen. Wenn jedoch Jabotinsky meint, wir sollen keinen Boden kaufen, denn die Regierung muß uns Boden geben, dann ist seine Auffassung dazu angetan, ein nationales Unglück heraufzubeschwören. Wenn die Regierung uns Boden anbieten würde, würde ich vom Kongreß fordern, jeden nur möglichen Boden, der uns angeboten wird, zu erwerben. Es gibt keine Frage, ob Nahalal teuer war oder nicht. Wenn man von der Erlösung des Bodens spricht, fragt man nicht nach dem Preis, sondern nach dem Willen der Nation. Wir sind heute in der glücklichen Situation, von überall Boden angeboten zu bekommen. In der Arbeit des Keren Kajemeth muß Einigkeit herrschen. Von Kongreß zu Kongreß lassen wir in der Diskussion prinzipielle Meinungskämpfe zu Parteikämpfen und Hinterkulissen-Politik werden. Ich verlange von links und rechts, von denen, die da oben sitzen und von denen, die unten sitzen, bringen Sie nicht diese Kämpfe in unsere teuerste Institution hinein, denn es geht um ihr Leben! Schädigen Sie nicht die Nationalisierung des Bodens! (Großer Beifall) . ' Weizmanns Äntwort an seine politischen Gegner An dem Agency-PIan wird iestgehalten In der Sonntagssitzung des Kongresses betrat Dr. Weizmann noch einmal die Tribüne, um den einzelnen Diskussionsrednern zu antworten. Er führte aus: F arbstein hat behauptet, die Exekutive hätte mit Aus nahme der Universitätseröllnung keinen einzigen Fortschritt in der Politik zu verzeichnen gehabt. Ich kann dem Kongreß mit keinerlei Sensationen aufwarten. Unsere Tätigkeit setzt sich aus kleinen Arbeiten